Gladbach-Ärger über "Polizei-Diktatur" in Istanbul

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Nicht nur für die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach verlief das Europa-League-Auswärtsspiel bei Basaksehir Istanbul nicht reibungslos, erst in letzter Minute sicherte sich die Elf von Marco Rose mit dem 1:1 den ersten Punkt in Wolfsbergs Gruppe J (Spielbericht>>>).

Die rund 1.400 mitgereisten Fans machten unliebsame Bekanntschaft mit der türkischen Exekutive. Gladbach-Manager Max Eberl sprach gar von "Polizei-Diktatur".

So wurde den Supportern die Anreise in einem Bus-Konvoi aufgezwungen, der mit großer Verspätung beim Stadion ankam und einem Großteil der Fans keinen rechtzeitigen Einlass ermöglichte. Außerdem wurden unangekündigt Fahnen abgenommen, da sich auf diesen christliche Symbole finden haben lassen - das aktuelle Stadtwappen von Mönchengladbach, das ein schwarzes Kreuz auf gelbem Grund beinhält, sowie ein altes Wappen mit dem heiligen St. Vitus.

In Reaktion auf die Behandlung soll es auch zu Unruhen gekommen sein, die in vorübergehender Gewahrsam zweier Fans resultierte. Sie sollen Polizisten geschlagen haben, wobei Video-Aufnahmen das Gegenteil beweisen sollen.

"Das macht mich extrem traurig, dass wir 2019 in Europa solche Zustände haben, dass die Polizei diktieren kann, welche Fahnen mit ins Stadion kommen. Diese Regel gibt es nicht", wütete Eberl.

Ohne Borussia-Fans ein "Totentanz"

"Unsere Fans bereichern diesen Totentanz hier, dass zumindest etwas Stimmung aufkommt, und werden dann von Anfang an drangsaliert", schimpfte der Vereinsverantwortliche in Bezug auf die Kulisse, denn das Spiel fand nur vor rund 5.000 Besuchern statt.

Eberl kündigte an, nach den Vorgängen Beschwerde bei der UEFA einzulegen. "Das sind für mich bizarre und groteske Szenen, die man heutzutage in Europa nicht mehr erwartet. Das hat mit Europapokal nichts zu tun."

Basaksehir ist im Vergleich zu den Istanbuler Großklubs ein junger und kleiner Verein ohne große Fan-Basis. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist großer Anhänger des Vereins und war laut eigener Aussage auch an dessen Gründung beteiligt.

Textquelle: © LAOLA1.at

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