Auf Auswärtsfahrt mit den "Falken"

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Vorsichtigen Schrittes klettert Alex auf das Gerüst. Die schmalen Metallsprossen der Leiter haben die besten Tage hinter sich. Der graue Lack wirkt blass. Die Stangen wackeln. Der gut gebaute Junge, Mitte 20, erreicht trotzdem die oberste Plattform.

Kurzes Durchschnaufen. Dann der Blick über sein Revier für die nächsten 90 Minuten. Luft holen. Er schlägt fest auf die bereits zuvor montierte Trommel und läutet damit seinen Urschrei ein. „Auf geht’s Falken, kämpfen und siegen!“

Seit 2011 verfolgt Alex die Spiele des Kapfenberger SV, des Klubs mit dem Greifvogel im Wappen. Damals stiegen die Steirer aus der Bundesliga ab. Alex blieb dem Klub auch in der Ersten Liga, der paradoxerweise zweithöchsten Klasse im österreichischen Fußball, treu. Auch auswärts. So wie an diesem Freitag im Teddybären & Plüsch-Stadion in Wiener Neustadt.

Kuschlig ist es hier aber nicht. Nur rund 1500 Leute schauen sich im Schnitt eine Partie der Ersten Liga an. Das sind immer noch doppelt so viele wie bei diesem Spiel der unteren Tabellenhälfte am 28. Spieltag. Der Großteil davon füllt als Heimfans die einzige Tribüne auf der Gegengerade. Ein Überbleibsel aus den Zeiten von Investor Frank Stronach.

Der Rest vom Stadion erinnert mehr an einen Sportplatz. Hinter dem einen Tor stehen kleine Häuschen, die als Kabinen herhalten. Hinter dem anderen ein Grashügel. Sieben hohe Betonstufen ohne Sitzschalen bilden den Auswärtssektor, der rund 80 Gäste beherbergt.


Verein Kapazität Zuschauerschnitt 14/15 15/16 16/17
LASK 6.009 2.766 3.539 3.058
Austria Lustenau 9.000 2.828 2.499 2.653
Wacker Innsbruck 16.005 3.273 3.423 2.484
WSG Wattens 5.500 (717 * RL West) (844* RL West) 1.751
BW Linz 21.000 (890 * RL Mitte) (990* RL Mitte) 1.695
SV Horn 3.500 1.285 (1.210 RL Ost) 924
Kapfenberger SV 10.000 808 746 800
SC Wr. Neustadt 7.700 (2.586 * Bundesliga) 1.036 738
FAC 3.000 1.313 917 720
FC Liefering 4.190 477 753 372
Gesamt: 85.904 1.913 1.844 1.519

Quelle: transfermarkt.at


Üblich in dieser Spielklasse, die seit jeher von einem schlechten Ruf begleitet wird. „Die Liga ist sehr hochwertig“, betont KSV-Präsident und EL-Boss Erwin Fuchs. „Ich komme oft zu sehr hohen Veranstaltungen mit hochrangigen Vortragenden. Die wären über 1000-1500 Besucher jede Woche froh. Das muss man erstmal schaffen. Ich würde das nicht schlechtreden.“

Anstoßzeiten verursachen Probleme

Auch andere sind motiviert. „Es ist einfach immer eine Gaudi“, lächelt Alex gute zwei Stunden zuvor bei der Abfahrt um 16:15 Uhr aus Kapfenberg. Wie am Hochstand behält er auch im Bus die Übersicht. In der letzten Reihe hütet er die „Gösser“-Bierkiste. „Und die Älteren vertragen ja nicht mehr so viel“, meint er augenzwinkernd und leert die erste Bierflasche. Mehrere sollten folgen.

Die großen Grazer Vereine Sturm und der GAK haben den Leobener hingegen nie gereizt. Der KSV schon. Als Vorstandsmitglied des Fanklubs „Wilde Falken“, einem von dreien, mit rund 15 Mitgliedern folgt er seinem Herzensverein so oft wie möglich. Die Anstoßzeiten der Ersten Liga machen es ihm nicht leicht.

Freitag, 18:30 Uhr, lautet die übliche Beginnzeit für Spiele der Ersten Liga. „Nach Auswärtsfahrten verpass ich da oft den letzten Zug“, schildert Alex die Tücken im Leben eines Auswärtsfans. Nicht einmal sein Job bei der ÖBB helfe ihm hier: „Ich kann mir den Fahrplan leider nicht selbst richten“, lacht der Vollbärtige. „Englische Wochen“ mit Abendspielen am Montag oder Dienstag sind sowieso unmöglich, wenn am nächsten Morgen die Arbeit ruft.

Nicht nur Zeit, auch Geld wird in dieses Hobby investiert. 650 Euro kostet der gemietete Reisebus. Der Klub stellt zwar ein gewisses Reisebudget pro Saison zur Verfügung. Dieses deckt aber nicht ganz die Kosten. Den Rest sammeln Petra und Nina von den Mitfahrern ein.

Petra agiert als Fanbeauftragte des Klubs und damit als Verbindungsmitglied zu den Fans. „Bei mir können sich die Leute für die Busfahrten anmelden. Ich schaue, dass die Flaggen und sonstige Fanutensilien in den Bus kommen. Und dass niemand die Abfahrt verpasst“, lacht die 45-Jährige mit der dunkelroten Kurzhaarfrisur und ebenso roten Jacke. Auf ihr prangt ein Bundesliga-Logo. Aus besseren Zeiten des Vereins.

Die Bundesliga-Reform macht Angst

Wie in den vier Bundesliga-Saisonen (2008-2012) werden die Auswärtsfahrer auch in der Ersten Liga von einer Polizei-Eskorte nach Niederösterreich begleitet. Vorschrift ist Vorschrift.

Die wichtigste davon folgt aber erst 2018: Die Bundesliga-Reform. Dann wird die oberste Spielklasse auf 12, die dann Zweite Liga auf 16 Teams aufgestockt. Letztere sollen sich dann die Anstoßzeiten am Wochenende selbst aussuchen können. Zumindest eine Chance auf fanfreundlichere Termine.

Bei den Hardcore-Fans aus Kapfenberg überwiegt aber die Skepsis. „Wir als kleinerer Verein fühlen uns im Stich gelassen“, so Nina. Die Frau mit den langen, schwarzen Haaren umklammert ihre Bierflasche mit ihren abwechselnd rot und weiß lackierten Fingernägeln. Ganz getreu den Vereinsfarben.

Der KSV bekam bereits diese Saison vier Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzbestimmungen zwangsabgezogen. Die Sponsorensuche gestaltet sich schwierig. Mangelnde TV-Gelder – die bewährte „Sky“-Konferenzschaltung am Freitag wird wohl nicht verlängert – würden das erschweren. Die Anforderungen für die dann Zweite Liga senken sich, sie stellt auf einen gemischten Profi- und Amateurbetrieb um. Die Bundesliga erhöht hingegen die Auflagen.

Die Aufstiegsaspiranten lassen sich dann an einer Hand abzählen. Publikumsmagneten wie der LASK und Wacker Innsbruck steigen (früher oder später) auf. Übrig bleiben Klubs wie der KSV, zwischen zwei Stühlen: Zu „schlecht“ für den Aufstieg, zu gut für den Abstieg. Dazu gesellen sich Regionalligisten und die nicht gerade fananziehenden Amateurklubs. KSV-Präsident Erwin Fuchs ist sich ob der finanziellen Zukunft unsicher: „Wir sind einer der größten Verlierer der Reform.“


Nach sechs Jahren ist der LASK zurück in der Bundesliga. Das sind die Linzer Aufstiegs-Helden:

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PAVAO PERVAN (29/AUT/Tormann) - Der Kapitän und die Nummer 1. Kam 2010 zum LASK und stieg von Bundesliga in die Erste Liga in die Regionalliga ab. Blieb stets treu.

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FILIP DMITROVIC (21/SRB/Tormann) - Ersetzte im Herbst die verletzte Nummer eins und den Kapitän Pavao Pervan hervorragend.

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CHRISTIAN RAMSEBNER (28/AUT/Innenverteidiger) - Der Abwehrchef kam 2015 von der Austria und ist mit 113 Bundesliga-Einsätzen bereit für die Rückkehr.

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FELIX LUCKENEDER (23/AUT/Innenverteidiger) - Der Linzer ist aus der Abwehrzentrale nicht mehr wegzudenken und auch torgefährlich - traf sechs Mal, zwei Mal im Derby.

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KENNEDY KOFI BOATENG (20/GHA/Innenverteidiger) - Kam vor einem Jahr zum LASK und gab schon die eine oder andere Talentprobe ab.

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PAULO OTAVIO (22/BRA/Linksverteidiger) - Otavio ist Stammspieler und spielte schon bei Stögers 1. FC Köln vor, unterschrieb aber zuletzt bis 2019 beim LASK.

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MAXIMILIAN ULLMANN (20/AUT/Linksverteidiger) - Linzer Eigengewächs ersetzte Otavio immer wieder gut und ist eine der jungen Hoffnungen beim LASK.

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REINHOLD RANFTL (25/AUT/Rechtsverteidiger) - Unangefochten auf der rechten Abwehrseite, auch dank 5 Toren und 7 Assists ein Publikumsliebling.

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MICHAEL LAGEDER (25/AUT/Rechtsverteidiger) - Der Oberösterreicher kam an Reini Ranftl nicht vorbei und deswegen auf wenige Kurzeinsätze.

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PETER MICHORL (21/AUT/Mittelfeld) - Kam 2014 von der Austria und hat sich einen Stammplatz im Mittelfeld ergattert. Linksfuß spielte nur in zwei Partien nicht.

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DOGAN ERDOGAN (20/TUR/Mittelfeld) - Kam 2015 von Samsunpor und zeigte im zentralen Mittelfeld immer wieder ansprechende Leistungen.

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FABIAN MIESENBÖCK (23/AUT/Mittelfeld) - Wechselte im August von Klagenfurt ablösefrei zum LASK, kam aber zumeist nur als Joker. Vertrag läuft aus.

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LUKAS GRGIC (21/AUT/Mittelfeld) - Gehörte zu Beginn der Saison im zentralen Mittelfeld zur Stammelf und traf drei Mal, im Frühjahr kam er seltener zum Einsatz.

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DIMITRY IMBONGO (27/FRA/Außen) - Kam im Winter 2015/16 von Kapfenberg zum LASK und gehört zu den schnellen Außenspielern der Linzer.

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ALEXANDER RIEMANN (25/GER/Außen) - LASK schlug im Winter bei Wacker zu, seine Schnelligkeit passt gut ins Linzer Spiel. Ein Tor und drei Assists stehen zu Buche.

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THOMAS MAYER (21/AUT/Außen) - War im Stuttgarter und Rapid-Nachwuchs, kam vor einem Jahr aus Liefering und kann auf beiden Seiten eingesetzt werden.

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MANUEL KERHE (29/AUT/Mittelfeld) - Der Ex-WAC-Spieler kam 2015, hatte es in dieser Saison nicht leicht, traf aber zuletzt im Doppelpack gegen Lustenau.

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RENE GARTLER (31/AUT/Stürmer) - Der Star der Mannschaft und mit 15 Treffern der Torgarant der Linzer.

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FABIANO (31/BRA/Stürmer) - Wurde 2008 mit Rapid Meister, war bei Wacker, in Griechenland und Ukraine. Der LASK holte ihn als vereinslosen Spieler 2012 in die Regionalliga.

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MARKO RAGUZ (18/AUT/Stürmer) - Jungspund mit kroatischen Wurzeln traf beim Debüt und im Derby. U19-Nationalspieler und jemand, auf den die Hoffnungen ruhen.

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RAJKO REP (26/SLO/Mittelfeld) - Der LASK holte den Offensivmann im Sommer von A. Klagenfurt und Rep dankte es mit bislang fünf Toren und sechs Assists.

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DOMINIK REITER (19/AUT/Stürmer) - Nachwuchsstürmer wirkte mit fünf Einsätzen beim Linzer Aufstieg mit. Auch ein U19-Nationalspieler.

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PHILIPP WIESINGER (22/AUT/Verteidiger) - Universell einsetzbarer Verteidiger wechselte von Liefering zum LASK, kam aber nur auf drei Einsätze.

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IONE CABRERA (31/ESP/Innenverteidiger) - Wirkte zu Beginn der Saison vier Minuten mit, dann an die Admira abgegeben.

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MARIO REITER (30/AUT/Mittelfeld) - Sein Abschied im Winter zeichnete sich ab, wechselte nach 79 Minuten im Herbst zu ASKÖ Oedt (mit Mäzen Franz Grad).

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OLIVER GLASNER (42/AUT/Trainer): Verließ Ried 2015 zugunsten der Chance beim LASK und steigt im zweiten Jahr souverän mit den Linzern auf.

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MICHAEL ANGERSCHMID (43/AUT/Co-Trainer) - Glasner holte seinen Freund zum LASK, arbeitet rund um die Uhr für den Erfolg.

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WOLFGANG WIMMER (51/AUT/Tormann-Trainer) - Der Vater von Kevin Wimmer ist seit sechs Jahren beim LASK engagiert.

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Siegmund Gruber (AUT/LASK-Präsident) - Ein Freund des LASK, der die Karriereleiter emporstieg und das Amt des Präsidenten, das keiner richtig wollte, übernahm.

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JÜRGEN WERNER (55/AUT/Berater) - Gilt als Archtitekt des LASK neu ab 2013 nach der Übernahme von Peter-Michael Reichel.

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Gleichzeitig halten aber alle Beteiligten - seien es Fans, Spieler oder Funktionäre - neue Impulse für notwendig. „Die Reform ist insofern richtig und falsch“, fasst Alex die Zwiespältigkeit zusammen.

Alt und Jung

Einig sind sich die KSV-Fans über den Ausgang des Spiels. „Das gewinnen wir“. Im Stadion hängen Alex und seine Kumpanen derweil die rot-weißen „Falken“-Banner am Gitter auf. Ein älterer Herr steigt dafür auf den Holzzaun davor. Splitter brechen ab. Das Holz ist morsch. Gelächter. „Dafür zahlt man hier eine der teuersten Auswärtskarten in der Liga“, kann sich Horst den Seitenhieb nicht verkneifen.

15 Euro kostet das blaue Ticket für den Auswärtssektor in Wiener Neustadt (teurer ist nur Innsbruck (18) und pikanterweise Kapfenberg (17); andere Klubs haben zumindest günstigere Ermäßigungen). Horst zahlt nur 13 als Senior. Er ist eines von 150 Mitgliedern der „Grauen Falken“.

Ja, der Name dürfte etwas mit den graumelierten Haaren der diesmal 20-Mann-starken Reisegruppe zu tun haben. Jeder von ihnen trägt eine hellrote KSV-Jacke. Einheitslook. Wie früher. „Viele von uns haben selbst einmal für den Verein gespielt.“ Die Klubverbundenheit sei naturgemäß höher: „Ich habe den ganzen Weg mitgemacht: Regionalliga. Erste Liga. Bundesliga. Erste Liga.“

Anpfiff zum Spiel. Alex gibt den Takt mit der Trommel vor. Die „Grauen Falken“ auf der obersten Betonstufe schreien den Klub nach vorne: „Hier regiert der KSV“. Die Kombination von Alt und Jung funktioniert. Nicht so am grünen Rasen. Kapfenberg hat mit 23,5 Jahren den drittjüngsten Startelf-Durchschnitt der Liga. Getreu dem Motto: „Heute für Morgen“.

Einer der wenigen Routniers, Kapitän David Sencar (33), muss gelbgesperrt zuschauen. Die Erfahrung fehlt. Wiener Neustadt geht früh in Führung. „Der erste Ball gleich drinnen. Wo ist die Gerechtigkeit?“, hadert ein Grauer Falke mit dem ungünstigen Start.

„Spielerisch kannst in der Liga nix lösen“

In der Tat war es das erste Highlight der Partie. Spielfluss? Kaum vorhanden. Kampf und Krampf prägen das Spiel. Kein Wunder, dass Schiedsrichter Helmut Trattnig mehrere knifflige Entscheidungen zu treffen hat. Nicht immer zum Wohlfallen der Gäste-Fans, die sich über manchen Pfiff nur wundern: „Das war mindestens einen Kilometer Abseits!“

46 Foulunterbrechungen zählt das Spiel am Ende. Nicht ungewöhnlich. „Spielerisch kannst in der Liga nix lösen“, erklärt Horst. Für den mittelgroßen Mann mit schwarzer Brille und KSV-Schal hat das aber nichts mit der spärlichen Zuschauerkulisse zu tun: „Das liegt an Österreich“.

Aber auch an der allgemeinen Entwicklung im Fußball. „Die schönste Nebensache der Welt“ wird heutzutage mittlerweile täglich im Fernsehen gezeigt. Champions League am Dienstag und Mittwoch. Europa League am Donnerstag. Top-Spiele der Premier League, La Liga und Serie A können günstig abonniert werden. Wer gibt dann noch Geld für einen Stadionbesuch beim heimischen Fußball aus? Damit kämpft auch die Bundesliga, die Erste Liga umso mehr.

Auch für die Spieler ist das alles keine leichte Situation. David Sencar, mit elf Jahren unterbrochener Vereinszugehörigkeit ein KSV-Urgestein, formuliert es offen: „Natürlich macht die Kulisse viel aus. Es geht gar nicht so sehr darum, dass hier Stadien für 20.000 Zuseher stehen, sondern dass das Stadion zumindest voll ist. Dann hat man schon eine ganz andere Atmosphäre.“

„Getrunken und geschlafen wird immer“

800 Leute geben sich die heutige Partie im Stadion. 7.700 hätten Platz. Zumindest der Auswärtssektor hat momentan seinen Spaß. Der KSV gleicht aus. Falken allen Alters liegen sich in den Armen.

Alex haut kräftig in die Trommel. Bei einsetzender Dunkelheit steht er noch immer in kurzer Hose und Pulli, selbstredend alles in Rot, am Gerüst. „Mir wird nicht so schnell kalt.“ Die körperliche Betätigung am Schlaginstrument hilft vermutlich.

Der Junge hofft nicht nur auf den Siegtreffer, sondern auch auf Nachschub im Fanklub. Vor allem Junge sind nur schwer zu begeistern. Der Pool mit knapp 25.000 Einwohnern in Kapfenberg ist zudem begrenzt. Die Bundesliga-Zeiten haben 3.500 Leute ins Franz-Fekete-Stadion gelockt. Die Erste Liga ist selbst für „Falken“ kein guter Lockvogel: „Die Regionalliga ist für viele interessanter“.

Dort sind die Entfernungen kürzer als in der bundesweiten zweiten Liga. Mehr lokale Rivalitäten sind die Folge. Mehr Reiz für manchen Fan. Die Ortslage ist aufgrund Anfahrtszeit aber auch für Alex entscheidend. „Ich fahr zu Spielen in der Nähe und nicht zu den namhaften Gegnern“.

Die eineinhalb Stunden nach Wiener Neustadt bringen kein Happy End, dafür zwei weitere Neustädter Tore. Der KSV verliert 1:3. Nach dem entscheidenden Kontertor ist plötzlich Stille im Auswärtssektor. Die Fahnen werden eingerollt. Alex steigt vom Gerüst.

Die getrübte Stimmung wird sich auf der Rückfahrt bemerkbar machen. Zumindest teilweise, wie der Einpeitscher lacht: „Es wird ruhiger. Aber getrunken und geschlafen wird immer.“


Durchlebe das Gefühlschaos der KSV-Fans selbst: Highlights Wr. Neustadt-KSV

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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