Wegen St. Patrick's Day verschoben

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Acht Jahre lang war Lukas Schubert für den SV Grödig aktiv.

Von den insgesamt 153 Partien spielte der 27-Jährige 97 Mal in der Ersten Liga und fünf Mal in der Bundesliga.

2013 unterbrach eine Herzmuskelentzündung seine Profi-Karriere, seit Sommer 2016 ist der Mittelfeldspieler für den Klub Derry City in Nordirland tätig und erzielte in 17 Partien bereits vier Treffer.

Anlässlich des St. Patrick’s Day (17. März) nahm sich Schubert für LAOLA1 Zeit, über sein Irland-Abenteuer zu sprechen.

Dort, wo Star Wars gedreht wurde

„Ich war grad in Malin Head am nördlichsten Punkt Irlands – und der ist nicht in Nordirland“, lacht Schubert, nachdem er gerade aus der Republik Irland nach Nordirland zurückkehrte.

Seine neue Heimat Derry (offiziell Londonderry) hat 85.000 Einwohner und liegt 45 Minuten von Malin Head entfernt. Dort, wo unter anderem auch schon „Star Wars“ gefilmt wurde.

„Und es war auch ein Funkposten im zweiten Weltkrieg, um in die USA funken zu können“, schildert Schubert und berichtet von einem „coolen Ausflug“ bei „strahlendem Sonnenschein“.

Der Salzburger genießt sein Auslandsabenteuer. Und das nicht alleine. Seine Freundin, die einen Bachelor in Recht und Wirtschaft hat, ist mit dabei und hat kürzlich auch zu arbeiten begonnen.

Londonderry liegt an der Grenze zur Republik

Die Freundin arbeitet im Kino

Der Klub verschaffte ihr einen Job im städtischen Kino. „In ihrem Bereich gab es hier nichts, aber sie lernt dadurch besser Englisch“, sieht es Schubert, der bis Ende der Saison unter Vertrag steht, positiv.

Schubert hatte zuletzt frei. Denn im vorletzten Liga-Spiel kassierte er als Rechtsverteidiger gegen die Shamrock Rovers die Gelb-Rote-Karte: „Es war dumm von mir, aber auch sehr hart vom Referee.“

So fehlte der ÖFB-Legionär am Montag beim 1:3 gegen Dundalk, das im Sommer 2016 (wie Salzburg) sensationell im Champions-League-Playoff stand und Europa-League-Gruppenphase spielte.

Derry Citys nächster Gegner heißt Drogheda United. Und das am 18. März. Also einen Tag nach St. Patrick’s Day. An diesem Feiertag wird auf der ganzen Insel getrunken. Das hat Konsequenzen.

„Deswegen wurde auch das Spiel von Freitagabend auf Samstagnachmittag verlegt“, erzählt Schubert, „denn die Befürchtung war da, dass sonst keiner mehr ins Stadion kommen würde.“

Schubert bleibt alkoholfrei

Nachdem die Pubs in Irland früher als in Österreich schließen, sollten die Fans ihren Rausch zeitgerecht ausgeschlafen haben. Schubert selbst wird am Freitag alkoholfrei bleiben.

„Für mich gibt es kein grünes Bier, aber das macht nichts. Wir werden am Vormittag trainieren und dann die Parade in der Stadt schauen. Es gibt Schlimmeres, als St. Patrick’s Day in Irland zu erleben.“

Schubert gefällt auch der fußballerische Alltag.

„Mir taugt es voll. Ich habe mich mittlerweile auch ans harte Training gewöhnt und freue mich auf die weitere Saison“, sagt der Blondschopf, der mit Derry City auch Europa League spielen wird.

Das Spiel wurde von Freitagabend auf Samstagnachmittag verlegt. Die Befürchtung war da, dass am St. Patrick's Day sonst keiner mehr ins Stadion kommen würde.

Auf den „Spuren“ der Admira

In der Premier Division wird eine irische Ganzjahresmeisterschaft gespielt, die vier Spieltage alt ist.

„In der Vorbereitung hatte ich eine Zerrung, bin aber im ersten Spiel reingekommen und habe dann getroffen“, berichtet Schubert von einem gelungenen Saisonstart.

Derry City hält bei drei Siegen, am kommenden Dienstag wird die Partie vom zweiten Spieltag nachgeholt. Denn gegen Limerick streikte das Flutlicht, die Partie wurde letztlich verschoben.

Die Liga wird pikanterweise von „Airtricity“, einer Windpark-Betreibergesellschaft, gesponsert. Doch Flutlicht-Ausfälle sind auch in Österreich nichts Ungewöhnliches. Die Admira lässt grüßen. Ansonsten nehmen sich die beiden Ligen auch fußballerisch nicht viel, wie Schubert erläutert.

„Hier geht es schneller und physischer zu, dafür ist das Spiel weniger taktisch geprägt. Route 1 ist das Motto – schnell nach vorne. Dafür gibt es kein Geplänkel. Es geht hin und her, gibt harte Tacklings.“

Vermittler für Ex-Kollege Tobias Kainz

Die Top-Teams der österreichischen Liga schätzt Schubert stärker ein als jene in Irland, aber mit der Mentalität und dem direkten sowie physischen Spiel kann man ÖFB-Klubs „Probleme bereiten“.

Red Bull Salzburg weiß das nur zu gut. 2009 kam in der CL-Quali fast das Aus gegen Bohemians.

Dabei gibt es fast in jedem irischen Team Spieler, die daneben arbeiten. „Von Installateuren bis Architekten ist alles dabei. Aber es heißt nicht, dass sie schlechter Fußball spielen“, betont Schubert.

In seinem Team ist Kapitän Ryan McBride zwei Mal in der Woche im Pub seines Onkels tätig.

Trainer ist Kenny Shiels (60), der natürlich auch Manager ist. „Er ist sehr ehrlich mit den Spielern und ich bin ihm dankbar für diese Chance“, so Schubert, der zum Jahreswechsel hätte wechseln können.

Hier geht es schneller und physischer zu, dafür ist das Spiel weniger taktisch geprägt. Route 1 ist das Motto – schnell nach vorne. Dafür gibt es kein Geplänkel. Es geht hin und her, gibt harte Tacklings.

„Ich hatte auch anderswo Angebote, aber wenn man sich wo wohlfühlt, wie ich hier, dann ist das einfach etwas, was man nicht so schnell aufgibt. Ich war ja auch etwa acht Jahre in Grödig.“

Schubert, der in seiner Zeit beim aktuellen Salzburger Regionalligisten eine schwere Herzmuskelerkrankung überstand und für die Heartbeat-Foundation wirbt, mag das grüne Herz.

„Es ist echter und ehrlicher Fußball hier und ich werde wertgeschätzt. Das schmeißt man nicht so einfach weg“, sagt Schubert, der auch seinem ehemaligen Grödiger Kollegen Tobias Kainz half.

„Ich habe nicht verstanden, warum er keinen Verein hat. Es hat sich dann etwas mit Limerick ergeben. Die Freigabe steht noch aus, aber am Dienstag könnten wir gegeneinander spielen.“

Sehr wahrscheinlich, dass ihm das Abeteuer (Nord)Irland genauso viel Spaß macht wie Lukas Schubert.

Textquelle: © LAOLA1.at

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