Personal-Poker: Sabitzer oder Schöpf? Oder beide?

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Die ÖFB-Startelf wird diesmal ein anderes Gesicht haben, schon alleine wegen der Verletzungen von Robert Almer und Zlatko Junuzovic. Auch Sebastian Prödl steht nicht zur Verfügung.

Dennoch hat Marcel Koller für das WM-Quali-Spiel gegen Irland auf der einen oder anderen Position die Qual der Wahl.

"Wir im Trainer-Team sind ja froh, dass wir Konkurrenz haben und aus dem Vollen schöpfen können. Wir werden uns das diese Woche anschauen und für Samstag entscheiden, wer beginnt", erklärt der Teamchef.

Im Tor fällt der Poker wenig spannend aus. Ramazan Özcan wird für Almer nachrücken.

Schöpf-Nominierung kein Selbstläufer

Wesentlich interessanter wird die Entscheidung des Schweizers bezüglich des Ersatzmanns für Junuzovic auf der Zehn. Logischer Nachrücker wäre Alessandro Schöpf, der in den vergangenen Wochen und Monaten lautstark um seine erste Startelf-Chance in einem Pflichtspiel angeklopft hat.

Überraschung wäre eine Nominierung des Tirolers jedenfalls keine. Ein Selbstläufer ist sie jedoch auch nicht. Denn es gibt andere Optionen.

Der beim letzten Lehrgang verletzte Martin Harnik steht am rechten Flügel wieder zur Verfügung und erwies sich zuletzt bei Hannover mit drei Toren in den letzten beiden Spielen als sehr treffsicher. Insgesamt hält der Routinier nach neun Liga-Spielen bei fünf Treffern und einem Assist.

Harnik wiederum wurde im ÖFB-Team von Marcel Sabitzer vertreten, der in der deutschen Bundesliga mit RB Leipzig zum Höhenflug angesetzt, eine Knöchelverletzung denkbar schnell überwunden und bei seinem Comeback gegen Darmstadt mit einem Doppelpack überzeugt hat.

"Wir haben verschiedene Möglichkeiten"

"Harnik war nach seiner Verletzung bei Hannover wieder mit dabei, hat regelmäßig gespielt und Tore erzielt. Sabitzer hat die Länderspiele bei uns absolviert, bei Leipzig einen guten Lauf, ist da voll mit dabei und ist nach seiner Bänderverletzung gut reingekommen", lobt Koller.

Die Frage lautet somit: Setzt der 55-Jährige einen der beiden auf die Bank, um Schöpf beginnen zu lassen? Die Alternative wäre, Harnik seinen Stammplatz auf rechts zurückzugeben und Sabitzer ins Zentrum zu stellen, wo er sich bekanntlich ohnehin am wohlsten fühlt.

Die Variante, Schöpf wie bei Schalke am rechten Flügel aufzubieten, ist ebenfalls nicht auszuschließen, erscheint jedoch unwahrscheinlich, da Koller ihn zuletzt stets in der Mitte eingeplant hat.

"Wir haben verschiedene Möglichkeiten. Beide Spieler haben auch schon gezeigt, dass sie nicht nur auf einer Position spielen können", sagt der Teamchef über Sabitzer und Harnik. Letzterer kam auch schon an vorderster Front zum Zug, letztmals bei der EURO gegen Portugal.

Sabitzer als Schlüsselfigur im Personal-Poker

Dass Koller dort Marc Janko opfert, erscheint jedoch ebenfalls unwahrscheinlich, sofern er die robusten Iren nicht mit einem schnellen und wendigen Stürmer besiegen will - in der Quali für die WM 2014 probierte er es gegen Irland auswärts mit Philipp Hosiner und zu Hause mit Andreas Weimann anstelle von Janko, der jeweils eingewechselt wurde.

Auch in dieser Rolle käme Sabitzer in Frage. Ob dieser Gedanke abwegig sei?

Auch in der ÖFB-Dreierkette wird der Personal-Poker diskutiert:

(Der Text wird unter dem Video fortgesetzt)


"Abwegig ist es nicht, weil er diese Position schon gespielt hat - im Verein bei Salzburg und bei uns einmal gegen Tschechien, da hat er auch ein Tor erzielt", erinnert sich Koller, der den Leipzig-Legionär auffällig positiv hervorstreicht:

"Er ist einer, der auf den Offensivpositionen eigentlich überall spielen kann, der den Ball will, der Tore schießen will, der sauer ist, wenn er den Ball nicht bekommt. Dementsprechend sind die Optionen da offen. Ich versuche mich nicht zu beschränken, dass er nur auf der rechten Seite spielen kann."

Bei Schöpf beschränkte sich der Eidgenosse diesbezüglich bislang sehr wohl. Sabitzer ist also, sofern er zum Einsatz kommt, ob seiner Vielseitigkeit eine Art Schlüsselfigur im Personal-Puzzle für das Irland-Spiel. Für und kurioserweise gleichzeitig gegen Schöpf sprechen jedenfalls seine bisher überwiegend guten ÖFB-Leistungen als Joker, denn Koller schätzt es, dass der 22-Jährige stets flott auf Betriebstemperatur kommt:

"Alessandro hat bei Schalke hervorragend gespielt, auch bei uns spielt er hervorragend. Wenn er rein kommt, ist er immer gleich im Spiel drinnen und bewegt etwas. Das ist etwas, das wir gebrauchen können. Aber noch ist es zu früh zu sagen, ob er am Samstag aufläuft."

Die Tendenz geht in Richtung Wimmer

Dieses Geheimnis wird der ÖFB-Coach also erst wie gewohnt 90 Minuten vor dem Ankick lüften - ebenso wie jenes, ob Kevin Wimmer erneut als Linksverteidiger zum Zug kommt oder Markus Suttner eine neue Bewährungschance erhält.

Wobei in dieser Frage die Tendenz eindeutig in Richtung Wimmer geht, da Koller festhält: "Wir haben natürlich Optionen und Spieler, die da spielen können. Es ist aber auch wichtig, dass wir eine gewisse Ruhe reinbringen und nicht immer etwas Neues kommt, sondern dass man sich da einmal ein bisschen stabilisieren kann."

Klingt eher nach Beibehaltung seiner "Erfindung" Wimmer, dessen erste Gehversuche gegen Wales und Serbien dem Teamchef kein Kopfzerbrechen bereiten: "Es war nicht nur Kevin, der vielleicht den einen oder anderen Fehler gemacht hat. Wenn du drei Gegentore bekommen hast, kann nicht alles gut gewesen sein, und das ist nicht nur auf eine Position bezogen."

Fest steht bezüglich Aufstellung derzeit eigentlich nur eines: Man kann sie mit Spannung erwarten.

Peter Altmann


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