Rückkehr in die Bundesliga? So plant der GAK

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Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg! Und gleich der nächste Aufstieg?

Seit der GAK in der Saison 2013/14 in der 1. Klasse Mitte A einstieg, folgte ein Meistertitel dem anderen. Quasi im Rekordtempo jagte man durch das steirische Unterhaus.

Es sieht nicht schlecht aus, dass die "Roten Teufel" in dieser Saison auch die Landesliga für sich entscheiden. Derzeit führen die Grazer die Tabelle an, haben mit dem USV St. Anna/Aigen, der zwei Punkte zurück liegt, jedoch einen hartnäckigen Konkurrenten.

Gelingt der Aufstieg in die Regionalliga Mitte, stünde man bereits an der Schwelle zum überregionalen Fußball - darüber sind nur noch erst die landesweit augetragene 2. Liga und dann die Bundesliga angesiedelt. Und genau dort möchte man auch hin, zumindest wenn es das eigene Wachstum zulässt.

Nicht jedes Jahr Meister

"Ganz ehrlich, wenn wir nicht weiterkommen wollten, würden wir es lassen. Natürlich ist es das Ziel, aber die Bundesliga ist ein langfristiges Ziel", betont Obmann-Stellvertreter Matthias Dielacher im Gespräch mit LAOLA1.

"Mittelfristiges Ziel ist einmal die Regionalliga beziehungsweise die 2. Liga, wenn die so Sinn macht. Wenn diese Liga halbwegs funktioniert und wir es uns zutrauen, werden wir versuchen, in die 2. Liga aufzusteigen. Aber so, wie wir es zuletzt gemacht haben, dass wir jedes Jahr Meister werden und aufsteigen, wird es sich nicht fortsetzen. Es ist unwahrscheinlich, dass wir in zwei Jahren in der Bundesliga sind", so der Funktionär weiter.

Würde der Durchmarsch ohne Ehrenrunde gelingen, könnte der Meister von 2004 rein theoretisch 2020 sein Comeback in der höchsten Spielklasse feiern. Damit ist jedoch alleine schon aus finanziellen Gründen nicht zu rechnen, wie Dielacher klarstellt:

"Wir reden hier von einer massiven Budgetsteigerung. Momentan halten wir bei einem Budget von 800.000 Euro, für die Bundesliga bräuchten wir deutlich mehr."

2. Liga? "Wenn wir wirtschaftlich bereit sind"

Budgetäre Vernunft war in der Vergangenheit bekanntlich nicht immer die ganz große Stärke von so manchen Verantwortungsträgern beim Traditionsverein. Unter der neuen Riege um Obmann Harald Ranegger geht man die Dinge seriöser an.

Deshalb will man sich die nächsten Schritte auch genau überlegen - konkret geht es dabei vor allem darum, wie intensiv man den Aufstieg in die neu konzipierte 2. Liga anstrebt.

Diese wäre eigentlich wie geschaffen für Traditionsvereine wie den GAK, Austria Salzburg, die Vienna oder den Sportklub, die in der jüngeren Vergangenheit allesamt diverse Turbulenzen durchlebten.


LAOLA1 on Air - der Sport-Podcast: Das Experiment 2. Liga

In der 7. Ausgabe widmen wir uns den kontroversen Dikussionen rund um die neue Sechzehner-Liga in der zweiten Leistungsstufe. Es diskutieren u.a. Ferdinand Feldhofer (Lafnitz), Alfred Hörtnagl (Wacker Innsbruck) und Matthias Dielacher vom GAK.


Mit dieser 2. Liga beschäftigt sich auch die dieswöchige Ausgabe von "LAOLA1 on Air - der Sport-Podcast", in welcher auch Dielacher zu Wort kommt. Sein Credo:

"Wenn wir wirtschaftlich bereit sind, in diese Liga aufzusteigen, werden wir es tun. Wenn wir es nicht sind, werden wir es bleiben lassen. Da gehört einfach eine gewisse Härte dazu, das muss man auch seinen Fans sagen."

Erledigte Hausaufgaben

Grundsätzlich wurden die Anforderungen, um an der zweithöchsten Spielklasse in Fußball-Österreich teilnehmen zu dürfen, heruntergeschraubt - sowohl infrastrukturell, als auch finanziell. Man kann nun auch mit einem Amateurbetrieb in dieser Liga antreten, wie es etwa der SV Lafnitz plant.

Dielacher betrachtet dies skeptisch: "Ich glaube nicht, dass man in der 2. Liga unbedingt die Anforderungen zurückschrauben muss, sondern man muss einfach schauen, dass die Vereine, die rauf wollen, entsprechend arbeiten. Das Potenzial ist da, eben mit Austria Salzburg, den Wiener Vereinen, mit uns. Aber es muss gewisse Regeln geben, die man erfüllen muss."

Für höhere Ligen müsse man einfach rechtzeitig seine Hausaufgaben erledigen: "Die haben wir schon längst gemacht, zum Beispiel gilt es, entsprechende Gesellschaften zu gründen. Wir haben die GmbH schon in der Gebietsliga gegründet, damals haben uns alle belächelt. Allerdings braucht man das, wenn man professionell arbeiten will. Ein komplettes Amateurtum in der 2. Liga? Da belügt man sich selbst."

Es wird fraglos einer der spannendsten Aspekte der Reformliga (Diese 16 Teams wären aktuell mit dabei), wie die Mischung aus Profi-Teams mit Ambitionen in Richtung höchste Spielklasse, zweiten Mannschaften von Bundesligisten und Amateurvereinen funktioniert.

GAK erste Reihe fußfrei

Der Übergang vom vermeintlichen Amateur- ind den Profibereich war in Österreich zuletzt nicht ideal gelöst. Dass es etwa in der Regionalliga teilweise bessere Verdienstmöglichkeiten als in der Ersten Liga gibt, ist ein offenes Geheimnis. Ob das Experiment 2. Liga hilft, diese Fehlentwicklung zu korrigieren, wird sich weisen. Beim GAK wird man jedenfalls genauestens beobachten, welchen Kurs die neue 2. Liga einschlägt.

"Wir schauen uns das jetzt einmal erste Reihe fußfrei an und sind nicht böse, dass wir sozusagen nicht zu den Versuchskaninchen gehören, die in diese Liga kommen", betont Dielacher, der vor allem eine Gefahr sieht:

"Früher hat man gesagt, die Todesliga ist die Regionalliga, weil man hohe Kosten aber keine Einnahmen hat. Viele Leute befürchten, dass man jetzt zwei Todesligen hintereinander hat, weil die 2. Liga ja auch sehr hohe Kosten verursacht."

Zuschauer das Um und Auf für den GAK

Einnahmen aus dem TV-Bereich oder mögliche Zuschauereinbußen durch vermeintlich unattraktivere Gegner seien Fragezeichen, die man nun evaluieren müsse.

Gerade die Zuschauer-Frage ist für den GAK eine wesentliche, mit der man womöglich auch schon bei einem Aufstieg in die Regionalliga konfrontiert werden könnte, wie Dielacher verdeutlicht:

"Für uns sind die Zuschauer momentan das Um und Auf. Wir finanzieren 60 Prozent unseres Budgets durch unsere Mitglieder, das heißt durch Mitgliedsbeiträge oder Ticketing. In der Landesliga haben wir einen gewissen Vorteil, da wir sehr viele Auswärtsfans haben. Wenn die wegfallen, und das wird auch schon in der Regionalliga bei vielen Vereinen so sein, werden wir das spüren."

Der Weg zurück nach oben bietet fraglos das eine oder andere Hindernis. Aus Sicht des österreichischen Fußballs wäre es aber tendenziell kein Fehler, wenn der GAK mit seinem Potenzial möglichst bald unter das Dach der Bundesliga zurückkehren würde und vielleicht schon ab Sommer 2019 mithelfen könnte, die neue 2. Liga zu gestalten.

Im folgenden Video verraten Obmann Bernhard Loidl und Sportmanager Wolfgang Lechner, wie sie den SV Lafnitz in der kommenden Saison in der 2. Liga positionieren wollen:

Baustelle Fußball ARENA Lafnitz: Obmann Loidl erklärt, welche infrastrukturellen Maßnahmen gesetzt werden, um den SV Lafnitz fit für die Teilnahme an der 2. Liga zu machen.

Darum verzichtet der USK Anif auf den Aufstieg:

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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