Mohamed Salah: Der beste Spieler der Welt?

Mohamed Salah: Der beste Spieler der Welt? Foto: © getty
 

Um Liverpool-Stürmer Mohamed Salah dieser Tage beschreiben zu können, muss man sich wohl etlicher Superlative bedienen.

Der Ägypter erzielte bei der 5:0-Demontage von Manchester United drei Tore für die "Reds", womit der 29-Jährige in dieser Saison bereits bei 17 Toren in 12 Pflichtspielen hält. Der Ägypter ist der einzige Liverpool-Akteur aller Zeiten, der in zehn Pflichtspielen am Stück getroffen hat.

Nur beim 2:0-Sieg der "Reds" in Burnley am zweiten Premier-League-Spieltag hat der Ägypter, der nun mehr Premier-League-Tore als jeder andere Afrikaner in Englands Top-Liga geschossen hat, nicht anschreiben können.

"Solange das Team weiter gewinnt, bin ich mehr als glücklich" sagte Rekord-Knacker Salah nach dem Spiel gegen Manchester United. "Ich versuche immer Assists zu geben – beim ersten Tor hätte ich auch alleine durchgehen können, aber ich habe auf Naby (Keita, Anm.) abgelegt. Ich versuche immer mein Bestes für das Team zu geben, um zu gewinnen. Das ist das Wichtigste."

In der Torschützen-Liste der Premier League ist Salah mit zehn Treffern aktuell an der Spitze, erster Verfolger Jamie Vardy hat drei Treffer weniger erzielt.

"Für mich ist er der Beste"

Bei solchen Werten ist es kein Wunder, dass der "Egyptian King" Salah von allen Seiten geadelt wird, vor allem von seinem Trainer Jürgen Klopp. Bereits vor dem 3:2-Erfolg in der Champions League in der vergangenen Woche bei Atletico Madrid, bei dem Salah zwei Tore erzielen konnte, ließ der Deutsche keinen Zweifel daran, wer für ihn der beste Spieler der Welt sei.

"Für mich ist er der Beste", sagte Klopp über Salah, der aktuell über jeden anderen Spieler zu stellen sei, auch Cristiano Ronaldo. Den Portugiesen ließ Salah mit seinem Triplepack ganz schön alt aussehen. Während Ronaldo 90 Minuten lang abgemeldet war, zog Salah die nächste Show ab.



Der Ägypter hat in diesem Kalenderjahr im Old Trafford schon mehr Tore erzielt als Ronaldo. Salah traf im "Theatre of Dreams" in drei Spielen fünf Mal, Ronaldo hat seit seinem United-Comeback im Sommer sechs Heimspiele absolviert und erst vier Tore erzielt.

Darüber hinaus ist Salah der erste Spieler eines Gäste-Teams, der in der Premier League drei Tore bei Manchester United erzielen konnte.

Vardy in Schlagdistanz

VIDEO: Jürgen Klopp spricht über Vergleiche zwischen Salah und Ronaldo

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Ein weiterer Meilenstein, der nun fallen könnte, ist die Tor-Serie von Leicester-Stürmer Vardy. In der Meistersaison der "Foxes" 2015/16 traf der Engländer in elf Premier-League-Spielen in Serie. Salah hält aktuell bei sieben Premier-League-Spielen mit Tor am Stück.

Brighton, West Ham United, Arsenal und Hasenhüttl-Klub Southampton stehen dem Ägypter und dem FC Liverpool in den nächsten vier Spielen gegenüber.

Doch bevor Salah die Vardy-Bestmarke gegen Southampton einstellen kann, wird der 29-Jährige wieder zum ägyptischen Nationalteam reisen. Salah mag für den FC Liverpool unverzichtbar sein, für sein Land ist er noch eine Spur unverzichtbarer, auch wenn er sich in der laufenden WM-Qualifikation noch mit Toren zurückhält.

"Pharao" noch zurückhaltend

Ägypten belegt in Gruppe F mit zehn Punkten nach vier Spielen Rang eins, der zur Teilnahme an der dritten und letzten Quali-Runde berechtigt. Ein Sieg in Angola oder gegen Gabun während der nächsten Länderspielpause im November würde Ägypten einen Schritt näher an die vierte WM-Teilnahme, die zweite in Folge bringen.

Salah selbst hat in den bisherigen vier Spielen Ägyptens nicht getroffen, zuletzt beim 3:0-Auswärtssieg in Libyen konnte der Kapitän mit einem Assist immerhin seinen ersten Scorer-Punkt der laufenden Kampagne verbuchen.

Doch Salah ist für Ägypten so viel wichtiger als es jede Tor-Statistik ausdrücken könnte. Der Stürmer wird in seiner Heimat verehrt, er ist der erste Fußballer von Welt-Format, den das Land im Nil je hervorgebracht hat.

"Mohamed Salah ist wirklich wichtig, weil er ein Symbol ist. Wie Tutanchamun oder die Pyramiden", sagte einst Mohamed Farag Amer, Vorsitzender des ägyptischen parlamentarischen Jugend- und Sportkomitees, über den Fußballer.

In einem Land, das auf politscher und gesellschaftlicher Ebene in den vergangenen Jahren so viel Wandel durchstehen musste, ist Salah eine Konstante, die das Land international in ein positives Licht rückt.

Laut einer Studie, die in der "American Political Science Review" publiziert wurde, trägt der Ägypter sogar zur Völkerverständigung bei.

So soll laut der im heurigen Jahr veröffentlichten Studie die Anzahl an Hassverbrechen in Liverpool um 16 Prozent zurückgegangen sein. Die Fans des FC Liverpool hätten nach dem Transfer Salahs auch seltener islamfeindliche Nachrichten auf Twitter abgesetzt.

VIDEO: Van Dijk spricht über Salahs Chancen auf den "Ballon d'Or"

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Abgang trotz Treuebekenntnis?

Doch während Salah den Anhängern Ägyptens für immer erhalten bleibt, ist die langfristige Zukunft des Angreifers in Liverpool ungeklärt. Der Vertrag des Ägypters läuft zwar erst im Sommer 2023 aus, die Dienste des 29-Jährigen sind aber heiß begehrt.

Real Madrid soll etwa dazu bereit sein, 115-Millionen-Mann Eden Hazard und eine beträchtliche Ablösesumme für Salah an die Merseyside zu schicken. Ob die Aussicht, bei Real Madrid zu spielen, für Salah interessant ist, kann Stand heute nicht beantwortet werden, zuletzt gab es allerdings ein klares Bekenntnis des Ägypters zum FC Liverpool.

"Wenn Sie mich fragen, würde ich gerne bis zum letzten Tag meiner Fußballkarriere bleiben", sagte Salah gegenüber Sky Sports. Ob eine weitere Zusammenarbeit zu Stande kommt, läge aber am Verein, so der Ägypter, der traurig darüber wäre, einmal gegen Livepool spielen zu müssen.

Schöne Worte sind das eine, konkrete Taten hingegen das andere. Fakt ist, dass sich Salah und Liverpool in intensiven Verhandlungen befinden. Mehreren englischen Medien zu Folge soll der Ägypter in seinem neuen Arbeitspapier das dreifache Gehalt fordern.

Cristiano Ronaldo, den Salah in den letzten Wochen fußballerisch hinter sich gelassen hat, soll auch gehaltstechnisch hinter den "Pharao" zurückfallen, wenn sich die Vorstellungen des 29-Jährigen erfüllen.

Die Verhandlungen über einen neuen Vertrag haben aber offensichtlich keinerlei negative Auswirkungen auf Salah. Die Bilanz von 140 Toren in 215 Pflichtspielen für den FC Liverpool wird schon bald aufgebessert werden. Nächstes Opfer konnte Preston North End am Mittwoch im EFL-Cup werden, sollte Klopp dem Ägypter nicht eine Pause gönnen.

VIDEO: Das steckt hinter Salahs ersten 100 Premier-League-Toren

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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