Bayern beklagen "kollektives Blackout"

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Ratlosigkeit pur beim FC Bayern!

Die Münchner kassierten am Mittwoch mit einem 0:5 gegen Borussia Mönchengladbach (Spielbericht >>>) die höchste Pokalpleite ihrer Klubgeschichte und müssen im zweiten Jahr in Folge bereits in Runde zwei des DFB-Pokals die Segel streichen.

"Wir sind absolut schockiert. Wir waren nicht da. Wir haben in der ersten Halbzeit keinen Zweikampf, gewonnen, haben nicht umgeschaltet. Es war ein kollektiver Blackout. Unerklärlich", findet Sportvorstand Hasan Salihamidzic im "ARD" nur schwer Worte für die Blamage.

Zu viele Nebengeräusche bei den Bayern?

Es war der Tiefpunkt bewegter Tage beim "FC Hollywood". Vergangenen Donnerstag wurde Julian Nagelsmann positiv auf das Coronavirus getestet. Da der 34-Jährige sich weiterhin in Quarantäne befindet, übernahm in Gladbach erneut Co-Trainer Dino Toppmöller das Ruder.

Laut Salihamidzic kein Faktor an der Blamage: "Natürlich wollen wir, dass der Trainer da ist. Es hat aber wenig mit Dino zu tun, dass wir die Zweikämpfe verloren haben. Es ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte."

Schiefgelaufen ist zuletzt auch der mediale Auftritt von Joshua Kimmich. Der 26-Jährige stellte sich mit fragwürdigen und unwissenschaftlichen Aussagen zu der Corona-Impfung in die Schusslinie der Öffentlichkeit und wurde von vielen Experten scharf für die Nichteinhaltung seiner vermeintlichen Vorbildwirkung kristisiert.

Kimmich erwischte in Gladbach einen ähnlich rabenschwarzen Tag wie Verteidiger Lucas Hernandez, der zuletzt nur knapp einer Haftstrafe wegen häuslicher Gewalt entging. Ob die vielen Nebengeräusche im Vorfeld der Partie Einfluss auf die Leistung mancher Bayern-Spieler genommen haben?

"Schwer zu erklären. Es waren viele Geschichten über die Impfungen. Aber damit sind wir davor zurechtgekommen. Mit der Impfung kann ich das nicht verbinden. Natürlich hat man das ein bisschen im Kopf, dass nicht so schöne Geschichten im Hintergrund sind. Hernandez hat ein bisschen gewusst, dass es nicht so schlimm ausfallen wird. Deswegen hat es ihn nicht so sehr belastet", kann Salihamidzic keine klare Antwort geben.

Hofmann: "Die Bayern sind auch nur Menschen"

Umso deutlicher war das Auftreten der Bayern-Kicker nach dem frühen Rückstand. Bereits nach gut 20 Minuten führte Gladbach dank Treffern von Kouadio Kone sowie Doppelpacker Ramy Bensebaini.

"Wenn du nach 20 Minuten 3:0 hinten liegst, dann rattert es schon im Kopf. Die Bayern sind auch nur Menschen. Wir müssen uns auf die Schulter klopfen, dass wir Bayern dazu gebracht haben, an sich zu zweifeln", hält Jonas Hofmann fest.

Ähnlich wie der Gladbach-Mittelfeldspieler sah das Sportdirektor Max Eberl: "Wir haben sie beeindruckt, sie waren ein bisschen ratlos aus welchem Grund auch immer. Wir haben die Bayern an die Wand gedrückt."

Hütter: "Das war historisch!"

Die Saison verlief für die "Fohlen" seit der Amtsübernahme von Adi Hütter an der Seitenlinie bisher nicht nach Wunsch. Nach starken Leistungen kassierten die Borussen immer wieder Rückschläge, aktuell belegen sie in der deutschen Bundesliga nur Rang zwölf. Der Kantersieg über die Bayern soll laut Eberl ab nun "ein Maßstab sein, daran sehen wir, was unsere Mannschaft im Stande zu leisten ist. Das müssen wir jedes Spiel zeigen."

Hütter ist damit nicht nur für die höchste Niederlage der Bayern seit 43 Jahren, sondern auch für die zweite Fünf-Tore-Blamage der Münchner innerhalb von zwei Jahren verantwortlich: Am 2. November 2019 bezwang der Vorarlberger den Rekordmeister mit Eintracht Frankfurt mit 5:1.

"Das war historisch, weil Gladbach es noch nie geschafft hat, Bayern in einem Pokalspiel zu bezwingen. Im Pokal geht es grundsätzlich nur ums Aufsteigen, aber die Art und Weise war besonders", analysiert Hütter die Gladbach-Sternstunde bei "Sky" sachlich.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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