Frankfurt: "Haben Arsch aufgerissen bekommen"

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Der FC Bayern München untermauert im Auftaktspiel der deutschen Bundesliga wieder einmal, dass der Titel auch in dieser Saison nur über sie laufen wird.

6:1 wurde Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt am Freitag weggeräumt (Spielbericht >>>). Noch vor der Pause führten die Münchner mit 5:0 - und dabei verpassten die Bayern mit etlichen Aluminium-Treffern eine noch höhere Führung.

"Wenn man hier 6:1 gewinnt, ist das ein Auftakt nach Maß", weiß Thomas Müller bei "SAT1" einen richtig starken Auftritt in die neue Saison hinegelegt zu haben. Ganz anders sieht die Sache natürlich bei Eintracht Frankfurt aus.

"Wir haben uns das sicherlich ganz anders vorgestellt, mit der Euphorie hier besser zu starten", erklärt ein bedrückter Sebastian Rode vor dem "DAZN"-Mikro.

Glasner: "Wollten mit dem Kopf durch die Wand"

Mit der Euphorie des Europa-League-Siegs im Rücken erhofften sich die "Adler" zumindest, mit den Bayern mithalten zu können. Besonders in Durchgang eins wurde jedoch ein Klassenunterschied deutlich.

Zwei frühe Tore spielten den Bayern in die Karten. "So wurde es ein absolutes Debakel", wie Rode weiß.

"Nach den beiden schnellen Toren nach Standardsituationen waren wir zu wild, wollten mit dem Kopf durch die Wand und haben sie permanent ganz hoch attackiert", erklärt Oliver Glasner, was seine Mannschaft falsch gemacht hat. "Wir haben ihnen dann zu viele Räume gegeben, die sie dann mit ihrer Qualität und ihrem Tempo gnandenlos ausgenützt haben."

"Das haben wir uns selber zuzuschreiben, weil wir einfach zu schnell den Anschlusstreffer wollten", so der Österreicher. "Wir wollten nicht so hoch spielen, aber mit den beiden Standardtoren hat das Spiel eine Dyamik bekommen, die wir so nicht wollten."

Rode: "Für uns war es einfach nicht zu verteidigen"

"Für uns war es einfach nicht zu verteidigen, wir hatten kein Mittel. So haben wir dann auch den Arsch aufgerissen bekommen", bringt es Rode direkt auf den Punkt.

Ganz an den Fehlern der eigenen Mannschaft wollte Glasner die Klatsche aber auch nicht festmachen. "Die Bayern haben unglaublich gut gespielt", zollt er dem Gegner Respekt. "Am Ende fehlt eben auch immer wieder ein Schritt."

Dass aber zumindest der Charakter der Eintracht stimmt, zeigten nicht nur die Fans, die trotz des hohen Rückstands weiter Stimmung machten, sondern auch die Spieler, die im zweiten Durchgang immerhin noch den Anschlusstreffer markierten.

Glasner blickt zuversichtlich in die Zukunft

"Die Jungs haben alles versucht, aber man muss neidlos anerkennen, die Bayern waren heute einfach zu gut für uns", sagt Glasner.

Nun geht es für die Eintracht darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen. "Wir werden daraus lernen. Manchmal ist besser, am Anfang einen echten Nackenschlag zu bekommen und danach die Lehren daraus ziehen. Wir werden die Köpfe nicht in den Sand stecken. Wir werden das korrigieren und auch wieder Siege feiern", ist sich Glasner sicher.

Weiter geht es für die Eintracht bereits am Mittwoch, dann steht gegen Real Madrid der UEFA Supercup am Programm.

Nagelsmann streicht Energie der Bayern heraus

Eine etwas längere Verschnaufpause gibt es für den FC Bayern - auch, wenn sie die vielleicht gar nicht nötig hätten.

"Die Energie, die man spürt, ist schon herausragend", erklärt Bayern-Cheftrainer Julian Nagelsmann. "Auch nach dem Spiel, wenn die Spieler mit den Fans feiern - das hatten wir nicht immer, auch letztes Jahr, als wir Spiele gewonnen haben."

"Man merkt, das Miteinander, die Beziehungen stimmen und da ist man schon glücklich als Trainer", hebt Nagelsmann die großartige Stimmung innerhalb der Mannschaft hervor.

Diese wird wohl auch nicht allzu schnell kippen, wenn man weiterhin so einen Offensivfußball zeigt. "Elf Tore ins zwei Spielen geben uns erstmal ein gutes Gefühl", spricht Nagelsmann auch den 5:3-Sieg im Supercup gegen Leipzig an.

Neu formierte Bayern-Offensive macht "Bock"

Dass die Offensive speziell nach dem Abgang von Robert Lewandowski so früh in der Saison in bestechender Form agiert, freut den Trainer. Das neue System - ohne echten Stoßstürmer - scheint zu fruchten.

"Ich habe mich schon länger mit dem eventuellen Weggang von 'Lewy' beschäftigen müssen. Wir haben viel überlegt, was wir machen können. Wir sind sehr variabel vorne. Auch Sadio (Anm. Mane) gibt uns viel, wie er mit den anderen kombiniert. Das ist ekelig zu verteidigen", so der Bayern-Coach.

"Nach vorne war das schon nicht verkehrt. Das hat echt Bock gemacht, auf dem Platz zu stehen", weiß auch Joshua Kimmich, der den Torreigen mit einem Freistoß-Geniestreich eröffnete, was er an der Bayern-Offensive in diesem Jahr hat.

Müller zeigt, es gibt noch Verbesserungsbedarf

Dass aber nicht alles immer nach Plan läuft bei den Bayern zeigt beispielsweise Thomas Müller, der in Halbzeit eins für die Slapstick-Aktion des Tages sorgte, als er den Ball aus kurzer Distanz nur an die Stange des leeren Tores stolperte. Im Anschluss bekam er die Kugel sogar noch auf den Kopf zurückgeschleudert.

"Im Internet wird's wahrscheinlich schon kursieren", nimmt der Routinier die Szene mit Humor. "Schön wäre gewesen, wenn ich den Abpraller mit dem Kopf versenkt hätte, aber da muss man drüberstehen", weiß Müller, dass auch der FC Bayern noch Verbesserungsbedarf hat.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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