Jacobacci: "Team hatte kein Bundesliga-Niveau"

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Nach zehn Runden wurde Maurizio Jacobacci beim FC Wacker entlassen.

Nun meldet sich der Italo-Schweizer in der "Tiroler Tageszeitung" kritisch über seine Zeit in Innsbruck zu Wort.

Besonders der mangelnde Einfluss in die Kaderplanung stößt dem 53-Jährigen im Nachhinein sauer auf.

"Bei vorigen Vereinen hatte ich als Trainer und Sportchef alleinige Verantwortung der Kaderzusammenstellung, was am Ende Erfolg brachte", so Jacobacci.

Ein Aufstieg mit den vorhandenen Spielern sei unmöglich gewesen.

"Innenverteidiger mit Persönlichkeit" fehlte

Der Kader sei schon vor seiner Anstellung mit Ausnahme von Patrik Eler und Claudio Holenstein festgestanden. Zunächst habe er vollstes Vertrauen in General Manager Alfred Hörtnagl gehabt.

"Nach dem dritten Meisterschaftsspiel wies ich ihn aber darauf hin, dass akuter Handlungsbedarf bestehe, da Realität und Anspruch nicht im Einklang standen. Hierfür gab es wenig Gehör. Um aufsteigen zu können, braucht es ein Team auf Bundesliga-Niveau. Dies hat das Team in dieser Zusammensetzung nicht", so seine klaren Worte.

Besonders in der Defensive sei eine Verstärkung dringend notwendig gewesen: "Ich hätte in der Anfangsphase der Meisterschaft, vor Schließung der Transferperiode, auf einen wichtigen Innenverteidiger mit Persönlichkeit pochen müssen."

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Da er das nicht tat und die Erfolge ausblieben, kam im Verein schnell Unruhe auf. Jacobacci wirft den Persönlichkeiten im Vereinsumfeld zudem vor, zu wenig Rückendeckung von ihnen erhalten zu haben.

Einzig mit Präsident Josef Gunsch, der Anfang Dezember seinen Rücktritt verkündete, befand er sich auf einer Wellenlänge: "Ein großartiger Präsident und ein super Typ."

Jacobacci erklärt Torjubel-Training

Die Ungeduld gepaart mit seinem fehlenden Einfluss in die Planungen habe ihm letztlich den Job gekostet. Das vorgegebene Ziel Aufstieg sei so unerreichbar gewesen. Seine alternativen Trainingsmethoden verteidigt Jacobacci vehement. Nachfolger Thomas Grumser würde physisch und taktisch jetzt davon profitieren.

"Diese Zielsetzung, ein Aufstieg in die Bundesliga, erforderte klare Maßnahmen im Bereich Siegermentalität, Disziplin, Training, Regeneration, Ernährung etc. und einer Vielzahl unkonventioneller Wege. Meine Eigenschaften und Methoden haben mich und meine bisherigen Vereine immer wieder zum Erfolg geführt."

Auch, dass er im Training auf einen kollektiven, ausgelassenen Torjubel bestand, erklärt er: "Ja, das ist richtig! Ich habe diesen spielerischen Wettbewerb am Ende einer Trainingseinheit als fröhlichen Ausklang integriert. Es ging darum, die Stimmung zu lockern."

Zumindest im Umfeld war das Gegenteil der Fall: Nach zehn Spielen bzw. zwei Siegen, drei Remis und fünf Niederlagen war Jacobacci in Innsbruck Geschichte.

Textquelle: © LAOLA1.at

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