Horn ist Japans Hoffnungsträger

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Die Ziele des SV Horn sind seit der Übernahme durch die japanische Familie Honda hoch.

Unter anderem schwebt über dem Projekt die Champions League, dort wollen die Investoren nach eigenen Aussagen in fünf Jahren hin. Derzeit rangieren die Waldviertler jedoch nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz in Österreichs zweithöchster Spielklasse.

Im Interview mit LAOLA1 versucht Trainer Masanori Hamayoshi diese Zielsetzung etwas zu relativieren: "Das ursprüngliche Ziel war, sich so ein großes Ziel zu setzen, um schnell eine positive Entwicklung im Verein durchzubringen. Dadurch kann man schneller seine Aufgabenbereiche finden und daran arbeiten."

"Wer weiß, wie lange es dann dauern wird, aber ich bin zuversichtlich und freue mich über diese hohen Ziele, die ich mit einer positiven Einstellung bearbeiten möchte", schreckt den 45-jährigen Japaner die aggressive Vorgehensweise der Vereinsführung rund um Milan-Star Keisuke Honda nicht ab.

Keine Panik

Die großen Ambitionen des SV Horn haben in der Hinrunde der Ersten Liga durchaus einige Rückschläge hinnehmen müssen. An 15 von 21 Spieltagen lagen die Horner auf einem Abstiegsplatz. Vorschnelle Panik-Aktionen, wie etwa einen Trainerwechsel, kamen den Vereinsbossen aber nicht in den Sinn.

"Die Riesen-Enttäuschung gab es eigentlich nicht. Natürlich hat man sich hohe Ziele gesetzt zu Beginn der Saison, aber genauso wusste man, dass es als Aufsteiger sehr schwierig werden wird", so Hamayoshi.


VIDEO: Die Highlights von Horns Sieg gegen Kapfenberg!

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt!)

Mit zuletzt zwei Siegen in Folge gegen die Topklubs Austria Lustenau (3:2, noch vor der Winterpause) und Kapfenberg (2:1) wurde Hamayoshi in seiner Philosophie auch bestätigt: "Ich muss ehrlich zugeben, dass es eine sehr schwierige Liga ist und die Erfahrung eine Rolle gespielt hat. Trotzdem war es gut, den eigenen Weg zu gehen und man das, was man im Spiel umsetzen wollte, nicht geändert hat. Das hat man in den letzten Spielen gesehen, da hat man gute Ergebnisse einfahren können."

Das Problem mit den Legionären

Dass ein Legionärsanteil von beinahe 50 Prozent die Aufgabe im Herbst nicht erleichtert hat, gibt der Trainer offen zu: "Die Sprache war ein schwieriger Punkt und es hat etwas länger gedauert, bis sich das Team diesbezüglich gut entwickeln konnte. Auch wenn man Deutsch sprechen würde, würde es circa die Hälfte der Mannschaft nicht verstehen. Da haben wir viel Zeit investieren müssen, mittlerweile sieht das aber auch schon sehr gut aus.“

"Dafür danke ich auch den einzelnen Spielern, dass sie so geduldig waren und dafür gekämpft haben, dass wir uns in der Kommunikation verbessern", freut sich Hamayoshi, der selbst kein Deutsch spricht, über das Engagement seiner Spieler.

In der Winterpause sind mit dem kroatischen Tormann Miro Varvodic, dem Esten Ilja Antonov und dem Deutsch-Kosovaren Vesel Limaj erneut drei Legionäre zum Team gestoßen. Probleme erwartet sich der Trainer aber keine: "Ich mache mir keine großen Sorgen, weil zwei von drei Spielern Deutsch und alle drei sehr gut Englisch sprechen. Sie haben in der Vorbereitungsphase die Zeit gehabt, sich in das Team zu integrieren. Ich schätze die Neuzugänge sehr und erwarte mir einiges von ihnen."

Zufrieden mit der Entwicklung

Neben der anfangs erwähnten Champions League ist das große Ziel beim SV Horn die Entwicklung von jungen Talenten. Hamayoshi zieht in dieser Hinsicht ein zufriedenes Resümee: "Ich setze viele junge Spieler ein und versuche ihnen so viel Spielzeit wie möglich zu geben. Ich habe mich in letzter Zeit nicht direkt mit der Familie Honda auseinandergesetzt, aber ich denke, die positive Entwicklung der Talente ist zu sehen und wird dementsprechend geschätzt."

"Horn ist ein Hoffnungsträger für die Entwicklung des japanischen Fußballs."

Masanori Hamayoshi

Angesichts der Liga-Reform zur Saison 2018/19 wird bereits heftig darüber spekuliert, dass Horn einer jener Klubs sein könnte, der mit aller Macht den Aufstieg in der kommenden Spielzeit erreichen möchte. Der Coach bremst die Erwartungen jedoch ein: "So weit sind wir noch nicht. Es ist zunächst wichtig, diese Saison in der Ersten Liga verbleiben. Danach wird erst über die nächste Saison gesprochen."

Horn als Hoffnungsträger

Der schwache Herbst hat an der Euphorie in Japan gegenüber dem SV Horn übrigens kaum etwas geändert. Um die 70.000 Menschen schauen im Land der aufgehenden Sonne die Live-Streams der Horn-Spiele.

Auch Hamayoshi bestätigt: "In Japan herrscht großes Interesse am SV Horn und dem gesamten österreichischen Fußball, man schätzt den europäischen Fußball sehr. Horn ist ein Hoffnungsträger für die Entwicklung des japanischen Fußballs und dementsprechend intensiv wird er auch verfolgt."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»

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