Nach letzter Pleite pfiff Ibrakovic aufs Training

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Er kam als "junger Osim", er geht nach einem geschwänzten Training.

Das Kapitel Abdulah Ibrakovic in Kapfenberg ist seit Montag Geschichte. Nach einer überzeugenden Hinrunde holten die Falken nur sieben Punkte im Frühjahr und sind damit das schlechteste Team der Liga. Durch den Punkteabzug ist der Klassenerhalt noch immer nicht sicher.

Hinter dem Aus des Bosniers steckt nicht nur die miese Bilanz der letzten Runden. "Es hat sich in den letzten Wochen entwickelt", erklärt KSV-Boss Erwin Fuchs im LAOLA1-Gespräch.

Aus einem privaten Grund konnte sich Ibrakovic nicht auf seinen Job in der Obersteiermark konzentrieren.

Fuchs: "Er hatte nicht die richtige Einstellung"

"Für ihn war sowieso schon länger klar, dass er im Sommer etwas anderes machen will. Weder er noch der Verein suchten daher eine weitere Zusammenarbeit und es kam zu einer einvernehmlichen Trennung", schildert Fuchs.

Seit geraumer Zeit hatte der 62-Jährige das Gefühl, dass sein Trainer nicht mehr mit ganz bei der Sache war. Nach dem 0:3 vergangenen Freitag zuhause gegen Liefering stand fest: So kann es nicht weitergehen.

"Er hatte nicht mehr die richtige Einstellung. Am Samstag ist er gar nicht mehr zum Training gekommen, was auch für mich überraschend war", sagt Fuchs, der eigentlich große Stücke auf den 46-Jährigen hält.

Familie zieht Ibrakovic in die Heimat

Zu Saisonbeginn wagte der KSV-Präsident sogar den Vergleich mit Sturm-Jahrhundertrainer Ivica Osim. Die Gründe für die Abwesenheit von Ibrakovic sieht Fuchs im familiären Bereich: "Seine Gattin erwartet ihr zweites Kind und ist zur Zeit in der Heimat in Sarajevo. Das war nicht ganz konfliktfrei und da war er hin und hergerissen. Das verstehe ich auch."

Aufgrund der einvernehmlichen Trennung bleibt Ibrakovic gemäß der Kündigungsfrist noch bis August Dienstnehmer bei Kapfenberg: "Wir werden schauen, dass er Scouting-Arbeiten für uns macht, darin ist er gut. Er ist jetzt einmal froh, dass er sich um seine Familie kümmern kann."

Pflug: Mit 71 neuer Falken-Coach

Um die Falken kümmert sich bis zum Saisonende ein Mann mit reichlich Erfahrung: Robert Pflug. 1984, also vor 33 Jahren, begann der mittlerweile 71-Jährige beim SK Sturm seine Trainer-Karriere.

Warum er jetzt der Richtige ist? "Wir standen immer wieder in Verbindung und er beobachtet Spieler für uns, gehört also praktisch zur Familie. Er bringt Erfahrung mit und hat außerdem schon den einen oder anderen Spieler schon trainiert. Gottseidank macht er das so kurzfristig", freut sich Fuchs.

Flecker hat Anfrage vom WAC

Am Freitag kann Kapfenberg den Klassenerhalt beim Auswärtsspiel gegen den LASK fixieren. "Dass die Mannschaft es kann, hat sie bewiesen", weiß Fuchs und erinnert an das knappe Aus im Cup-Viertelfinale beim FC Red Bull Salzburg.

Im Sommer steht dann - wie so oft - ein großer Umbruch an, die besten Kicker werden sich wohl erneut aus der Böhlerstadt verabschieden. Einer davon ist Florian Flecker. "Er hat den Wunsch, in die höchste Liga zu wechseln. Vom WAC hat es eine mündliche Anfrage gegeben", so der KSV-Präsident. Das letzte Wort ist hier aber noch nicht gesprochen.


VIDEO: Die Tore vom klaren Liefering-Sieg gegen Kapfenberg

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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