Alaba über Bayern-Wirbel: "Ungewohnte Atmosphäre"

 

David Alaba kann in dieser Woche dem Trubel beim FC Bayern München entfliehen und sich auf die wichtigen Nations-League-Aufgaben mit dem Nationalteam konzentrieren.

"Aber auch wenn wir in München sind, ist es so, dass wir uns intern in der Mannschaft nicht unbedingt die Riesen-Gedanken darüber machen", erklärt der Wiener und hält die Schlagzeilen der jüngeren Vergangenheit für übertrieben:

"Uns ist bewusst, dass aus kleinen Dingen gleich große Dinge gemacht werden. Über jede Kleinigkeit wird groß berichtet. Es ist sicherlich eine etwas ungewohnte Atmosphäre bei uns in München, eine ungewohnte Situation."

Mit seinen inzwischen 26 Jahren bringen die aktuellen Turbulenzen Alaba jedoch nicht aus der Ruhe: "Ich bin jetzt auch schon seit zehn Jahren in München. Uns ist bewusst, dass die Erwartungen sehr hoch sind und dass es immer wieder Wirbel gibt."

Alaba bewertet legendäre PK positiv

Der Wirbel begründet sich in erster Linie mit der sportlichen Situation. Nach der 2:3-Niederlage im Showdown mit Tabellenführer Borussia Dortmund rangieren die Bayern mit sieben Punkten Rückstand nur auf dem fünften Tabellenplatz.

Angesichts dieser ungewohnten Situation des Rekordmeisters geht es drumherum rund - egal ob dies die Suche nach dem kaderinternen Maulwurf ist, die Folgen der unglücklichen PK der Bayern-Bosse oder ein Spielerfrauen-Seitenhieb auf Trainer Niko Kovac.

Hier handelt es sich wohl teilweise um die von Alaba erwähnten Kleinigkeiten, die aufgebauscht werden. Besagte Pressekonferenz von Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge bewertet er aus Spieler-Sicht indes positiv:

"Uns Spielern war wichtig, dass der Vorstand gezeigt hat, dass er hinter uns steht. Das hat uns gut getan und das wollen wir natürlich auch zurückzahlen."

Warten auf den Sturz des Serienmeisters

Letztlich ist es aber wohl der Umstand, dass der Serienmeister nach sechs Titeln in Serie diesmal nicht bereits im Herbst enteilt ist, der zusätzliche Würze ins Bundesliga-Geschehen bringt.

"Ich glaube, dass die Öffentlichkeit nach sechs Jahren darauf gewartet hat, dass wir in so einer Situation sind."

David Alaba

"Ich glaube, dass die Öffentlichkeit nach sechs Jahren darauf gewartet hat, dass wir in so einer Situation sind", vermutet auch Alaba, der darauf hinweist, dass die Bayern in den fünf Pflichtspielen vor der Niederlage in Dortmund vier Siege und ein Unentschieden eingefahren hätten.

In der Mannschaft würde man natürlich mitbekommen, was los ist: "Uns ist auch bewusst, dass wir einen etwas anderen Fußball von uns gewohnt sind. Die Erwartungen und der Anspruch bei uns intern sind sehr, sehr hoch. Aber wir lassen uns jetzt nicht gleich alles schlechtreden. Wir wissen, was wir können."

Dies habe man speziell zu Saisonbeginn unter Beweis gestellt und auch in Dortmund phasenweise demonstriert: "Speziell in der ersten Halbzeit haben wir gezeigt, was für eine Mannschaft wir sind. Dass es dann so ausgegangen ist, ist natürlich sehr bitter, aber man merkt einfach, wie wir arbeiten und wieder in jene Spur finden wollen, die wir selbst von uns gewohnt sind."

Bereits mittendrin im Umbruch

Vom Gerede wolle man sich nicht ablenken lassen. Dabei würde es helfen, dass die Mannschaft eine gewisse Routine besitzt:

"Wir haben einfach erfahrene Spieler in unseren Reihen. Wir waren schon in ähnlichen Situationen. Wie gesagt: In München versucht man immer, ein bisschen einen Wirbel zu machen. Aber wir legen den Fokus auf das Wesentliche und das ist unser Fußballspiel."

Erfahrung kann in dieser Situation helfen, wurde zuletzt jedoch zu einem der Kritikpunkte - vor allem verglichen mit der "jungen, wilden" Mannschaft des BVB sahen die Bayern zuletzt ein wenig alt aus.

"Wir intern stehen voll und ganz zu Kovac. Ich glaube, dass er sehr gut und positiv damit umgeht. Man merkt, dass er sich von dem ganzen Drumherum nicht unbedingt ablenken lässt. Er versucht weiterhin seine Arbeit durchzuziehen. Das merken wir Spieler und das ist sehr positiv."

Präsident Hoeneß kündigte am Wochenende an, dass das Gesicht der Bayern-Mannschaft im Sommer ziemlich verändert werde. Laut Alaba befinde sich der Kader bereits im Umbruch:

"Ich glaube, dass wir irgendwo schon mittendrin sind, wenn man sich unsere Mannschaft ansieht. Vor seiner Verletzung ist Kingsley Coman immer mehr in die Mannschaft gekommen, auch Corentin Tolisso. Wir haben weitere jüngere Spieler in unseren Reihen wie Joshua Kimmich, Niklas Süle oder durch die Transfers von Leon Goretzka und Serge Gnabry."

Kovac lässt sich nicht ablenken

Sportlicher Leiter dieses Umbruchs ist Kovac, der bereits im ersten Halbjahr seiner Amtszeit mit gravierenden Problemen konfrontiert ist. Alaba findet jedoch nur lobende Worte für den Coach:

"Wir intern stehen voll und ganz zu ihm. Ich glaube, dass er sehr gut und positiv damit umgeht. Man merkt, dass er sich von dem ganzen Drumherum nicht unbedingt ablenken lässt. Er versucht weiterhin seine Arbeit durchzuziehen. Das merken wir Spieler und das ist sehr positiv."

Alles in allem ist der ÖFB-Star zuversichtlich, dass sich die Bayern bald wieder in einer gewohnten Situation befinden werden: "Ich bin mir sicher, dass wir wieder in die Spur finden und das Ganze anders aussehen wird. Die anderen Mannschaften machen es im Moment sehr gut, aber es ist noch eine lange Saison bis zum Sommer. Natürlich ist es weiterhin unser Ziel, ganz oben zu stehen. Aber im Moment ist das nicht unbedingt das Thema. Jetzt wollen wir einfach von Spiel zu Spiel gehen und diese Spiele erfolgreich bestreiten. Das ist das Ziel."

Textquelle: © LAOLA1.at

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