Schiemer und Daxl machen ihrem Ärger Luft

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Nach dem Verpassen des dritten Platzes in der Ersten Liga, der zumindest die Teilnahme an der Relegation bedeutet hätte, waren nicht nur die Spieler der SV Ried geknickt.

Besonders Sportdirektor Franky Schiemer nahm einen Großteil der Schuld am verpassten Ziel auf sich: "Ich laste mir sehr viel an. Ich habe den Kader zusammengestellt, ich habe das Trainer-Team zusammengestellt. Ich bin natürlich hauptverantwortlich für das Ganze", sagte der 32-Jährige gegenüber "Sky".

"Es hat viele Gründe gegeben, warum wir nicht die nötigen Punkte geholt haben. Wenn man rein die Spiele betrachtet, haben wir schon im Herbst extrem viele Punkte hergeschenkt. Unzählige Male geführt und den Sack nicht zugemacht. Wir hätten schon längst über alle Berge sein können", analysierte er.

"Im Frühjahr sind wir aufgrund des schlechten Starts in einen Strudel hineingekommen. Schlussendlich haben wir es uns selbst zuzuschreiben."

Ärger über ein Gerücht

Trotz aller Selbstkritik musste Schiemer auch seinem Ärger etwas Luft machen. Nämlich über einen Bericht, der am Tag vor der letzten Erste-Liga-Runde erschien und den Sportdirektor die "Flucht" zum FK Austria Wien zuschrieb, wo er den Co-Trainer-Posten neben Thomas Letsch übernehmen soll.

"Es ist ein komischer Zufall, dass die Kronen Zeitung einen Tag vor so einem Spiel mit so etwas kommt. Es stimmt nicht, es ist nicht korrekt. Wir haben bis zuletzt ganz klar den Fokus nur auf Ried gehabt. Ich habe mich mit solchen Dingen überhaupt nicht beschäftigt", bekräftigte Schiemer.

VIDEO - Die Highlights des 7:1 gegen Kapfenberg:

(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)

Auch in den nächsten Tagen sei die Konzentration ganz auf die vergangene Saison der SV Ried gerichtet, Konsequenzen sollen durchgesprochen werden. "In den nächsten Tagen muss man schauen, wie es weitergeht, nicht nur mit mir persönlich, sondern mit dem ganzen Verein. Da wird man sich zusammensetzen und die richtigen Entscheidungen treffen."

Definitiv dementieren wollte Schiemer das Gerücht allerdings nicht. "Ich beschäftige mich heute sicher nicht mit irgendwelchen anderen Dingen. Es ist nicht der richtige Tag, solche Dinge zu besprechen."

Enttäuschung über das Jahr

Auch Finanzvorstand Roland Daxl ging es "nicht gut": "Aber es nutzt alles nichts, das Leben geht weiter. Es wird auch nächstes Jahr Profi-Fußball in Ried geben, auch eine Akademie. Wir werden die Kräfte wieder bünden, die Sponsoren stehen zu uns - auf ein neues."

Angaben zu den Plänen für nächstes Jahr konnte der 44-Jährige nicht machen. "Wir wissen heute noch nicht, wie stark unsere Gegner in der neuen 2. Liga sind. Deswegen traue ich mir keine Einschätzung zu geben, wie stark unsere Mannschaft wird. Wir sind aber mit Sicherheit auch ein zweites Jahr in der zweiten Spielklasse gut aufgestellt."

Das betreffe auch die Trainer-Personalie. Thomas Weissenböck habe seine Sache "sehr gut gemacht", er sei aber auch ein guter Akademie-Leiter.

Enttäuschung über "einen Teil des Fußball-Publikums"

Bezüglich des Gerüchts, sein Sportdirektor könne zur Austria abwandern, antwortete Daxl: "Das ist für mich, ehrlich gesagt, undenkbar. Da sprechen auch viele private Dinge bei ihm dagegen. Ich gehe davon aus, dass er auch nächstes Jahr unser Sportdirektor ist."

Seine eigene Rolle war in der abgelaufenen Spielzeit sehr nervenaufreibend. "Ich habe in dieser Woche bereits mein 'Innenleben' nach außen gekehrt. Man braucht für diese Position, um sie entsprechend auszufüllen und gestalten zu können, natürlich Kraft. Wenn viele Nebenschauplätze Kraft kosten, ist es umso schwieriger. Fakt ist: Es steht keine Generalversammlung an. Ich laufe nicht davon und Verantwortung, die man hat, muss man auch übertragen. Übertragen kann man nur dann, wenn es jemanden gibt, der sie aufnimmt und den gibt es jetzt nicht", versprach Daxl seinen Verbleib.

Daran würden auch persönliche Anfeindungen von Seiten der Fans nichts ändern, wenngleich sie dem Finanzvorstand sichtlich zusetzten.

"Ein Teil des Fußball-Publikums ist leider mal so. Man muss aber sagen, je lauter die Kritik aus dem jeweiligen Lager war, umso lauter auch die positive Kritik, die zu mir gekommen ist. Es wissen sehr viele Rieder Urgesteine, die den Verein schon 30, 40 Jahre begleiten, was der Vorstand hier leistet und welches Herzblut und welche Energie wir hier reinstecken. Dieser Zuspruch tut natürlich gut. Ich möchte nicht sagen, dass das zu 100 Prozent ausgleichend ist. Aber Fakt ist eines: Ich bin sehr stolz darauf und freue mich auch, dass die echten Protagonisten der SV Ried nach wie vor zu uns stehen!"


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