Bewährungsprobe für den deutschen B-Kader

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Der Begriff B-Kader wird gerne überproportional verwendet, Deutschland hat ihn sich beim Confederations Cup aber redlich verdient.

Mit Shkodran Mustafi, Julian Draxler und Matthias Ginter sind nur drei Weltmeister von 2014 dabei. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff sah bereits vor dem Turnierstart die Mannschaftsentwicklung als Hauptziel, "das Turnier zu gewinnen, ist nur zweite Priorität".

Den Kickern dürfte dies aber egal sein, schließlich haben die 21 Spieler im Kader die Chance, sich für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr zu empfehlen.

Dass auch die zweite Garde eine schlagkräftige Truppe stellt, musste Copa-Sieger Chile beim 1:1 erfahren.

Aber wer darf sich eigentlich wirklich Chancen auf ein Deja-vu 2018 in Russland machen?

Eher aus Team raus- als reinspielen

Im Tor muss Bernd Leno aufpassen, sich nicht um diese Chance zu bringen. Der Leverkusen-Schlussmann patzte beim Auftakt gegen Australien (3:2) doppelt und mit Kevin Trapp (PSG) und Marc-Andre Ter Stegen (Barcelona) wartet starke Konkurrenz.

Gegen Chile fabrizierte dann Mustafi einen folgenschweren Fehler. Neben Roma-Innenverteidiger Antonio Rüdiger wird vor allem interessant sein, wie sich Niklas Süle beim FC Bayern entwickelt.


Vielleicht bekommt Süle bald einen neuen prominenten Teamkollegen beim FC Bayern:


Für Süle spricht zudem, dass er vergangene Saison bei Hoffenheim die Dreierkette unter Julian Nagelsmann eingeimpft bekam. Eine taktische Option, die auch Bundestrainer Joachim Löw immer wieder bringt.

Auf der Außenbahn dürften Jonas Hector und Joshua Kimmich ihre Pole Position auf dieser Position festigen.

Stindl zeigt auf

In der Offensive spielte sich vor allem Lars Stindl ins Rampenlicht. Zwei Spiele, zwei Tore lautet die Bilanz des Gladbachers in den DFB-Länderspielen drei und vier. Egal, ob klassisch als hängende Spitze gegen Australien oder an vorderster Front gegen Chile. Löw imponierte zudem die körperliche Präsenz.

Auf Timo Werners Visitenkarte stehen 21 Bundesliga-Treffer für RasenBallsport Leipzig. Dazu kommt noch der selbsternannte "beste deutsche Stürmer" Sandro Wagner, für den die WM aber außer Reichweite ist.

Aus einem Grund, der auch dem Großteil des restlichen Confed-Kaders zum Verhängnis werden dürfte. Die A-Formation ist zu stark besetzt.

Emre Can, Julian Draxler, Mario Gomez, Mario Götze, Sami Khedira, Toni Kroos, Thomas Müller, Mesut Özil, Marco Reus und Leroy Sane sind wohl gesetzt. In einem 23-Mann-Kader sind die freien Offensivplätze an einer Hand abzuzählen.

Bessere Chancen bei U21-EM?

Komplette Überraschungsnominierungen wie jene von David Odonkor vor der WM 2006 wird es angesichts der Dichte wohl nicht geben. Schon eher könnten Verletzungen vereinzelt Plätze freimachen, wie der anfällige Marco Reus vor den beiden letzten Großereignissen schmerzvoll erfahren musste.

Letztlich dürfte die sportliche Wertlosigkeit des Confed-Cups jedoch genauso hoch sein wie die Chance, sich einzig dadurch noch in den WM-Kader zu spielen. Ein Zugewinn an Turniererfahrung steht im Vordergrund.

Absolvierten Italien 2009 und Spanien 2013 das Event noch in Bestbesetzung, scheint Deutschland einen neuen Weg zu gehen und das Vorbereitungsturnier für die Next Generation zu nutzen. Das führt auch dazu, dass die U21 bei der gleichzeitig stattfindenden Europameisterschaft ersatzgeschwächt antritt.

Hoffnungsschimmer für die dortigen Spieler wie Bayern-Neuankömmling Serge Gnabry ist aber die Vergangenheit: 2009 wurde die Generation Neuer, Boateng, Khedira und Özil U21-Europameister. Ein Jahr später standen sie im Kader für die WM in Südafrika.


Textquelle: © LAOLA1.at

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