Szoboszlai & Leitgeb: Salzburgs neue & alte Helden

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Sie waren die unwahrscheinlichen Matchwinner beim 3:1-Erfolg (Spielbericht) des FC Salzburg über den SSC Napoli: Dominik Szoboszlai und Christoph Leitgeb.

Zum einen der 18-jährige Ungar, der sein Europacup-Debüt mit Bravour meisterte und nicht nur mit einem Assist aufzeigte.

Zum anderen der 33-jährige Routinier, der sein wohl letztes Spiel auf dieser Bühne mit einem rar gesäten Treffer vergoldete.

Szoboszlai: "Bin fast nie nervös"

Von Szoboszlai wurde schon seit längerer Zeit der Durchbruch erwartet. Das Mittelfeld-Juwel zerlegt seit Jahren Österreichs zweite Spielklasse mit dem FC Liefering, nicht umsonst sollen ihn Top-Klubs wie Juventus Turin oder die Bayern ganz oben am Zettel haben.

Aufgrund des hohen Konkurrenzkampfs im Salzburger Mittelfeld, aber auch Kleinigkeiten abseits des Platzes blieb dem Magyaren, der 2017 von MOL Vidi in die Salzburger Akademie wechselte, dieser bisher verwehrt.

Ob Szoboszlai vor seinem Debüt nervös war? "Ich bin fast nie nervös. Mir gibt das Energie, wenn ich vor 30.000 Zuschauern spielen kann. Ich habe gemacht, was ich kann", erklärt der selbstbewusste Teenager.

"Die Leistung, die die Mannschaft heute gezeigt hat – das sind wir. Nicht das, was wir in Neapel gezeigt haben", erklärt Szoboszlai weiter.

Das Einzige, was das Debüt des technisch starken Mittelfeldmanns noch besser gemacht hätte, wäre der Aufstieg gewesen: "Ich denke, dass es eine gute Leistung war - aber wir sind raus. Wir können froh sein, dass wir so gespielt haben, aber wir können nicht froh sein, dass wir raus sind."

Rose: "Szoboszlai muss jeden Tag ans Limit gehen"

Wurde Szoboszlai gegen Napoli nur aufgrund der Ausfälle von Xaver Schlager und Zlatko Junuzovic ins kalte Wasser geworfen, darf sich der 18-Jährige nach diesem starken Auftritt nun Hoffnung auf häufigere Einsatzzeiten machen.

"Es war keine herausragende Leistung von mir, Domi zu bringen. Sondern es kam einfach so, dass Domi aufgrund des Kaders heute rein ins kalte Wasser musste. Er hat sich das erarbeitet, verdient und natürlich auch geliefert", lobt Coach Marco Rose seinen jüngsten Schützling.

Zudem rät er dem Freistoß-Künstler: "Er muss jeden Tag ans Limit gehen und immer sein Bestes geben, damit er dann auch zum Spielen kommt."

Rose: "Freue mich riesig für Leitgeb"

Ebenfalls Profiteur der zahlreichen Ausfälle im Salzburger Mittelfeld wurde Christoph Leitgeb. Der 33-jährige Langzeit-"Bulle" kam unter Rose zuletzt nur selten zum Zug beziehungsweise überhaupt in den Kader.

"Ich freue mich riesig für 'Leiti'. Grundsätzlich würde ich 'Leiti' viel öfter mitnehmen, aber wir wissen, dass wir sehr viele junge Spieler haben, die wir nachhaltig entwickeln wollen", erklärt der Deutsche den schwierigen Stand des ehemaligen ÖFB-Teamspielers.

Das Wort Resignation gibt es dennoch nicht im Wortschatz des Routiniers. "'Leiti' ist trotzdem jeden Tag im Training da, gibt Gas, versprüht gute Laune, hilft jungen Spielern – deswegen ist es für mich eine absolute Genugtuung, dass 'Leiti' heute spielen durfte und dann auch noch getroffen hat", lobt Rose Leitgeb.

Leitgeb: "Habe immer Lust"

Tore stehen bei Leitgeb nämlich sonst überhaupt nicht an der Tagesordnung. Ausgenommen zweier Treffer gegen unterklassige Gegner im ÖFB-Cup hat der zentrale Mittelfeldspieler schon seit erstem Dezember 2013 (4:0-Sieg in der Bundesliga gegen Ried, Anm.) kein Pflichtspiel-Tor mehr erzielen können.

"Die Leistung der Mannschaft war überragend heute, die Fans haben eine tolle Stimmung gemacht – wir können mit Stolz vom Platz gehen", steht für den gebürtigen Grazer aber die Mannschaftsleistung im Vordergrund.

Ein paar Einsätze mehr könnten es vor dem Ende seines Vertrags im Sommer, der sehr wahrscheinlich nicht verlängert wird, aber schon noch werden: "Ich habe immer Lust. Die Konkurrenz ist natürlich groß im Mittelfeld. Die Jungen im Mittelfeld machen das überragend. Ich probiere immer alles im Training und freue mich immer, wenn ich Einsatzzeit bekomme."

Vor allem der 15 Jahre jüngere Szoboszlai hat es ihm angetan: "Er hat das überragend gemacht, er hat überragende Bälle gespielt, er war mutig – eine Top-Leistung von ihm."


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Rose: "Keine Zeit für Abschiede"

Doch nicht nur Leitgebs Vertrag in Salzburg endet mit Sommer. Auch Fredrik Gulbrandsens Kontrakt läuft aus, Hannes Wolf (zu RB Leipzig) und Munas Dabbur (zum FC Sevilla) wechseln bereits fix und auch Spieler wie Diadie Samassekou, Xaver Schlager oder Stefan Lainer werden wohl nicht ewig in der Mozartstadt zu halten sein.

Zeit für große Abschiede, wie Hannes Wolf nach Spielende vor der Fan-Tribüne unter Tränen einen nahm, gibt es aber nicht. Zu straff und fordernd ist das Programm der "Bullen".

"Es ist völlig falsch, jetzt in irgendeiner Form von Abschiedsszenarien zu reden – das haben wir gerade auch drinnen in der Kabine gesagt. Wir haben Entscheidungs-Wochen vor uns, den Pokal und die Meisterschaft. Es war wichtig, dass wir heute gezeigt haben, dass wir da sind, dass wir können – jetzt müssen wir das abspeichern und in die nächsten Wochen mitnehmen", macht Rose deutlich.

Irgenwann müssen die "alten Helden" aber Lebewohl sagen, um Platz für neue zu schaffen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Rose nach EL-Aus: "Haben uns mit Topspiel verabschiedet"

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