ÖFB? "Kein Kontakt seit Monaten"

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"Kaum mehr Chancen, auf EURO-Zug aufzuspringen“

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Es läuft!

Seit fast einem Jahr steht Guido Burgstaller beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag.

Schon jetzt kann man sagen: Er hat nach seiner sechsmonatigen Leidenszeit in Cardiff mit seinem Wechsel in die zweiten deutsche Liga (fast) alles richtig gemacht.

Nach seiner Unterschrift beim „Club“ am 30. Jänner 2015 war der Kärntner sofort Stammspieler und erzielte in seiner vierten Partie seinen Premierentreffer. Fünf weitere Male durfte der Ex-Rapidler in Folge noch bis Saisonende jubeln.

Mit seinem österreichischen Schmäh, den Leistungen am Platz und der Art und Weise, wie sich der Kärntner am Feld präsentiert, spielte er sich in kürzester Zeit in die Herzen der Fans. Prompt wählten sie Burgstaller zum „Spieler der Saison“..

In der aktuellen Spielzeit läuft es für ihn persönlich sogar noch besser. Sieben Tore und vier Assists stehen nach 15 absolvierten Partien auf dem Konto, womit er gemeinsam mit Bochums Simon Terodde den zweiten Platz der Scorerwertung, die von Freiburgs Nils Petersen (15 Tore/3 Assists) angeführt wird, belegt.

Sein letztes Tor, etwas ganz besonderes. Mit einem satten Rechtschuss fixierte der Flügelspieler am vorletzten Spieltag den 2:1-Heimerfolg gegen Eintracht Braunschweig in der 84. Minute.

„Gänsehaut pur“

Damit beendete der Villacher die sechs Spiele andauernde sieglose Serie der Nürnberger. Die Momente unmittelbar nachdem der Ball im Netz zappelte und nach Spielende werden für den eher bescheiden wirkenden Burgstaller unvergesslich bleiben, wie er im Gespräch mit LAOLA1 emotional berichtet:

„Das war Gänsehaut pur. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn die Fans deinen Namen schreien oder ein Lied über dich anstimmen.“

Es war gleichzeitig sein erster Treffer in neuer Rolle. Denn seit Anfang November gibt Burgstaller neben Niclas Füllkrug die zweite Sturmspitze.

„Wir haben zuletzt mit zwei Stürmern gespielt, das hat eigentlich gepasst. Es waren gute Leistungen dabei, nur die Ergebnisse sind ausgeblieben. Wir waren meistens die klar bessere Mannschaft, haben aber leider selten drei Punkte geholt. Dennoch ist der Trainer seinem System treu geblieben“, erklärt der 89er-Jahrgang, der jedoch gleichzeitig zugibt, dass „ich mich links am Flügel am wohlsten fühle. Auf dieser Position habe ich schon bei Rapid meine besten Leistungen geboten.“

Gründe für persönlichen Erfolgslauf

Aufgrund einer Gelben Karte fehlte der ehemalige ÖFB-Nachwuchsspieler am vergangenen Sonntag beim überraschend klaren 4:0-Auswärtssieg beim Tabellendritten FC St. Pauli. Doch die verpasste Begegnung schmälert sein aktuelles Glücksgefühl in keinster Weise:

„Ich bin hier sehr, sehr glücklich. Es kann nicht besser für mich laufen. Nürnberg taugt mir einfach, meiner Freundin gefällt es hier auch. Es passt alles zusammen.“

Warum es wie am Schnürchen läuft, hat mehrere, aber einfache Gründe: „Ich habe mich schnell wohl gefühlt und schnell in die Mannschaft eingefunden. Es gab überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten. Das Einzige, wo ich ein bisschen Zeit gebraucht habe, war im Krafttanken, da ich keinen Spielrhythmus hatte. Nach ein paar Partien waren die Defizite beseitigt. Außerdem hat sich das ganze Umfeld sehr um mich bemüht. Das hat mir nach den vielen Negativerlebnissen in Cardiff viel Selbstvertrauen gegeben.“

Apropos Cardiff. Selbst diese verlorene Zeit hat zur Leistungs-Explosion in Nürnberg beigetragen. „Ich habe mich einfach sehr darauf gefreut, wieder Fußball spielen zu dürfen. Ich habe ja die andere Seite des Geschäfts kennengelernt. Ich schätze jetzt meine Situation viel mehr, als vorher. Ich habe es am eigenen Leib miterlebt, wie schnell es gehen kann, als ich nicht mehr zum Zug gekommen bin, sondern aus welchen Gründen auch immer auf der Tribüne sitzen musste“, erinnert sich Burgstaller zurück, ohne auf nähere Details einzugehen.

Braucht er auch gar nicht.

"Er ist schon sehr weit und ein kluger Bursche. Wenn er weiterhin so Gas gibt, kann er es ganz weit bringen. Er wird ein richtig Guter. Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis er in der Bundesliga spielen und im A-Nationalteam auflaufen wird."

Burgstaller über Schöpf

Aufstieg im Hinterkopf

Sein Fokus liegt voll auf Nürnberg. Nach dem erst zweiten Auswärtssieg in dieser Saison beträgt der Rückstand auf einen Relegationsplatz nur mehr zwei Punkte, acht Zähler fehlen an die Spitze.

Der ÖFB-Legionär macht kein Hehl daraus, dass der Aufstieg thematisiert wird. „Klar hat man das im Hinterkopf. Jeder Spieler hat Ziele – die muss man sich auch stecken. Es ist ein sehr harter Weg, um rauf zu kommen. Die Tabelle ist sehr eng. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen.“

Speziell ein Klub wie der 1. FC Nürnberg sei aber für die Bundesliga konzipiert. Deswegen versteht Burgstaller das große Verlangen der Fans nach einer Rückkehr ins Oberhaus.

„Wenn die Erwartungshaltung in Nürnberg nicht der Aufstieg wäre, würde etwas falsch laufen. Das ist ein Riesen-Klub mit einem riesigen Umfeld: Super Stadion, super Fans, super Trainingsgelände. Hier ist alles für die Bundesliga gemacht. Deswegen ist es ganz klar, dass die Leute aufsteigen wollen. Wir, die Spieler, der ganze Verein will das auch. Aber das kann man nicht planen. Wir geben unser Bestes.“

Ein gefragter Mann

Und Burgstaller soll dabei mithelfen. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass Nürnbergs Nummer neun möglichweise im Winter verkauft werden soll. Der eine oder andere Bundesligist – allen voran Hannover 96 – soll seine Fühler bereits ausgestreckt haben.

„Mein Ziel war und ist die Bundesliga. Dafür arbeite ich sehr hart. Ich will unbedingt einmal ganz oben spielen. Es wäre natürlich am schönsten, wenn ich das mit dem Club mache“, kommentiert der 1,87m große Kicker die Gerüchte und verrät, dass „alle Anfragen über meinen Manager laufen. Mit mir hat noch niemand gesprochen.“

Ähnliches Begehren erweckt zurzeit auch Teamkollege Alessandro Schöpf. Hinter dem U21-Teamspieler sollen ebenfalls einige Vereine her sein. Laut Burgstaller keine Wunder: „Schöpfi ist ein super Spieler. Er ist schon sehr weit und ein kluger Bursche. Wenn er weiterhin so Gas gibt, kann er es ganz weit bringen. Er wird ein richtig Guter. Es ist auch nur eine Frage der Zeit, bis er in der Bundesliga spielen und im A-Nationalteam auflaufen wird.“

"Ich weiß, dass es ganz schwer wird und fast keine Chance mehr besteht, auf den EURO-Zug aufzuspringen."

Guido Burgstaller

Letzter Kontakt mit Koller im Frühjahr

Beim Thema ÖFB-Team wird Burgstaller jedoch ernst. Trotz konstant guter Leistungen hat sich Teamchef Marcel Koller nur ein einziges Mal bei ihm in diesem Jahr gemeldet. „Es hat im Frühjahr Kontakt gegeben, da haben wir telefoniert. Seitdem gab es aber nichts mehr.“

Spätestens seit der letzten Kaderbekanntgabe Anfang November, wo sein Name erneut fehlte, ist ihm bewusst, dass die EURO im kommenden Jahr wohl ohne seiner Person über die Bühne gehen wird.

„Ich war enttäuscht, als ich nach den verletzungsbedingten Absagen von Zlatko und Martin (Junuzovic und Harnik, Anm.) nicht berücksichtig wurde. Ich habe schon ein bisschen gehofft, dass ich da reinrutsche. Ich spiele ja eine ähnliche Position. Leider hat sich der Teamchef für andere Spieler entscheiden und das muss ich akzeptieren. Ich weiß, dass es ganz schwer wird und fast keine Chance mehr besteht, auf den EURO-Zug aufzuspringen. Da muss man realistisch sein.“

Ob sich Koller mit seinem Landsmann und Nürnberg-Coach Rene Weiler über ihn ausgetauscht hat, weiß er nicht. Es spielt für Burgstaller aber auch keine Rolle:

„Keine Ahnung. Der Trainer hat mit mir nicht darüber gesprochen. Außerdem kennt mich ja der Teamchef. Er weiß, was er bekommt, wenn er mich holt. Das ist seine Entscheidung.“

 

Martin Wechtl

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