10 Gründe, warum Champions-League-Finale geil wird

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3. Juni 2017, Millennium Stadium, Cardiff, Wales.

Mit beeindruckenden Leistungen haben sich Real Madrid und Juventus Turin ihren Weg ins Finale der UEFA Champions League gebahnt, die Fans haben den Termin bereits dick und fett im Kalender markiert.

Doch nicht nur auf Sympathisanten des "weißen Balletts" oder der "Alten Dame" wartet ein Finale der Extraklasse. Auch sonst dürfen sich Fußball-Begeisterte auf den Showdown freuen.

LAOLA1 nennt 10 Gründe, warum das Champions-League-Finale geil wird:

1) Gianluigi Buffons großer Traum

Grande Gigi! Eigentlich unglaublich, dass Gianluigi Buffon den Champions-League-Pokal in seiner langen und herausragenden Karriere noch nie in die Höhe stemmen durfte. Die italienische Torhüter-Legende hat außer der "Königsklasse" alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt - am 3. Juni will Buffon seine Sammlung komplettieren. Auch im Alter von 39 Jahren zählt das Juve-Urgestein zu den Besten seines Fachs und bringt gegnerische Angreifer zur Verzweiflung. Die Jagd nach dem großen Traum vom CL-Pokal wird zahlreiche "neutrale" Fans auf die Seite von Juve ziehen - denn (fast) jeder vergönnt Buffon diesen Triumph.

2) Das Ende des Fluchs?

Benfica Lissabon hat seinen Guttmann-Fluch, die Königsklasse jenen des Titelverteidigers. Seit Einführung der Champions League in der Saison 1992/93 konnte kein Champion seinen Titel im darauffolgenden Jahr verteidigen. Real Madrid steht nun vor der großen Chance, diesen Meilenstein als erstes Team überhaupt in all den 24 Jahren zu schaffen. Viele Titelträger scheiterten in den letzten Jahren schon auf dem Weg ins Finale, die Chance erst im Endspiel vergaben 1994/95 der AC Milan, 1995/96 Ajax Amsterdam, 1996/97 Juventus Turin und 2008/09 Manchester United. Und Real? Nach "La Undecima" will der Rekordchampion des Landesmeister-Pokals bzw. der Champions League eine neue Ära einläuten.

VIDEO - So feierten die Juve-Fans in Wien den Finaleinzug:

3) Zidane gegen seine alte Liebe

Dreifacher Weltfußballer, Ausnahmekönner, Welt- und Europameister, als Trainer bei seinem Herzensklub emporgestiegen, die Champions League 2016 gewonnen, am besten Weg zur Titelverteidigung und zum erstmaligen Meistertitel - Zinedine Zidanes Aufstieg kennt keine Grenzen. Trotz anfänglicher Skepsis und immer wieder auftauchender Kritik belehrt Zizou das Umfeld immer wieder eines Besseren. Eine imposante Saison neigt sich dem Ende zu. Seinen Lehrmeister Carlo Ancelotti konnte er mit dem FC Bayern München bereits aus dem Bewerb werfen, doch nun wartet für den Franzosen auch noch im Finale ein nostalgisches Wiedersehen mit Juventus Turin. Nach seinem Durchbruch in Bordeaux reifte er bei den Bianconeri zu jener Spielerpersönlichkeit, welche die Welt mit seinem Können in Atem hielt. "Ich habe Juventus in meinem Herzen. Auf diesen Klub, der mich zu einem besseren Spieler und Menschen machte, im Finale zu treffen, ist etwas besonderes", so Zidane. Von 1996 bis 2001 streifte er das Trikot der Italiener über, ehe er zu Real wechselte. Mit Juve wurde er zwei Mal italienischer Meister, Weltpokalsieger, italienischer Superpokalsieger, UEFA-Supercup-Sieger und in dieser Zeit zwei Mal Weltfußballer (1998, 2000). Die Champions League konnte er allerdings nur mit Real gewinnen.

4) BBC vs. BBC

Nein, hier geht es nicht um das interne Duell eines britischen Fernsehsenders. Und nein, auch nicht um den Titel eines Schmuddelfilms. Tatsache ist: Real Madrid und Juventus Turin verfügen jeweils über ein "BBC"-Trio. Bei den "Königlichen" ist es der Angriff um Benzema, Bale und Cristiano Ronaldo, bei der "Alten Dame" das Abwehr-Triumvirat Bonucci, Barzagli, Chiellini. Die Frage ist jedoch, ob der aktuell verletzte Gareth Bale bis zum Endspiel überhaupt fit wird. Im Finale wird sich jedenfalls zeigen, ob der Abwehrriegel der Italiener auch gegen Reals Super-Offensive hält.

5) Kroos vs. Khedira

Deutsches Duell im Champions-League-Finale? 2013 standen sich Bayern München und Borussia Dortmund gegenüber, dieses Jahr scheiterten beide Teams bereits vorzeitig. Die deutsche Flagge hoch halten zwei Legionäre: Toni Kroos und Sami Khedira. Die beiden Mittelfeld-Strategen sind die ersten beiden Deutschen, die mit nicht deutschen Teams im Finale aufeinandertreffen. Die beiden Weltmeister sind Freunde und haben sich dieses Duell erhofft. Beide konnten schon die Champions League gewinnen. Kroos 2013 mit Bayern und 2016 mit Real, Khedira 2014, damals noch mit den Königlichen. Somit ist auch sein Wiedersehen mit dem Ex-Klub ein ganz spezielles. Beide Regisseure sind bei ihren Teams kaum wegzudenken. Kroos dirigiert das Real-Mitelfeld, strahlt unheimliche Ruhe aus und überzeugt mit sensationellen Bestwerten. Khedira gewann bei Juventus immer mehr Einfluss und ist zum absoluten Leistungsträger avanciert, der zwischen der glorreichen Abwehr und dem torgefährlichen Sturm als Schaltzentrale werkt.

6) Modric vs. Mandzukic

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Neben Kroos gegen Khedira kommt es zu einem weiteren interessanten Nationenduell: Luka Modric gegen Mario Mandzukic. Die beiden Kroaten spielten in der Saison 2007/08 gemeinsam für Dinamo Zagreb, ehe sich die Wege trennten. Der ein Jahr ältere Modric wechselte zu Tottenham und landete 2012 bei Real, für Mandzukic ging es 2010 zum VfL Wolfsburg. Über den FC Bayern und Atletico Madrid landete er 2015 schließlich bei Juventus. Im kroatischen Nationalteam sind die beiden aber noch heute ein Herz und eine Seele, im CL-Finale stehen sie sich jedoch als Gegner gegenüber.

7) Die Neuauflage von 1998

Wiedersehen macht Freude - heißt es zumindest. Wenn sich Juventus Turin an das Champions-League-Finale 1998 zurückerinnert, wird es einigen kalt den Rücken hinunterlaufen. Im Endspiel in der Amsterdam Arena kreuzten große Namen der damaligen Zeit ihre Klingen, wie zum Beispiel Alessandro del Piero, Didier Deschamps oder Zinedine Zidane auf Seiten von Juve oder Raul, Clarence Seedorf und Roberto Carlos bei Real. Den Siegtreffer für die Königlichen am 20. Mai 1998 erzielte Predrag Mijatovic in der 67. Minute. Seit dem damaligen Finale standen sich die beiden Klubs zehn Mal in der Königsklasse gegenüber, mit interessanter Bilanz: 5 Mal ging Juve als Sieger hervor, 3 Mal Real, 2 Mal wurden die Punkte geteilt. Doch auch wenn Juve Real 2002/03 im Halbfinale, 2004/05 im Achtelfinale und 2014/15 im Halbfinale eliminierte, bleibt immer noch die Erinnerung an das verlorene Finale 1998. Diese Scharte gilt es aus Sicht der Italiener heuer auszumerzen.

CL-Finale 1998, Real Madrid - Juventus Turin 1:0 (0:0)

Real spielte mit: Bodo Illgner – Christian Panucci, Manolo Sanchís, Fernando Hierro, Roberto Carlos – Fernando Redondo – Christian Karembeu, Clarence Seedorf – Raúl (90. José Emilio Amavisca) – Fernando Morientes (82. Jaime), Predrag Mijatović (89. Davor Šuker)
Trainer: Jupp Heynckes

Juventus spielte mit: Angelo Peruzzi – Moreno Torricelli, Mark Iuliano, Paolo Montero – Angelo Di Livio (46. Alessio Tacchinardi), Didier Deschamps (78. Antonio Conte), Edgar Davids, Gianluca Pessotto (71. Daniel Fonseca) – Zinédine Zidane – Filippo Inzaghi, Alessandro Del Piero
Trainer: Marcello Lippi

8) C-r-i-s-t-i-a-n-o- R-o-n-a-l-d-o

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Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Aber der Großteil schaut ihm zumindest gerne beim Fußball spielen zu. Es gibt kaum einen Rekord, den CR7 nicht geknackt hat. Wenn er es nicht war, war es Lionel Messi. Doch eben mit diesem kann er nun gleichziehen: Messi konnte die Champions League bisher vier Mal gewinnen, Ronaldo könnte sich die Trophäe in Cardiff ebenfalls zum vierten Mal sichern. Der Real-Star hat zudem bewiesen, dass er trotz vieler kritischen Stimmen vor allem in den großen Spielen zur Stelle ist, wenn es darauf ankommt. Seine zwei Dreierpacks in Folge gegen Bayern und Atletico, die den Einzug ins Endspiel ermöglichten, gehen in die Geschichte ein. Mit 103 Champions-League-Treffern setzt der Portugiese ohnehin neue Maßstäbe. Im Finale ist eine Erhöhung des Torkontos ebenfalls noch drin, ein weiterer Treffer würde ihn diese CL-Saison mit ebenso vielen Treffern wie Widersacher Messi abschließen lassen. Real ohne Ronaldo? Kaum vorstellbar. Doch mit 32 Jahren könnte es doch schon eine der letzten Chancen für den Exzentriker sein, das Titelkonto noch zu erhöhen.

9) Italienischer Aufschwung oder spanische Dominanz?

In den letzten drei Jahren ging die Champions League stets an ein spanisches Team. Real Madrid (2013/14, 2015/16) und der FC Barcelona (2014/15) krönten sich zu Europas Königen. Der letzte Sieg eines italienischen Teams ist überhaupt schon sieben Jahre (Inter Mailand 2009/10) her. Italiens Fußball wurde in den letzten Jahren von Skandalen gebeutelt, in der Serie A sind die Tribünen über weite Strecken leer. Spaniens Fußball blühte durch die Zugpferde Real Madrid, Barcelona und Atletico Madrid hingegen auf. Bleibt die Frage, ob im Finale die spanische Dominanz fortgesetzt wird oder ob ein italienischer Aufschwung eingeleitet wird.

10) Ein gebürtiger Österreicher spielt um den Titel

Ein gebürtiger Österreicher hat (erneut) die Chance auf den CL-Titel. Real Madrids Mittelfeldspieler Mateo Kovacic wurde 1994 in Linz geboren und lebte bis zu seinem 13. Lebensjahr in Oberösterreich, ehe er in die Heimat seiner Eltern zu Dinamo Zagreb wechselte. Die kroatische Staatsbürgerschaft hatte er von Kind auf. 2013 folgte der Schritt zu Inter Mailand, zwei Jahre später jener zu den "Königlichen". Der 23-Jährige gehört nicht zum Stammpersonal, hat in dieser Saison aber immerhin schon 36 Einsätze auf dem Konto. Die Champions League konnte er im Vorjahr schon gewinnen, damit hat ein gebürtiger Österreicher die Chance auf die historische Wiederholung des Titels.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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