TSV Hartberg: Ein Durchmarsch, der zu früh käme?

TSV Hartberg: Ein Durchmarsch, der zu früh käme? Foto: © GEPA
 

Ein Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga? Das war nicht der ursprüngliche Plan des TSV Hartberg.

Nach einem starken Herbst finden sich die Oststeirer aber im Aufstiegsrennen der Ersten Liga wieder. Bei einem Spiel weniger als Leader Wacker Innsbruck sieben Punkte Rückstand auf die Spitze bzw. drei auf den Relegationsplatz lassen der Mannschaft von Christian Ilzer alle Möglichkeiten für das Frühjahr.

"Mit dieser Ausgangslage würde ich lügen, wenn ich sage, wir wollen nur auf den Klassenerhalt spielen. Wir wollen konkret vorne dabei sein", bestätigt der Trainer gegenüber LAOLA1 die neuen Ansprüche beim TSV.

Sportlich Schritt halten mit dem Wachstum

Ob es weiterhin in diese Richtung läuft, sei "schwer vorauszusehen", aber schon die ersten Wochen der Frühjahrssaison könnten Auskunft geben.

Mit Wacker Innsbruck, Wr. Neustadt, dem FC Liefering und der SV Ried warten sämtliche direkte Konkurrenten in den ersten fünf Runden. Die erste Aufgabe gegen den FC Wacker konnte nicht zufriedenstellend gelöst werden, man unterlag 0:2.

Allerdings ist sowieso fraglich, inwiefern der Durchmarsch ein Ziel des TSV Hartberg sein kann und sein sollte. Der sportliche Erfolg kommt plötzlich, die Strukturen wären einem Bundesliga-Engagement eher noch nicht gewachsen.

"Wir wollen vorn dabei bleiben. In dieser sportlichen Idee sind wir entschlossen. Wir müssen sportlich in der Professionalisierung aber gleich schnell wachsen wie als Verein insgesamt", weiß Ilzer.

Baustelle Stadion statt Kader

Der erfolgreiche Herbst wird dabei als Initialzündung verstanden, von dem man langfristig profitieren möchte. "Für uns war das Thema: Wie kann man diesen Erfolg nachhaltig nutzen? Wir wollten nicht auf unsere unmittelbaren Konkurrenten schielen und uns mit Transfers in finanzielle Abenteuer stürzen", sagt der Erfolgstrainer.


VIDEO - Die Trainer der Ersten Liga über die Liga-Reform:

(Text wird unterhalb fortgesetzt)


Mit dem Slowenen Alen Ozbolt vom NK Domzale holte man nur einen jungen Stürmer, um den Abgang von Daniel Gremsl nach Deutschland zu Zwickau abzufangen und die Torausbeute von 33 Treffern in die Höhe zu schrauben.

Wichtiger waren und sind aber die Pläne im Nachwuchs, wo mit Christian Waldl ein neuer Trainer installiert wurde, und hinsichtlich der infrastrukturellen Voraussetzungen.

"Ich habe schon Pläne eines Stadion-Umbaus gesehen, das schaut gut aus und passt auch zu den finanziellen Möglichkeiten von Hartberg. Das nächste Thema ist die Finanzierung, denn Baubeginn müsste dann ja schon im Sommer sein", ist Ilzer über den Spielort zuversichtlich.

Geplant sei die Installation einer Rasenheizung und ein Zubau, um die neuen Lizenzierungsvorgaben auch hinsichtlich des Fassungsvermögens erfüllen zu können. Die beiden vorhandenen und überdachten Tribünen kommen zusammen nur auf eine Kapazität von 1.350 Personen.

Der Knackpunkt Lizenz

Aber was, wenn der Aufstieg schneller kommen sollte, als es die Pläne vorsehen?

"Dann muss man natürlich erst schauen, ob wir die Lizenzierung überhaupt stemmen können. Innerhalb seiner Möglichkeiten macht der Verein das Bestmögliche", ist der Trainer überzeugt.

Was die sportlichen Belange betrifft, sieht Ilzer seine Truppe bereit. Obwohl es in erster Linie darum gehe, das eigene Potenzial auszuschöpfen, viele junge Spieler aus dem Nachwuchs in der Kampfmannschaft zu integrieren – und so dem Anspruch der neuen 2. Liga zu entsprechen.

"Aber wenn es optimal läuft und wir die Lizenz bekommen würden, wären wir auch für die Bundesliga gerüstet."

Die Substanz dieser Einschätzung wurde zuletzt einer Feuerprobe unterzogen, der Hartberg nicht standhielt. Mit einem 1:4 beim SV Mattersburg flog man aus dem ÖFB-Cup, aber immerhin erst im Viertelfinale.

Ein Freund der 2. Liga

Aber selbst, wenn es mit dem Aufstieg in der Oststeiermark (noch) nichts werden sollte: Auf die neue 2. Liga wäre man optimal vorbereitet und langfristiger Anwärter auf Spitzenplätze.

"Wenn die Professionalisierung weiterhin so voranschreitet, könnten wir schon zu den Top-Teams in dieser Liga gehören", ist Ilzer überzeugt, der sich zu den Befürwortern der Liga-Reform zählt.

"Sie wird Spannung bringen. Nur der Teilnahme der Amateur-Teams blicke ich skeptisch entgegen, eine 16er-Liga mit Traditionsvereinen wie Steyr oder eben Hartberg wäre für mich ein Ideal."

Und ein ideales Umfeld, um sich langfristiger auf die höchste Klasse Österreichs vorzubereiten, würde sie auch bieten.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..