Hoffenheim glaubt an Sensation gegen Liverpool

Aufmacherbild Foto: © getty
 

Auf die TSG Hoffenheim und die drei Österreicher Florian Grillitsch, Robert Zulj und Stefan Posch wartet gleich beim Debüt in der Champions League ein echter Leckerbissen.

Im Playoff bekommt es der einstige Dorfverein, der seit neun Jahren in der Bundesliga spielt, mit dem FC Liverpool zu tun. Das Hinspiel steigt am Dienstag (20:45 Uhr) in Hoffenheim.

"Die Jungs haben letzte Saison hart dafür gearbeitet, so weit zu kommen, jetzt wollen wir den Sack zumachen und dann in der Champions League spielen", glaubt etwa Bayern-Leihgabe Serge Gnabry an die Sensation.

Spiel des Jahres

Ein Weiterkommen würde zwölf Millionen Euro in die Kasse von Hoffenheim spülen. Doch mehr als das Geld reizt die Faszination, in der Königsklasse die Kräfte mit europäischen Topclubs messen zu können. "Das ist ein überragendes Ereignis für die Mannschaft und die gesamte TSG Hoffenheim. Wir wollen weiter wachsen und dabei helfen uns solche Aufeinandertreffen natürlich", erläuterte Geschäftsführer Hansi Flick.

In der Rhein-Neckar-Region dreht sich in diesen Tagen fast alles um das Spiel des Jahres. "Wir können unbeschwert, voller Selbstvertrauen und Freude an diese außergewöhnliche Aufgabe herangehen. Wir haben keinen Druck und können nur gewinnen", erklärte Vereinsmäzen Dietmar Hopp vor dem Duell mit dem 18-fachen englischen Meister, der vom deutschen Kulttrainer Jürgen Klopp betreut wird.

Nagelsmann schwärmt von Klopp

Für den schwärmt sogar Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann. "Ich schätze ihn sehr, weil er ein ganz normaler Typ ist, ein sehr erfolgreicher Trainer, aber null abgehoben, der auch mal für einen Quatsch zu haben ist. Das liebe ich, wenn Leute total normal geblieben sind", sagte der 30-Jährige. "Mir gefällt, dass er seiner Linie treu bleibt. Er lässt einen ähnlichen Fußball wie in Dortmund spielen und sich von seinem Weg nicht abbringen. Er steht für etwas."

Das gilt in gleichem Maße aber auch für den jüngsten Trainer der deutschen Bundesliga. Jürgen Klopp hält große Stücke auf seinen Trainerkollegen: "Ich kenne ihn nicht wirklich gut, verfolge aber seinen Werdegang. Er lässt sehr guten Fußball spielen und ist ein sehr großes Trainertalent."

 

Seit der Auslosung feilt Nagelsmann an einem Plan, wie er dem Topklub von der Insel ein Bein stellen kann. In Ehrfurcht erstarren wird die TSG trotz der holprigen Generalprobe beim 1:0-Cup-Sieg über den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt keinesfalls. "Wir erwarten ein tolles Erlebnis und ein gutes Spiel von uns. Ich hoffe, dass die Spieler, die nicht auf 100 Prozent gekommen sind, am Dienstag an die 100 Prozent rankommen. Dann ist es auch nicht so ganz einfach, gegen uns zu gewinnen", erklärte Nagelsmann.

Zumal Liverpool zum Ligastart nicht gerade glänzte. Beim 3:3 in Watford offenbarten die "Reds" vor allem in der Defensive einige Schwächen. Zudem fehlt der Brasilianer Philippe Coutinho, der vor einem Wechsel zum FC Barcelona steht und Dreh- und Angelpunkt im Spiel des achtfachen Europacup-Siegers (viermal Meistercup, einmal Champions League und dreimal UEFA-Cup) ist.

"Treten an, um in die Gruppenphase zu kommen"

Das beflügelt die Hoffnungen der Hoffenheimer, den bisher größten Festtag in der Vereinshistorie mit einem Sieg zu krönen und sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 23. August an der Anfield Road zu verschaffen. "Wir sind wie immer maximal ehrgeizig", betonte TSG-Profichef Alexander Rosen. "Wir treten schon an, um in die Gruppenphase zu kommen."

Seit 1997 nimmt der bestplatzierte deutsche Bundesliga-Klub hinter den fix qualifizierten Teams an den Qualifikations- oder Play-off-Spielen für die Gruppenphase der Champions League teil. Seither scheiterten erst vier deutsche Teams in der Ausscheidung: 1860 München (2000), Borussia Dortmund (2003), Schalke 04 (2008) und Borussia Mönchengladbach (2012).

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare