Chelsea im CL-Finale: Die Leidenschaft hat gesiegt

Chelsea im CL-Finale: Die Leidenschaft hat gesiegt Foto: © getty
 

Neun lange Jahre des Wartens sind vorbei: Der FC Chelsea steht wieder im Finale der UEFA Champions League.

Für die "Blues" ist es nach dem Triumph über Real Madrid im Halbfinale der erste Finaleinzug seit 2012, damals hatten die Londoner dann auch den bisher einzigen Triumph in der "Königsklasse" gefeiert.

"Wir haben den Sieg verdient. Ich bin sehr stolz", sagt Trainer Thomas Tuchel nach dem 2:0-Erfolg im Rückspiel.

Nach der Führung durch Timo Werner (28.), der seinen vierten Treffer in der laufenden CL-Saison verbuchte, vergab Chelsea eine Vielzahl an Chancen auf die Vorentscheidung - sehr zum Leidwesen der Bande im Stadion an der Stamford Bridge.

"Ich habe dazwischen mal gegen die Bande getreten", schildert Tuchel im "Sky"-Interview seinen Ärger über die Chancenauswertung und alnalysiert: "Die erste Halbzeit war hart. Es war sehr schwer, sich Chancen herauszuspielen, aber wir haben nie den Hunger und die Leidenschaft verloren. Wenn du dann so eine zweite Halbzeit spielst wie wir, mit der Überzeugung, dem Mut und dem Biss und du spielst dir so viele Chancen heraus, aber kriegst das Ding nicht rein, was die Erlösung wäre, dann ist es nochmal eine doppelte und dreifache Leistung, konzentriert und positiv zu bleiben - nicht nur an der Seitenlinie, sondern auch die Spieler. Und da bin ich sehr stolz drauf."

Werner: "Kindheitstraum wird wahr"

Für den vielumjubelten Schlusspunkt sorgte Mason Mount nach zahlreichen vergebenen Chancen in der 85. Minute. Der Torschütze tat sich im Interview nach dem Erfolg schwer, Worte zu finden.

"Es war ein schweres Spiel gegen Real Madrid, aber es war eine brillante Leistung von uns, wir haben sehr hart gearbeitet. Wir wollten diesen Sieg einfach unbedingt", so Mount.

"Dass ich getroffen habe, freut mich natürlich. Das zweite Tor war wichtig für uns, das hat man auch daran gesehen, wie wir gefeiert haben. Aber das wichtigste ist, dass wir weitergekommen sind", stellt er die Leistung des gesamten Teams in den Vordergrund.

Timo Werner sprach von einem "Kindheitstraum, der in Erfüllung geht". "Ich glaube, außer Mateo (Anm. Kovacic) ist noch keiner von uns so oft im Finale gestanden, wir sind ein sehr sehr junges Team. Ich glaube, viele haben davon geträumt, als sie als Kind vor dem Fernseher gesessen sind und die Spiele geschaut haben, das selber mal zu erreichen. Und das jetzt auch so beeindruckend auch in der Art und Weise, wie wir es heute gemacht haben, zu schaffen, ist wirklich ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht."

Chelsea leidet für die Null

Chelsea verbesserte unter Tuchel erneut auch die eigene Bilanz. In 24 Partien unter der Regie des Deutschen gab es erst zehn Gegentore, zum 18. Mal seit Tuchels Amtsantritt stand am Ende die Null.

"Es war von meinem ersten Spiel hier an immer so, dass alle elf gelitten haben, um zu verteidigen. Das ist sehr besonders. Diese Zu-Null-Spiele sind außergewöhnlich und eine Riesen-Teamleistung", lobt der Trainer.

Finale wird "klassisches 50:50-Spiel"

Eine derartige Teamleistung wird es wohl auch im Finale am 29. Mai in Istanbul brauchen, wo Manchester City wartet. Das Team von Pep Guardiola qualifizierte sich dafür am Dienstag mit einem 2:0 und Gesamt-4:1 über Paris St. Germain.

"Wir wollen dieses Endspiel natürlich gewinnen. Wir kennen ManCity gut aus der Liga, haben in dieser Saison schon drei Mal gegen sie gespielt. Das wird ein unglaubliches Spiel", prophezeit Mount.

Tuchel freut sich auf das große Finale und erwartet ein "klassisches 50:50-Spiel". Wir haben ein sehr starkes Spiel im FA Cup gegen City gemacht, das gibt uns schon viel Selbstvertrauen. Ich bin dankbar, dass wir ins Finale gekommen sind, aber wir werden in Istanbul ankommen, um zu gewinnen. Wir werden uns darauf vorbereiten, zu gewinnen, so wie wir das diesmal auch getan haben. Die Mannschaft hat sich diesem Erfolg verschrieben und tut alles dafür."

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Real: "Chelsea hat den Sieg verdient"

Rekordsieger Real muss hingegen weiter auf den achten CL-Erfolg warten. Nachdem man von 2016 bis 2018 immer den Pokal gestemmt hatte, schaffte man es nicht mehr ins Endspiel.

"Natürlich sind wir nicht glücklich, wenn man ein Semifinale verliert, kann man das auch nicht sein. Es ist schwierig zu verkraften", sagt Trainer Zinedine Zidane. "Wir müssen aber zugeben, dass sich Chelsea den Sieg verdient hat. Wir haben gekämpft und alles versucht, aber sie haben es sich verdient aufzusteigen. Sie haben ein großartiges Spiel abgeliefert. Das muss man anerkennen. Ich bin aber auch stolz auf mein Team - wir waren nur ein Match vom Finale entfernt. Jetzt müssen wir uns voll auf die Liga konzentrieren."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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