Von einer Lehrstunde sprach Trainer Lucien Favre nach dem erschreckend schwachen Auftritt seiner Borussia im Gipfeltreffen gegen Bayern München. Sein Kapitän Marco Reus wurde sogar noch deutlicher: „Wir haben katastrophal gespielt.” Recht haben wohl beide. Denn der BVB, als Tabellenführer nach München gereist, präsentierte sich am vergangenen Samstag alles andere als meisterlich. Ohne Ideen und Zug zum Tor in der Offensive, völlig verunsichert und immer mindestens einen Schritt zu spät in der Verteidigung – so machten es die Dortmunder dem wiedererstarkten Serienmeister viel zu einfach.

Den erst am vergangenen Spieltag gegen Wolfsburg zurückeroberten Platz eins mussten Reus und Co. somit direkt wieder abgeben. Und vergleicht man die Auftritte des BVB mit denen der Bayern in den letzten Wochen, gibt es wenig Grund zur Hoffnung für die Fans der Schwarz-Gelben, dass sich ihr noch einmal an den Bayern vorbeikämpft. Abschreiben sollte man Dortmund trotzdem nicht. Denn obwohl auf dem Platz am vergangenen Samstag scheinbar Welten zwischen beiden Teams lagen – in der Tabelle ist es lediglich ein einziger Punkt.

Zurück zum Tagesgeschäft

Genau das muss Trainer Lucien Favre nun in die Köpfe seiner Spieler bekommen. Gefragt sind aber auch Führungsspieler wie Marco Reus und Axel Witsel, die als die mit Abstand erfahrensten Profis im jungen Dortmunder Team vorangehen müssen. Aufbau-Arbeit gilt es dabei unter anderem bei Dan-Axel Zagadou zu leisten. Bis Samstag spielte der gerade einmal 19-jährige Hüne in der Innenverteidigung eine starke Saison und passt mit seiner Mischung aus Athletik, Wucht, Torgefährlichkeit und Technik perfekt ins Anforderungsprofil. Gegen entfesselt aufspielende Bayern erwischte Frankreichs Junioren-Nationalspieler jedoch einen rabenschwarzen Tag und leistete sich vor dem 0:2 einen verheerenden Fehler im Aufbauspiel. Gut möglich, dass Zagadou am kommenden Samstag eine Pause erhält.

Gegen Mainz 05 geht es für den BVB nun darum, rechtzeitig wieder in die Spur zu finden. Dann wohl auch wieder mit Mario Götze, der gegen die Bayern überraschend nur auf der Bank saß. Eine Entscheidung, für die sich Favre Kritik anhören musste. Er verzichtete zugunsten schnellerer Spieler auf Götze, doch der ballsichere Regisseur fehlte merklich sowohl als Anspielstation wie auch als Ballverteiler. Diese Rolle wird er gegen wohl auf Gegenangriffe lauernde Mainzer wieder einnehmen müssen. Gewarnt ist der BVB vor den Rheinhessen allemal: Mit dem furiosen 5:0 im Rücken reist der FSV mit viel Selbstvertrauen an. Zwölf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz bedeuten für das Team von Sandro Schwarz zudem ein komfortables Polster, mit dem es sich befreit aufspielen lässt.

Bayern bei den Buchmachern klar vorne

Doch selbst wenn der BVB in der verbleibenden sechs Partien an die Form der Hinrunde anknüpfen kann, muss man nach der Niederlage im Spitzenspiel nun wieder auf mindestens einen Patzer der Bayern hoffen. Dass dieser kommt, halten auch die Buchmacher wohl für äußerst unwahrscheinlich. Beim Anbieter Interwetten ist die Quote der Bayern in der Langzeit-Meisterwette nach Samstag auf 1,2 gefallen. Dortmund hingegen gilt mit einer Quote von 4,5 als klarer Außenseiter.

Mit einem Augenzwinkern gibt Interwetten allerdings einen Hinweis, wie es mit einer riskanten Meisterwette auf den BVB doch noch klappen könnte: Die Auswertung der bislang abgegeben Wetten nach Sternzeichen zeigt, dass Schützen in der Saison 2018/2019 bislang besonders oft richtig lagen: Ganze 57 Prozent ihrer Wetten gingen auf. Vielleicht lohnt sich zumindest für Schützen also doch der Tipp auf den neuen, alten Außenseiter Borussia Dortmund.

Kommentare