Leverkusen? Dragovic: "Das hat mich gekränkt"

Leverkusen? Dragovic: Foto: © GEPA
 

Aleksandar Dragovic hat sich einen Kindheitstraum erfüllt.

Mit seinem Sommer-Transfer zu Roter Stern Belgrad hat der 30-jährige ÖFB-Teamspieler dem europäischen Spitzenfußball für seinen Lieblingsklub und regelmäßiger Einsatzzeit den Rücken gekehrt. "Es haben mir schon viele Leute gesagt, dass sie den Wechsel nicht verstehen. Mir war es aber am wichtigsten, endlich wieder glücklich zu sein", vermeldet Dragovic im Gespräch mit "Goal".

Die Liebe zum Kult-Verein kam durch seinen Opa. In der serbischen Hauptstadt etablierte sich Dragovic prompt in der Startformation. Eine Situation, die er in den letzten Jahren glücklos herbeisehnte. Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Bayer 04 Leverkusen konnte sich der 96-fache Teamspieler trotz 106 Einsätze nur bedingt einleben.

"Es gibt mir nichts, wie bei Leverkusen bei einem super Verein in einer super Liga zu spielen, aber nicht wertgeschätzt zu werden. Im ersten Jahr habe ich Fehler gemacht. Aber wer macht keine Fehler? Dann war ich für eine Saison per Leihe bei Leicester. Nach meiner Rückkehr kann ich mir nichts vorwerfen. Wenn ich gespielt habe, habe ich immer meine Leistung gebracht", blickt "Drago" wehmütig in den Rückspiegel.

"Trainer haben mich warmgehalten"

"Es war für mich nicht nachvollziehbar, dass die Trainer meine Hilfe nur dann wollten, wenn Not am Mann war. Das hat mich gekränkt. Ich habe aber trotzdem immer Vollgas gegeben und mich nie beklagt, weil ich keine schlechte Stimmung in die Mannschaft bringen wollte. Die ganze Situation war psychisch sehr schwer für mich."

Gleich sechs Coaches erlebte Dragovic in seinen vier Jahren - abzüglich dem Leihjahr bei Leicester - in Leverkusen. Gesetzt war er weder bei Tayfun Korkut, noch bei Roger Schmidt, Heiko Herrlich und Peter Bosz. Obwohl er stets Lob erhielt und "die Zeit für regelmäßige Startelf-Einsätze noch kommen wird", haben ihn die Trainer laut eigener Auskunft "nur warmgehalten."

Ein frühzeitiger Abgang spielte für Dragovic zwar eine Rolle, etliche Faktoren schoben potenziellen Transfers aber einen Riegel vor. "Das ist nicht so einfach. Gerade seit Corona ist es schwer, einen Verein zu finden, bei dem es finanziell passt und wo man Aussicht auf einen Stammplatz hat. (...) Mit den Verantwortlichen von Roter Stern bin ich seit einem Jahr in Kontakt. Sie haben sich immer wieder bei mir gemeldet und ich bin froh, dass es im Sommer geklappt hat."

In Serbien kann Dragovic endlich wieder lachen. "Vielleicht gibt mir der Schritt zurück nach Belgrad auch die Chance, später zwei nach vorne zu gehen."


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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