Jaissle: "Ärgerlich ist es allemal"

Jaissle: Foto: © getty
 

Was war das für ein Champions-League-Abend!

Der FC Red Bull Salzburg schrammt zum Auftakt in die Gruppenphase der "Königsklasse" an einer faustdicken Sensation vorbei. Auswärts gegen den FC Sevilla muss man sich am Ende aber "nur" mit einem Punkt begnügen (Spielbericht >>>).

"Nur" vor allem deshalb, weil die "Bullen" den Sieg in Halbzeit eins gleich drei Mal praktisch am Silbertablett präsentiert bekommen haben. Gleich drei Elfmeter wurden den Mozartstädtern zugesprochen, verwertet wurde aber nur einer - der zweite, von Luka Sucic.

So bekam Sevilla die Chance ebenfalls per Elfmeter auszugleichen. Eine Chance, die Ivan Rakitic dankend annahm. Am Ende bleibt natürlich die Frage, was möglich gewesen wäre. Matthias Jaissle betrachtet die ganze Angelegenheit nach Spielende nüchtern.

"Wenn wir die zwei Elfmeter reingemacht hätten, hätten wir auf alle Fälle mal zwei Tore mehr gemacht", so der Salzburg-Cheftrainer im "Sky"-Interview. "Die Frage ist, was dann Sevilla auf den Platz gebracht hätte. Das ist alles ein bisschen spekulativ."

Adeyemi und Sucic? "Sind normal richtig staubig"

Dass Matthias Jaissle die beiden Elfmeter von Karim Adeyemi und Luka Sucic aber lieber drinnen gesehen hätte, steht außer Frage: "Ärgerlich ist es allemal, da wollen wir uns auch nichts vormachen."

Zumindest von Maximilian Wöber, der auf der Gegenseite den einzigen Elfmeter für Sevilla verursachte, gibt es keinen Vorwurf. Der ehemalige Verteidiger der Andalusier kann sich dennoch nicht recht erklären, warum seine Kollegen versagten.

"Die Jungs sind normal richtig staubig vom Elfmeterpunkt. Wir haben vor dem Bröndby-Playoff nochmal trainiert. Die zwei haben normal alle reingehaut", so Wöber, der aber auch meint: "Das sind Ausnahmesituationen in einem Champions-League-Spiel. Das gehört dazu, das passiert. Da mache ich keinen Vorwurf."

Ob routinierte Spieler getroffen hätten? Matthias Jaissle kann es nicht beantworten: "Ich kann nicht sagen, ob ein 36-Jähriger das Ding verwandelt hätte. Wenn wir einen weiteren Elfmeter kriegen, hoffen wir einfach, dass er reingeht."

Überzahl erschwerte Salzburg teilweise das Spiel

In der zweiten Halbzeit war dann zwar mit den Elfmetern Schluss, dafür spielte Salzburg nach Ausschluss gegen Youssef En-Nesyri aber plötzlich die gesamte zweite Hälfte in Überzahl. Ein Umstand, den die Mozarstädter nicht ausnutzen konnten.

"Das ist das klassische Spiel. Wenn der Gegner in Unterzahl ist, verteidigen sie noch tiefer. Aber bei dieser Qualität, die Sevilla im Kader hat, ist es natürlich brandgefährlich, dass sie im Konter nochmal zuschlagen. Über Flanken und Standardsituationen kann es immer wieder mal passieren, dass wir da ein Tor fressen", sagt Jaissle.

Jaissle: "Achterbahn der Gefühle"

Wie bewertet man dann schlussendlich so ein Spiel, in welchem man als klarer Außenseiter zwei Elfmeter vergibt und dazu auch noch eine gesamte Halbzeit in Überzahl spielt?

"Ich würde es als eine Achterbahn der Gefühle beschreiben. In Summe, wenn man zwei Elfmeter verschießt und hier einen Punkt mitnimmt in Sevilla, da kann man doch auch wirklich zufrieden sein. Vor allem die Art und Weise hat mich beeindruckt, wie es die junge Mannschaft hier gemacht hat", erklärt Jaissle.

"In Summe bin ich sehr zufrieden. Das war das erste Spiel für viele meiner Jungs in der Champions League. Das haben sie richtig gut gemacht", fügt der Deutsche an.

Wöber: "Ein weinendes Auge dabei"

Maximilian Wöber sieht die Sache ganz ähnlich: "Vor dem Spiel, wenn uns einer gesagt hätte, dass wir Unentschieden spielen, wären wir alle glücklich gewesen. Wenn man sich den Spielverlauf anschaut, ist ein weinendes Auge dabei, dass wir heute nicht mehr mitgenommen haben." Aber dennoch: "Sevilla ist eines der besten Teams in Europa, auswärts einen Punkt mitzunehmen, ist eine sehr gut Ausgangslage."

Mit einem Punkt in Sevilla lässt es sich bestimmt gut leben. Die kommenden Wochen werden weisen, was für Salzburg in dieser Champions-League-Saison noch drinnen ist.

"Wir werden das weiterhin von Spiel zu Spiel angehen. Es ist nicht selbstverständlich bei dieser jungen Mannschaft, dass das über die Konstanz hinweg immer klappt. Deshalb lassen wir uns die Frage offen, wo die Reise noch hingeht. Ich bin optimistisch, dass wir unsere Art und Weise von Fußball auf den Platz kriegen", erklärt Jaissle.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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