Horn vor Rückkehr: So wirkt die Japan-Ära nach

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Aufstieg, Bundesliga, Champions League - keine Vorstellung schien dem SV Horn zu groß, als der Klub aus dem Waldviertel sein kleines japanisches Wunder erlebte.

Knapp drei Jahre ist es her, als sich Keisuke Honda mit seiner Firma "Honda Estilo" 49 Prozent des Fußballvereins aus der 6.500 Einwohner zählenden Bezirkshauptstadt gesichert hat.

"Nach längerer Suche in Europa", so Obmann Thomas Kronsteiner damals, habe sich der japanische Teamspieler nicht "einen von fünf namhaften österreichische Profiklubs", sondern den SV Horn auserwählt, um sein Geschäft mit Fußballschulen und damals rund 1.500 Fußballern in Europa zu verankern und voranzutreiben.

2018 ist der Duft der großen Fußballwelt längst verflogen. Statt FC Barcelona und Bayern München heißen die Gegner noch immer - beziehungsweise schon wieder - Schwechat, Neusiedl und Traiskirchen.

Aber nicht mehr lange. Die Zukunft heißt 2. Liga neu - mit einem Engagement von Honda.

Honda weiterhin Sponsor und Partner

Vergangenen Sommer hat sich "Honda Estilo" vollständig aus dem operativen Geschäft des Vereins zurückgezogen. Doch der Klub kämpfte um die Gunst der Familie Honda. Im Winter reiste eine Delegation aus Horn nach Japan, um die Partnerschaft neu zu verhandeln - mit Erfolg.

"Sie sind immer noch als Sponsor und Partner in der internationalen Vermarktung tätig. Das soll auch so weitergehen", sagt Geschäftsführer Sönke Niklas im Gespräch mit LAOLA1.


LAOLA1 on Air - der Sport-Podcast: Das Experiment 2. Liga

In der 7. Ausgabe widmen wir uns den kontroversen Dikussionen rund um die neue Sechzehner-Liga in der zweiten Leistungsstufe. Es diskutieren u.a. Ferdinand Feldhofer (Lafnitz), Alfred Hörtnagl (Wacker Innsbruck) und ein Vertreter des GAK:


Der Plan der "Honda Estilo" sei es weiterhin, internationale Partner, speziell aus dem asiatischen Raum, für Horn zu finden. Möglicherweise werden auch weitere japanische Spieler in der Waldviertler Volksbank Arena einlaufen - aktuell sind es zwei.

Horn: "Manche Dinge nicht optimal kommuniziert"

Honda hat den Glauben an das Projekt Horn also noch nicht ganz verloren, wenngleich sich die finanziellen Zuwendungen verringert haben und die vollmundigen Ansagen aus der Anfangszeit der Vergangenheit angehören.

"Ich glaube, wir haben alle viel aus den vergangenen Jahren gelernt. Manche Ziele waren sicher auch zu ambitioniert, zu hoch gesteckt und vor allen Dingen auch nicht optimal kommuniziert, um es einmal vorsichtig zu sagen", so Niklas, der die aktuelle Zusammenarbeit aber positiv hervorheben möchte.

"Wir haben nach wie vor eine gute und verlässliche Beziehung mit den Japanern und ich hoffe, dass es noch ein paar Jahre im Sponsoring-Bereich so weitergeht." Seit 2015 habe der SV Horn auch nachhaltig vom Einstieg Hondas profitiert.

Klub profitiert nachhaltig von Investitionen

"Wir haben den Platz verbreitert, ein neuer Fernsehturm ist entstanden, auch ein neuer Kabinentrakt. Das sind Dinge, die teilweise schon vor der Kooperation mit Honda angestoßen wurden, aber dank ihrer kräftigen Unterstützung fertiggestellt worden sind. Gleiches gilt für die Weiterentwicklung in unserem Leistungszentrum. Da gab es Vieles, das nach außen nicht so gesehen wird, weil andere Dinge im Fokus standen, jetzt aber einen nachhaltigen Gewinn für den Verein darstellt", erklärt Niklas.

Für das Experiment 2. Liga ist der SV Horn damit bereit, die Zulassung wurde dem Klub am Montag erteilt. Mit 18 Siegen aus 26 Spielen liegen die Horner nach Verlustpunkten gleichauf mit dem SV Ebreichsdorf an der Spitze der Regionalliga Ost.

Durch sechs Siege aus den ersten acht Spielen legte der Absteiger unter Neo-Trainer Carsten Jancker bereits früh den Grundstein für eine starke Saison. Die Planungen für die Rückkehr in die Zweitklassigkeit haben bereits begonnen.

Hauptthema für Niklas ist die Kaderplanung. Ein großer Umbruch soll vermieden werden, weshalb aktuell mehrere Vertragsgespräche laufen. "Ich hoffe, dass wir relativ bald erste Ergebnisse präsentieren können", so der Geschäftsführer.

Deutlich weniger Geld in Liga zwei

Während andere Teams in der neuen 2. Liga - wie etwa der SV Lafnitz - auf Amateur-Betrieb setzen, plant Horn auch mit Profi-Spielern. "Nach aktuellem Stand werden wir mit 15 Profis spielen. In der Regionalliga wären es entsprechend ein bisschen weniger", sagt Niklas. Das sei für die 2. Liga "ein realistischer, ordentlicher Wert und eine gute Mischung".

Finanziert muss der Spielbetrieb in der neuen zweithöchsten Spielklasse mit weniger Geld als noch zu Erste-Liga-Zeiten werden. "Mein Wissensstand ist, dass wir etwa 100.000 Euro über die Liga bekommen können. Die Summe wird sich aus einem Sockelbetrag und einem Einsatz-Topf, wie bisher dem Österreicher-Topf, zusammensetzen", sagt Niklas.

Damit fließt deutlich weniger Geld als bisher in die Kassen. Über die TV-Vermarktung durch "Sky" waren es in der Ersten Liga zuletzt ungefähr 400.000 Euro, die ein Klub lukrieren konnte: "Das macht es nicht einfacher, aber das betrifft noch viel mehr jene Klubs, die schon jetzt in der zweithöchsten Liga sind und da Rückschritte machen müssen."

Für Horn ist der Schritt nach vorne machbar, auch wenn "Honda Estilo" nicht mehr den ganz großen Geldbeutel öffnet. "Ich weiß, dass sie mittlerweile international sehr breit aufgestellt sind und verschiedene Kooperationen in Amerika, Afrika und Asien haben", sagt Niklas. "Aber das ist natürlich deren Sache."

Textquelle: © LAOLA1.at

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