Collina nimmt Erben hart ran

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Kein Pfeifen aus dem letzten Loch

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Die EURO tanzt nach ihren Pfeifen.

18 Schiedsrichter und 36 Assistenten hat die UEFA für die 51 EM-Begegnungen nominiert.

Und wie auch bei den Nationalteams gilt: Nur die besten dürfen ran.

Europas beste Pfeifen holen sich derzeit in einem Abschluss-Camp in Frankreich den letzten Schliff für das Großereignis.

„Da steht viel Fitness auf dem Programm“, verrät Andreas Mitterfellner im Gespräch mit LAOLA1. Der Steirer bildet mit Roman Jahoda und Lukas Leitner eine rot-weiß-rote Fraktion im UEFA Athletic- und Physio-Team für die Schiris.


Collinas Handschrift

Pro Partie legen die Unparteiischen durchschnittlich zwischen zehn und 15 Kilometer zurück. Dementsprechend schaut auch das Fitness-Programm aus. „Bei den Sprint-Tests und Zirkeltrainings kommt jeder auf seine Kosten“, grinst Mitterfellner, der als ehemaliger Weltklasse-Judoka (zweimal EM-Bronze) weiß, wovon er spricht.

Der Fitness-Faktor gewann in den letzten Jahren unter den Schiris weiter an Bedeutung. Mitverantwortlich dafür ist Pierluigi Collina.

Österreich-Frkation: Mitterfellner, Leitner und Jahoda (v.l.)

„Er ist voll dahinter, dass die Spielleiter immer mehr zu Top-Athleten werden“, so Mitterfellner. Die italienische Schiedsrichter-Legende, die seit 2010 der UEFA-Referee-Kommission vorsitzt, überwacht die Vorgänge im Vorbereitungs-Camp. „Er bewahrt aber stets eine gewisse Distanz.“

Rizzoli und Clattenburg in bestechender Verfassung

In puncto Fitness wird gleich an mehreren Stellschrauben gedreht. Die Ernährung gehört dazu. „Collina will, dass die Schiedsrichter auf einen Körperfett-Anteil von zwölf Prozent kommen.“ Ein Wert, mit dem sich die Unparteiischen vor den Fußball-Stars nicht zu verstecken brauchen.

Doch wer sind die fittesten EM-Schiris? „Schwer zu sagen, da ich mir noch nicht von allen ein Bild machen konnte, aber bei Nicola Rizzoli (ITA; Anm.) und Mark Clattenburg (ENG) war nicht zu übersehen, dass sie die Zirkel-Einheiten voll durchziehen konnten“, verrät der 34-jährige Pölser.

Verletzungsbedingte Sorgenkinder gebe es kaum. „Wir haben nur einen Assistenten mit Wadenproblemen, aber da bin ich zuversichtlich.“

Hochprofessioneller Ablauf

Das Turnier ist für die Schiris hochprofessionell durchgeplant. Ab zwei Tagen vor einem Match ist festgelegt, was ein Referee zu durchlaufen hat. Die Nachbereitung reicht ebenfalls bis zwei Tage danach.

Für das Team mit Mitterfellner heißt es dann, die Schiedsrichter bestmöglich zu betreuen und zu behandeln. Er selbst wird schon beim Eröffnungsspiel Frankreich gegen Rumänien im Einsatz sein. „Bislang ist auch fix, dass ich bei Österreich-Portugal und Nordirland-Deutschland dabei sein werde.“ Der Rest werde sich erst entscheiden.


Reinhold Pühringer

Die 18 EM-Schiedsrichter
Martin Atkinson England
Felix Brych Deutschland
Cüneyt Cakir Türkei
Mark Clattenburg England
William Collum Schottland
Jonas Eriksson Schweden
Ovidiu Hategan Rumänien
Sergei Karasew Russland
Viktor Kassai Ungarn
Pavel Kralovec Tschechien
Björn Kuipers Niederlande
Szymon Marciniak Polen
Milorad Mazic Serbien
Svein Moen Norwegen
Nicola Rizzoli Italien
Damir Skomina Slowenien
Clement Turpin Frankreich
Carlos Velasco Carballo Spanien

VIDEO: Martin Harnik sorgt für Lacher

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