"Im Taktik-Bereich am meisten weiterentwickelt"

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Nach rund zehn Monaten in der deutschen Bundesliga möchte Karim Onisiwo seine Fortschritte nun auch im Nationalteam präsentieren.

Gelernt hat der Flügelflitzer in Mainz jede Menge:

"Ich denke, dass ich natürlich im mentalen und physischen Bereich einen Schritt nach vorne gemacht habe, und auf jeden Fall im taktischen, was mir am Anfang noch sehr gefehlt hat, weil ich hier in Österreich nicht so viel mitbekommen habe. Im taktischen Bereich habe ich mich auf jeden Fall am meisten weiterentwickelt."

Karim Onisiwo über die Geburt seines Kindes in der 80. Minute:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Taktik kann man gar nicht überbewerten, gerade wenn man im Land des Weltmeisters engagiert ist. "In Deutschland läuft das Spiel viel intensiver, da kann natürlich jeder kleine Fehler zu Gegentoren führen", erläutert Onisiwo.

Die Baby-Anekdote

In Österreich legte der 24-Jährige einen steilen Aufstieg hin. Nach Stationen bei diversen kleineren Vereinen kam er über Austria Salzburg zum SV Mattersburg, wo ihn Trainer Ivica Vastic ab Sommer 2014 eineinhalb Jahre unter seinen Fittichen hatte.

Der Sprung aus der burgenländischen Provinz ins deutsche Oberhaus war natürlich ein großer, aber in Mainz hatte man im Wissen um sein Potenzial viel Geduld mit dem Wiener:

"Ich habe natürlich ein bisschen Anlaufzeit gebraucht, um mich zu etablieren. Am Anfang hatte ich eine blöde Verletzung, die mich aus dem Spielbetrieb rausgenommen hat. Aber am Schluss der Saison bin ich ziemlich gut reingekommen, habe drei Spiele von Anfang an gemacht und auch gleich getroffen. Zuletzt haben die Leistungen gepasst, obwohl die Ergebnisse nicht so positiv waren. Aber ich habe einen Aufschwung, spiele jetzt regelmäßig."

Sieben Mal kam Onisiwo in den ersten zehn Runden zum Einsatz, eine Partie versäumte er vor knapp zwei Wochen aufgrund der Geburt seines Sohnes Leroy-Zayn. An diesem Tag wäre er gegen Ingolstadt in der Startelf gestanden, Trainer Martin Schmidt schickte ihn jedoch in den Kreißsaal (Onisiwos Erinnerung im Video) und leistete sich nach dem Spiel den legendären Versprecher: "So etwas erlebst du nur ein Mal im Jahr!"

"Da hat er aus der Euphorie heraus ein bisserl etwas verwechselt und wohl ein Mal im Leben gemeint. Sonst hätte ich ziemlichen Druck", lacht Onisiwo, der die Vaterrolle als nächsten Schritt in seinem Reifeprozess betrachtet: "Das ist eine neue Aufgabe, eine neue Verantwortung. Als das Baby da war, war ich überglücklich. Ich denke, dass mir das auch im weiteren Verlauf meiner Karriere Kraft geben wird."

"Im taktischen Bereich lernt man nie aus"

In selbiger hat Onisiwo noch einiges vor, sowohl beim Verein als auch im Nationalteam. "Ich wollte unbedingt den Tapetenwechsel im Ausland. Wie man weiß, war ich lange in Österreich und habe mich durchgekämpft, bin sozusagen ein Spätstarter. Es ist richtig cool, etwas anderes kennenzulernen. Dass es gleich der Schritt in die deutsche Bundesliga war, ist natürlich umso aufregender für mich. Ich will beweisen, dass ich ein konstanter Bundesliga-Spieler werden kann, der Woche für Woche seine Leistung bringt."

Dafür arbeitet er auch in individuellen Trainingseinheiten an seinen Schwächen: "Es gibt vieles auszumerzen. Auf jeden Fall im Abschluss, natürlich auch Dribblings, dann der letzte Pass, in der Defensive und natürlich auch weiterhin im taktischen Bereich, denn ich denke, da lernt man nie aus."

Erstmals und gleichzeitig bis zu diesem Lehrgang letztmals im Kader des ÖFB-Teams stand Onisiwo vor genau einem Jahr für das Testspiel gegen die Schweiz, in dem er auch sein Länderspiel-Debüt gefeiert hat - damals noch als Profi des SV Mattersburg.

"Es hat ein Jahr gedauert, dass ich wieder ins Team gekommen bin. Ich bin sehr froh über die Nachnominierung", erklärt die Offensivkraft, die von der Absage von Zlatko Junuzovic profitiert hat.

Verständnis für Koller

Der Kontakt zu Teamchef Marcel Koller ist in den vergangenen zwölf Monaten jedoch nicht abgerissen: "Er war einige Male bei meinen Spielen zusehen. Aber da ich am Anfang verletzt war und nicht oft am Spielfeld stand, war es ein bisschen ein Auf und Ab bei mir. Mal habe ich gespielt, dann war ich wieder auf der Tribüne. So war es natürlich auch schwierig für den Teamchef, sich gute Eindrücke von mir zu holen."

"Denn man sollte schon beim Klub konstant Leistung bringen, damit man eine Chance im Nationalteam bekommt", zeigt der Flügelflitzer Verständnis, dass er so lange auf eine Einberufung warten musste, "in den letzten Wochen war ich konstanter, wurde öfter aufgestellt. Ich denke, dass mir das auch zur Nachnominierung verholfen hat."

Nicht vergessen darf man, dass im ÖFB-Team gerade im Offensivbereich ein breites Angebot vorhanden ist: "Wir haben sehr viel Qualität im Team. Auch in Österreich kommen immer wieder starke und talentierte Spieler auf den Außenbahnen dazu. Natürlich ist der Konkurrenzkampf groß. Ich muss mich eben im Klub beweisen. Man muss Woche für Woche seine Leistung bringen, um sich zu empfehlen - auch wenn man im Ausland spielt."

"Der Pfeil zeigt nach der EM wieder nach oben"

Während seiner Abwesenheit hat sich im Nationalteam viel getan. Auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht zufriedenstellend waren, sieht Onisiwo Rot-Weiß-Rot nach der EURO-Enttäuschung wieder im Aufwind:

"Ich habe mir die EM natürlich angesehen und auch die Spiele der WM-Qualifikation beobachtet. Ich denke, dass der Pfeil nach der EM wieder nach oben zeigt, sich alle wieder stabilisieren und es bergauf geht. Jeder ist fokussiert und konzentriert bei den Trainingseinheiten, wir wissen genau, was der Trainer von uns am Spielfeld haben will. Ich war ein Jahr weg, aber man sieht, dass das Team noch stärker zusammengewachsen ist."

Auch inhaltlich hat es Adaptionen gegeben: "Es gibt schon andere taktische Anweisungen. Ich hatte auch schon ein Gespräch mit dem Teamchef. Man sieht auf dem Feld, dass sich in der Offensive ein bisschen etwas verändert hat."

Qualitativ fühlt sich Onisiwo inzwischen näher dran am Nationalteam als bei seinem ersten Gehversuch vor einem Jahr, den er als Shootingstar des damaligen Aufsteigers Mattersburg unternommen hat: "Ich habe mich wie gesagt persönlich weiterentwickelt, aber damit will ich nicht sagen, dass ich gleich beginnen muss."

Vorerst wäre es das logische Zwischenziel, sich im Kader zu etablieren und nicht wieder ein Jahr auf die nächste Nominierung warten zu müssen.

Peter Altmann



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