Das irre Red-Bull-Trainerkarussell

Das irre Red-Bull-Trainerkarussell
 

An Deutschlands Seitenlinien geht es rund!

Ein durch den Wechsel von Marco Rose zu Borussia Dortmund losgetretenes Trainerkarussell dreht sich immer rasanter und zieht immer mehr Personalien in seine Sogwirkung.

Mittendrin statt nur dabei: Österreichische Trainer sowie österreichische Klubs. Adi Hütter, Oliver Glasner, Peter Stöger und RBS-Coach Jesse Marsch - alle diese Namen mit rot-weiß-rotem Bezug geistern seit Wochen durch die deutschen Medien.

Während Hütters Wechsel nach Gladbach mittlerweile vollzogen ist, soll ausgerechnet Oliver Glasner ein Kandidat auf dessen Nachfolge bei Eintracht Frankfurt sein. Glasner wird gleichzeitig auch mit Red Bull Salzburg in Verbindung gebracht. Dort soll nämlich Marsch am Absprung nach Leipzig stehen, falls Julian Nagelsmann Hansi Flick bei den Bayern beerbt.

Kurzum: Das deutsche Trainerkarrussel, das im Speziellen die Klubs des Red-Bull-Imperiums betrifft, hat längst unüberschaubare Ausmaße angenommen, ständig kommen neue Gerüchte dazu. LAOLA1 verschafft einen Überblick:

Hansi Flick (aktuell: Bayern München/Gerüchte um: DFB-Team, Juventus Turin)

Foto: © getty

Jener Mann der die aktuelle Gerüchtewelle, die vor allem Richtung Red-Bull-Klubs schwappt, ausgelöst hat, heißt Hansi Flick. Der 56-Jährige gewann mit den Bayern in kürzester Zeit alles, was es zu gewinnen gibt, und warf vergangene Woche dennoch das Handtuch. Unüberbrückbare Differenzen mit der Klubführung und insbesondere Sportvorstand Hasan Salihamidzic sollen der Grund gewesen sein.

Man munkelt allerdings auch, dass Flick auf den Posten des DFB-Teamchefs spitzt, der im Sommer erstmals seit 15 Jahren vakant sein wird. Der langjährige Co des scheidenden Teamchefs Jogi Löw brachte sich bereits selbst ins Gespräch beim DFB und gilt laut deutschen Medien und Experten als heißester Kandidat auf den Posten des Bundestrainers.

Der Haken: Der DFB möchte keine Ablöse zahlen, die Bayern sind nicht gewillt, ihren bis 2023 an den Verein gebundenen Coach gratis ziehen zu lassen - vor allem im Angesicht der Tatsache, dass für den möglichen Nachfolger eine unfassbar hohe Summe locker gemacht werden müsste, aber dazu später mehr. Deshalb wurden unter der Woche Gerüchte laut, Flick würde bei Juventus Turin sowie bei diversen Premier-League-Klubs hoch im Kurs stehen.

Prognose: Die Tendenz deutet klar auf einen neuen Bundestrainer Hansi Flick hin, einzig finanzielle Hürden müssen noch beseitigt werden.

Julian Nagelsmann (aktuell: RB Leipzig/Gerüchte um: Bayern München)

Foto: © getty

Wird Julian Nagelsmann zum teuersten Trainer aller Zeiten? 25 bis 30 Millionen Euro - so viel soll RB Leipzig für das Wunderkind unter den Trainern fordern. Der erst 33-Jährige soll der absolute Wunschkandidat beim FC Bayern München sein und Flick ab Sommer beerben. Am Sonntag wurde bekannt, dass die Bayern die Gespräche aufgenommen und RB Leipzig erstmals kontaktiert hatten.

Nagelsmann erlebte einen rasanten Aufstieg. Erst 2016 stand er erstmals an der Seitenlinie eines Bundesliga-Klubs. Das Taktikgenie, das niemals einen Fuß in den Profifußball setzte, coachte sich über die TSG Hoffenheim zu RB Leipzig und hob die "Roten Bullen" auf eine neue Stufe. Auf Anhieb erreichte er mit dem Team rund um Marcel Sabitzer und Co. das Halbfinale der Champions League, in der aktuellen Meisterschaft machte er die Ostdeutschen zum ersten Bayern-Jäger, der den Rekordmeister aber auch in diesem Jahr nicht entthronen kann.

Mit Leipzig dürfte Nagelsmann nun allerdings am Plafond angelangt sein, in Deutschland gibt es nur mehr eine Stufe drüber: Den FC Bayern. Den Münchner Verantwortlichen muss es vor allem gelingen, den Fans zu verklickern, dass es eine gute Idee ist, den aktuellen Erfolgscoach gratis ziehen zu lassen und dessen Nachfolger um 25 Millionen Euro verpflichten. Kein angenehmer Rucksack für Nagelsmann, sollte sein Wechsel an die Isar Realität werden.

Prognose: Nagelsmann wird zu den Bayern gehen. Diese Konstellation ist zu aufgelegt, um nicht über die Bühne zu gehen.

(Text wird unter VIDEO fortgesetzt)

Jesse Marsch (aktuell: Red Bull Salzburg/Gerüchte um: RB Leipzig, Bayer Leverkusen)

Foto: © GEPA

Nun sind wir erstmals in Österreich angekommen, nämlich bei Liga-Krösus Red Bull Salzburg. Noch nie blieb ein "Bullen"-Trainer seit der Übernahme 2005 länger als zwei Jahre beim Verein, im letzten Jahrzehnt wurden die Übungsleiter zumeist aus ihren Verträgen herausgekauft. Aktuell spricht vieles dafür, dass Marsch wie seine Vorgänger Roger Schmidt, Adi Hütter oder Marco Rose dem Ruf aus Deutschland folgt und in der deutschen Bundesliga anheuern wird.

Während zunächst Gerüchte rund um Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach oder zuletzt auch Bayer Leverkusen laut wurden, ist aufgrund der aktuellen Entwicklungen eine Rückkehr von Marsch nach Leipzig am wahrscheinlichsten. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der US-Amerikaner vor wenigen Tagen selbst ins Gespräch bei Leipzig brachte: "Wenn ich die Möglichkeit als Trainer in Leipzig haben kann, dann ist es eine super Idee für mich."

Marsch hat die Red-Bull-Spielidee verinnerlicht, war schon bei den "Bullen" in New York und lernte vom Begründer des aktuellen Spielstils der "Bullen"-Mannschaften persönlich: Ralf Rangnick. Seine ersten Schritte in Europa machte der charismatische 47-Jährige als Rangnicks Co-Trainer bei Leipzig, ehe er zu Salzburg wechselte. In der Mozartstadt steht Marsch unmittelbar vor dem zweiten Meisterschaftsgewinn, in der Champions League stellte er sein Team in zwölf Spielen so ein, dass es jedes Mal gegen absolute Weltklasse-Mannschaften mithalten konnte. Was aktuell noch gegen einen Abgang von Marsch spricht: Er besitzt einen Vertrag bis 2023 in Salzburg - ohne Ausstiegsklausel, zudem soll sich seine Familie in Österreich äußerst wohlfühlen.

Prognose: Aktuell lässt sich nur schwer prognostizieren, welchen Schritt Marsch im Sommer machen wird. Bei einem Nagelsmann-Abgang wäre er aber die mit Abstand naheliegendste Lösung für RB Leipzig.

Oliver Glasner (aktuell: VfL Wolfsburg/Gerüchte um: Red Bull Salzburg, Eintracht Frankfurt)

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Nachfolge-Kandidat Nummer eins in Salzburg: Oliver Glasner. Dies kommt durchaus überraschend, wenn man sich die Vita des 46-Jährigen ansieht. Glasner machte erst vor gut zwei Jahren den Schritt weg aus Österreich. 2019 wechselte er vom LASK, den er zuvor zu einem Bundesliga-Topklub entwickelte, zum VfL Wolfsburg und überzeugt in der Golf-Stadt bisher auf ganzer Linie. Nachdem Glasner die "Wölfe" in der ersten Bundesliga-Saison immerhin auf Rang sieben führen konnte und die Europa League aufmischte, liegt der VfL in dieser Saison auf Champions-League-Kurs.

Doch Glasner selbst soll sich verändern wollen, was unter anderem an Sportdirektor Jörg Schmadtke liegen soll. Bereits im November des Vorjahres krachten die beiden öffentlich aneinander, es konnte sich allerdings wieder zusammengerauft werden. Schmadtke ging zuletzt von einem Verbleib Glasners aus, das Verhältnis der beiden gilt allerdings weiterhin als äußerst unterkühlt. Zudem macht Glasner die Trennung von seiner in Österreich verweilenden Familie, die durch die anhaltende Corona-Pandemie nochmals erschwert wird, zu schaffen.

Eine Rückkehr nach Salzburg und damit zu seinen Liebsten würde sich für Glasner also anbieten, vor allem, da er einiges vom Red-Bull-Fußball versteht. Seit seinem vorzeitigen Karriereende nach einer Gehirnblutung war der Rieder Ehrenkapitän in Salzburg engagiert, unter anderem als Co-Trainer von Roger Schmidt. Immer wieder wurden Gerüchte um eine Rückkehr Glasners in die Mozartstadt laut, nun könnten sie Realität werden. Allerdings soll auch Eintracht Frankfurt die Fühler nach Glasner ausgestreckt haben, nachdem die Hessen noch immer keinen Nachfolger für Adi Hütter vorstellen konnten. Und selbst bei den Bayern soll man Glasners Entwicklung genau beobachten.

Prognose: Aufgrund der besonderen Umstände der aktuellen Zeit wäre eine Rückkehr Glasners nach Salzburg tatsächlich äußerst naheliegend - ein Marsch-Abgang vorausgesetzt.

Gerhard Struber (aktuell: New York Red Bulls/Gerüchte um: Red Bull Salzburg)

Foto: © GEPA

Ein naheliegender Nachfolgekandidat für Jesse Marsch wäre auch Gerhard Struber. Der gebürtige Salzburger werkelte zwölf Jahre in verschiedenen Funktionen bei den Salzburgern und legte seit seinem Abgang vom FC Liefering zum Wolfsberger AC einen steilen Aufstieg hin. Mit dem WAC rockte der Kuchler die Europa League, verabschiedete sich nach etwas mehr als vier Monaten allerdings schon wieder aus dem Lavanttal, um beim FC Barnsley anzuheuern.

Bei den "Tykes" wendete er den Abstieg aus der Championship spektakulär ab und wurde zum Publikums-Liebling im Norden Englands. Aber auch in Barnsley hielt es Struber nicht lange, im Oktober des Vorjahres folgte er dem Ruf des Big Apple. Aufgrund seiner noch immer glänzenden Red-Bull-Connections wurde Struber von den New York Red Bulls ins Auge gefasst und um zwei Millionen Euro verpflichtet. Nach langem Warten auf ein Visum durfte Struber im November 2020 endlich in New York einreisen, scheiterte allerdings gleich bei seinem Debüt in der ersten Play-off-Runde der Major League Soccer.

Recht wahrscheinlich wirkt es momentan nicht, dass Struber schon nach wenigen Monaten und kaum absolvierten Spielen New York wieder den Rücken kehren würde. Allerdings ist der 44-Jährige stark mit dem FC Red Bull Salzburg verwurzelt, auch er hat die Spielidee jahrelang inhaliert. Sollte Christoph Freund tatsächlich bei Struber anrufen und ihm den Trainerposten in Salzburg anbieten, wird dieser nur schwer ablehnen können. Er wäre nach Marsch der zweite Trainer, der über die Red Bull New Yorks den Sprung in die Mozartstadt schafft.

Prognose: Struber wird in diesem Sommer wohl eher kein Kandidat in Salzburg werden, dafür müsste zu viel zusammenpassen.

Roger Schmidt, Erik ten Hag und Co.

Weniger konkrete Gerüchte gibt es um den aktuellen PSV-Eindhoven- und ehemaligen Salzburger Coach Roger Schmidt. Der 54-jährige Pressingspezialist soll unter anderem bei RB Leipzig, Wolfsburg, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC ein Thema sein. Ähnlich begehrt ist Ajax-Trainer Erik ten Hag, der vor allem beim FC Bayern, wo er von 2013 bis 2015 die Amateure betreute, hoch gehandelt wird. Zudem wird der Holländer mit Eintracht Frankfurt, RB Leipzig und Bayer Leverkusen in Verbindung gebracht.

Leipzig soll zudem den Stuttgarter Erfolgstrainer Pellegrino Matarazzo am Radar haben, bei Wolfsburg soll der aktuell vereinslose Mark van Bommel bei einem Glasner-Abgang große Priorität genießen. Auch Young-Boys-Bern-Meistermacher Gerardo Seoane findet sich immer wieder in der Gerüchteküche wieder, er soll bei Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen eine Rolle spielen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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