FC Bayern unter Ancelotti "normalsterblich"

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Die Dominanz des FC Bayern in der deutschen Bundesliga ist dahin, zumindest vorübergehend.

Statt des in den vergangenen Jahren unter Pep Guadiola obligatorischen Solos in Richtung Meistertitel findet sich der Rekordmeister unter Carlo Ancelotti derzeit in der Rolle des Jägers von Sensations-Tabellenführer RB Leipzig wieder.

Eine Entwicklung, die sich auch statistisch mit den Daten der Analyse-Methode von "Impect" belegen lässt.

Nicht mehr der Maßstab der Bundesliga

"Der FC Bayern München hat sich den normalsterblichen Mannschaften angenähert", sagt Stefan Reinartz in der "Süddeutschen Zeitung".

Der Ex-Profi ist gemeinsam mit Partnern der Betreiber von Impect und möchte Erfolg im Fußball mit neuen Statistiken wie der Anzahl der überspielten Gegner messbar machen. Die Königsdisziplin ist der Wert der überspielten Verteidiger. Ebenso wichtig: Wie oft werden die eigenen Abwehrspieler vom Kontrahenten überspielt?

In der Vorsaison war der FCB noch in beiden Kategorien die Nummer eins der Liga. In den ersten zwölf Runden der laufenden Spielzeit haben David Alaba und Co. immer noch gute Werte hingelegt, die Konkurrenz hat jedoch mehr als aufgeschlossen.

Oder wie Reinartz es ausdrückt: "Derzeit setzen die Münchner nicht mehr den Maßstab in der Bundesliga, sowohl hinsichtlich der Spielidee als auch der objektiven Daten."

IM SCHNITT ÜBERSPIELTE VERTEIDIGER PRO SPIEL:

2016/17 Rang Verein Anzahl 2015/16 Rang Verein Anzahl
1. Hoffenheim 47 1. FC Bayern 53
. FC Bayern 47 2. Mönchengladbach 52
3. Mönchengladbach 44 3. Dortmund 48
4. RB Leipzig 43

Bei den überspielten gegnerischen Verteidigern - hier geht es um die letzten sechs Gegenspieler inklusive Tormann - müssen sich die Bayern derzeit die Spitzenposition mit 1899 Hoffenheim, einem der zahlreichen Überraschungsteams dieser Saison, teilen.

Noch deutlicher wird die Annäherung an die "Normalsterblichen" jedoch in der Rückwärtsbewegung. Bayerns Verteidiger werden im Schnitt pro Spiel 34 Mal überspielt. Das ist immer noch ein Top-Wert. Nach Platz eins in dieser Kategorie in der Spielzeit 2015/16 reicht es derzeit jedoch nur zum fünften Zwischenrang.

Unter Guardiola war diese Kategorie noch eine Domäne der Bayern gewesen. Zuletzt hat die Balance zwischen Offensive und Defensive gelitten. Der FCB sei laut Reinartz "gruppentaktisch schlechter geworden".

IM SCHNITT PRO SPIEL SELBST ÜBERSPIELT:

2016/17 Rang Verein Anzahl 2015/16 Rang Verein Anzahl
1. Frankfurt 29 1. FC Bayern 35
2. Hertha BSC 31 2. Hertha BSC 37
.
  1. FC Köln
31 3. Dortmund 38
4. RB Leipzig 33
5. FC Bayern 34

Stöger sorgt für Defensivstärke

Wie sehr Packing helfen kann, Ergebnisse und Leistungs-Tendenzen zu erklären, verdeutlicht ein Blick auf die Leader in dieser Kategorie. Frankfurt hat sich unter Niko Kovac zu einer kompakten Einheit weiterentwickelt. Der Defensivverbund der Eintracht wird im Schnitt nur 29 Mal pro Partie überspielt.

Auf dem geteilten zweiten Rang in dieser Wertung folgen mit je 31 überspielten Abwehrkräften pro Begegnung Hertha BSC Berlin und der 1. FC Köln. Die Truppe des österreichischen Trainers Peter Stöger hat wie die Bayern gar erst acht Gegentore hinnehmen müssen.

Die Hertha ist Dritter, Frankfurt Vierter, Köln Fünfter - laut Packing-Daten kein Zufall. Auf Rang sechs folgen die in der Offensive lösungsorientierten Hoffenheimer (siehe Tabelle oben).

Naby Keita überragt

Und Leipzig? Der Sensations-Tabellenführer unter der Anleitung von ÖFB-Trainer-Legionär Ralph Hasenhüttl überzeugt mit Ausgeglichenheit und taucht in beiden Rankings auf dem vierten Platz auf.

Besonders herausragend agiert übrigens ein in Österreich alter Bekannter: Naby Keita. Der frühere Salzburger führt gleich zwei Wertungen ligaweit an - und das souverän. Mit im Schnitt 12 überspielten Verteidigern pro Spiel veweist er Bayern-Star Xabi Alonso und Leverkusens Charles Aranguiz mit jeweils 8 deutlich auf die Plätze.

Durch Balleroberung nimmt Keita indessen im Schnitt 39 Gegner aus dem Spiel. Hier folgen Dominik Kohr vom FC Augsburg (34) und Aranguiz (32) mit Respektabstand auf den Rängen zwei und drei.


Textquelle: © LAOLA1.at

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