Fan-Kritik an Rose: Gladbach reagiert

Fan-Kritik an Rose: Gladbach reagiert Foto: © getty
 

Borussia Mönchengladbach hat turbulente Wochen hinter sich.

Die öffentliche Bekanntgabe des Wechsels von Cheftrainer Marco Rose zu Liga-Konkurrent Borussia Dortmund zu Beginn der kommenden Saison wirbelte nicht nur vor allem bei den Fans viel Staub auf, sondern sorgte vielleicht auch indirekt dafür, dass die Gladbacher in eine handfeste sportliche Krise schlitternden.

Immerhin setzte es für die "Fohlen" bislang in jedem der fünf Pflichtspiele seit der Bekanntgabe des Wechsels eine Niederlage. Die Gladbacher Fans taten ihren Unmut über Roses Entscheidung schon lange vor der sportlichen Krise kund und beleidigten den ehemaligen Salzburg-Trainer u.a. auf unschöne Art und Weise (Mehr dazu >>>).

Während die Fans bereits das vorzeitige Ende der Rose-Ära fordern, wird dem Trainer von Seiten der Geschäftsführung noch der Rücken gedeckt. Da die Unruhe von außerhalb des Vereins jedoch nicht nachlässt, sah sich Sportdirektor Max Eberl dazu gezwungen, sich mit einem offenen Brief direkt an die Fans zu wenden.

Auszüge des offenen Briefs von Gladbach-Sportdirektor Max Eberl:

"Ihr seid weit weg, Ihr dürft nicht in die Stadien und Ihr dürft auch nicht einfach mal zum Training kommen, dort zuschauen, wie die Mannschaft und die Trainer arbeiten und vielleicht auch mal ein paar Worte miteinander wechseln, so wie das bei Borussia immer möglich war."

"Dass Ihr Eure Emotionen dennoch loswerden müsst, das erleben wir in den letzten Tagen und Wochen auf einem anderen Weg als vor Corona. Wir lesen sie in Zeitungsinterviews, in Blogs und auf Bannern, die Ihr am Stadion aufhängt. Ich habe auch Verständnis für die Enttäuschung und die Kritik, die dort geäußert wird."

"Enttäuschung über die Entscheidung unseres Trainers, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln (was ihm aber auf Grund des Vertrages möglich war), Enttäuschung über die Ergebnisse in den letzten Spielen, Kritik an meiner Entscheidung, mit Marco weiterzumachen. Ich verstehe die Emotionen, ich verstehe, dass sie raus müssen. Aber habt auch Verständnis, dass ich nicht jede Form von Kritik verstehe und so manches Wort und manchen Satz nicht angebracht finde und mich darüber geärgert habe."

"Auch ich bin ein emotionaler Mensch, ich glaube, das wisst Ihr und das hat so mancher von Euch schon zu hören bekommen. Bei meiner Aufgabe für Borussia muss ich Emotionen aber zur Seite schieben und meine Entscheidungen auf der Basis von Wissen und Verstand treffen."

Eberl kann Fans "nicht nachvollziehen"

"Gerade in den letzten Wochen sind wir immer wieder mit Gerüchten und unwahren Behauptungen konfrontiert worden, die irgendjemand in die Welt setzt und die über die sozialen Netzwerke und die Medien verbreitet werden. Ich verstehe, dass das die noch mehr schürt, und dennoch muss ich klar unterscheiden zwischen dem, was ist und dem, was die Wahrheit ist."

"Unser Verein steht über allem. Wir entscheiden an dem Tag, an dem Entscheidungen gefällt werden müssen, und nicht aufgrund von zwischenmenschlichen Gefühlen, nicht aufgrund von Rücksichtnahme auf andere, nicht auf Druck von außen und auch nicht aus eigener Eitelkeit heraus."

"Wenn ich lese, dass Fans 'der Stecker gezogen' wurde, weil unser Trainer uns verlässt und sie sich nicht mehr für die laufende Saison interessieren, weil dieser Trainer noch auf unserer Bank sitzt, dann fehlt mir das Gefühl von Zusammenhalt und Kampfgeist für Borussia. Sich einer Situation ergeben und die Segel streichen, das kann ich nicht nachvollziehen."

"Ich trage die Verantwortung und mir geht es nur und ausschließlich um das Wohl und Wehe des Vereins. Dabei muss ich Emotionen beiseite schieben und mit Ratio und Verstand entscheiden. Ich kann verstehen, dass sich nicht jeder mit jeder meiner Entscheidungen identifiziert, aber es geht um Borussia und nicht um Applaus und ich denke schon auf Grund der letzten Jahre, dass das Vertrauen so groß sein sollte, dass man dann trotzdem gemeinsam den Weg weitergeht."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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