Roman Mählich: "Ich muss auch Rechnungen zahlen"

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Roman Mählich sorgt als Trainer des SC Wiener Neustadt in der Ersten Liga für Furore und ist mit den Niederösterreichern souveräner Tabellenführer.

Seinen Experten-Job beim "ORF" behielt er dennoch. Anders wäre es gar nicht gegangen, wie er im Interview mit "90minuten" verrät: "Ich verdiene ja in Wiener Neustadt nicht so viel."

"Ich liebe den Job hier, aber wir haben nicht so viel Geld wie andere Vereine. Und ich mache es auch nicht wegen des Geldes. Ich kann nicht nur Trainer bei Wiener Neustadt sein, das geht nicht", lacht der 45-Jährige und meint: "Ich muss ja auch meine Rechnungen irgendwie zahlen. Das würde nicht funktionieren. Mit allem Drumherum. Ein Jahr Laufzeit, der ganze Druck. Das würde sich nicht rechnen."

Mählich über "Laptop-Trainer"

Dass ihn Sportdirektor Andreas Schicker in die Generation der "Laptop-Trainer" eingereiht hat, will Mählich nicht überbewerten:

"Ich glaube alle, die heute Trainer sind, gehören zur Generation der Laptop-Trainer. Im Medienzeitalter mit den Notebooks ist es das Einfachste für mich, Informationen über den Gegner herauszufinden. Auf allen möglichen Seiten. Und das Einfachste ist natürlich auch, mir ein Spiel downzuloaden und es mir dann anzuschauen. Daher sind wir, glaube ich, alle Laptop-Trainer. Und ich bin auch überzeugt davon, dass ein Karl Daxbacher mit seiner Erfahrung sich auch am Notebook ein Spiel anschaut. Das erleichtert uns ja die Arbeit. Früher haben unsere Trainer noch mit der VHS-Videokassette hantiert, mit vor- und zurückspulen. Das brauchen wir heute nicht mehr."

Andere Meinung als Andreas Herzog

Bezüglich des gerade in Deutschland zu beobachtenden Trends, dass Trainer ohne große Spieler-Laufbahn Karriere machen, meint der Wiener, dass es keinen Unterschied mache, ob man ein erfolgreicher Spieler gewesen sei oder nicht - als Coach würde der Erfolg zählen.

Pep Guardiola und Zinedine Zidane seien Beispiele für große Trainer mit großer Vergangenheit als Spieler, Jürgen Klopp und Jose Mourinho für das andere Lager. Eine Regel könne man nicht herausfiltern.

"Es gibt erfolgreiche Trainer aus beiden Lagern. Aber eine Garantie gibt es nicht. In unserer Liga gibt es doch Beispiele für alle möglichen Kombinationen. Ich möchte gerne Andi Herzog zitieren, der einmal gemeint hat, dass es fast schon ein Handicap sei, einmal ein Nationalspieler gewesen zu sein. So ist es ja dann auch nicht. Die Wahrheit ist, egal ob jemand ein erfolgreicher Spieler war oder nicht, als Trainer muss er Spiele gewinnen. Die Arbeit als Trainer ist sehr unterschiedlich zu dem, was du als Spieler erlebst. Du hast einen gewissen Erfahrungswert, der sicher nicht schaden wird. Aber dass es dich zu einem besseren Trainer macht, das spielt es, glaube ich, auch nicht. Sondern du musst dann, wenn du die Chance hast, liefern und vor allem gewinnen", betont Mählich.

Das komplette Interview gibt es bei unserem Partner-Portal 90minuten.at

Textquelle: © LAOLA1.at

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