So geht's Hösele bei Sturm an

 

Tapetenwechsel beim SK Sturm Graz!

Auf Nestor El Maestro folgt für die letzten drei Spiele - oder auch fünf, wenn die Grazer doch noch mit Platz fünf das Europacup-Playoff erreichen sollten - dieser Saison Thomas Hösele als Interimstrainer, der die Mannschaft gemeinsam mit David Tauschmann führen soll.

Beide zeigten sich für den Erfolgslauf der Sturm-Amateure in der Regionalliga Mitte verantwortlich, ehe der Saison-Abbruch dem Tabellenführer beim Ziel Aufstieg in die HPYBET 2. Liga einen Strich durch die Rechnung machte.

Vor wenigen Tagen wurden die Verträge des Trainergespanns noch verlängert, plötzlich sind sie für die Profis zuständig - vom einen auf den anderen Tag. "Gestern zur selben Zeit hätte ich nicht geglaubt, dass ich heute hier sitze. Es war ein stressiger Abend mit vielen Besprechungen, Videoanalysen zu Rapid, Trainingsbesprechungen und jetzt Pressekonferenz", ist Hösele von den ersten Erfahrungen als Chefcoach der Profis noch überwältigt.

"Das erste Training war gut. Die Jungs machen einen tollen Eindruck, es ist eine tolle Herausforderung. Wir werden alles unternehmen, um die verbleibenden drei Spiele möglichst erfolgreich zu bestreiten."

"Das kann dazu führen, dass kleinere Knoten platzen - oder sogar ein großer"

Die Entscheidung seitens der sportlichen Führung kam für ihn "wirklich völlig unerwartet". Selbst als er von Schicker zum Gespräch gebeten wurde, ahnte er noch nicht, dass er plötzlich in die erste Reihe vorrücken soll.

Dem SK Sturm ist er jedoch seit Jahren eng verbunden, weshalb er nicht zwei Mal überlegen musste. "Das ist mein Verein, für den ich schon lange tätig bin. Das sind die Jungs, die unter mir schon trainiert haben oder die ich mitausgebildet habe. Von daher war das Interesse immer da."

Nur drei - oder eben fünf - Spiele bleiben dem Interimscoach Zeit, um die Talfahrt der Grazer zu stoppen und wieder Zuversicht bei den Steirern einkehren zu lassen, denn die vergangenen Wochen waren ernüchternd.

"Ein Trainerwechsel kann immer etwas bewirken", ist sich Hösele sicher. "Es ist eine andere Ansprache, andere Trainingsinhalte. Das kann natürlich dazu führen, dass vielleicht kleinere Knoten platzen - oder sogar ein großer."

Viel Potenzial für die Zukunft im Sturm-Nachwuchs

Die Mannschaft ist verunsichert, große Ansagen kann der neue starke Mann noch nicht machen. "Es war das erste Training, das erste Kennenlernen. Man kennt sich vom Sehen, die letzten Spiele habe ich auch gesehen. Aber es ist noch zu früh, zwei Tage nach der Belastung mit dem Spiel gegen den WAC, Entscheidungen zu treffen", will Hösele noch keine Aufstellung verraten.

Hösele ist ein Spezialist, wenn es darum geht, junge Spieler an die Profis heranzuführen. Trotz einem zukünftigen Schwerpunkt auf Eigenbauspieler dürfte Hösele nicht für eine Fixanstellung als Cheftrainer in Frage kommen, sondern nach dieser Saison wieder die Amateure ausbilden.

Christian Ilzer - ab 17. Juli 2020 - Dreijahresvertrag bis Sommer 2023.

Bild 1 von 44 | © GEPA

Thomas Hösele - Interimstrainer 25. Juni bis 17. Juli 2020

Bild 2 von 44 | © GEPA

Nestor el Maestro - von 1. Juli 2019 bis 25. Juni 2020 - 360 Tage, 32 Pflicht-Spiele (13 Siege, 5 Remis, 14 Niederlagen)

Bild 3 von 44 | © GEPA
Bild 4 von 44 | © GEPA
Bild 5 von 44 | © GEPA

Roman Mählich - von 12. November 2018 bis 5. Juni 2019 - 205 Tage, 20 Pflicht-Spiele (8 Siege, 3 Remis, 9 Niederlagen)

Bild 6 von 44 | © GEPA
Bild 7 von 44 | © GEPA
Bild 8 von 44 | © GEPA

Günther Neukirchner - Interimstrainer von 5. November 2018 bis 12. November 2018 - 7 Tage, 1 Pflicht-Spiel (1 Remis)

Bild 9 von 44 | © GEPA
Bild 10 von 44 | © GEPA

Heiko Vogel - von 1. Jänner 2018 bis 5. November 2018 - 308 Tage, 38 Pflicht-Spiele (15 Siege, 8 Remis, 15 Niederlagen)

Bild 11 von 44 | © GEPA
Bild 12 von 44 | © GEPA
Bild 13 von 44 | © GEPA

Franco Foda, Ära 3 - von 30. September 2014 bis 31. Dezember 2017 - 1188 Tage, 135 Pflicht-Spiele (67 Siege, 26 Remis, 42 Niederlagen)

Bild 14 von 44 | © GEPA
Bild 15 von 44 | © GEPA
Bild 16 von 44 | © GEPA

Günther Neukirchner - Interimstrainer von 21. September 2014 bis 29. September 2014 - 8 Tage, 2 Pflicht-Spiele (1 Sieg, 1 Remis)

Bild 17 von 44 | © GEPA
Bild 18 von 44 | © GEPA

Darko Milanic - von 4. Juni 2013 bis 21. September 2014 - 474 Tage, 53 Pflicht-Spiele (21 Siege, 12 Remis, 20 Niederlagen)

Bild 19 von 44 | © GEPA
Bild 20 von 44 | © GEPA
Bild 21 von 44 | © GEPA

Markus Schopp - Interimstrainer vom 22. April 2013 bis 3. Juni 2013 - 42 Tage, 6 Pflicht-Spiele (1 Sieg, 5 Niederlagen)

Bild 22 von 44 | © GEPA
Bild 23 von 44 | © GEPA

Peter Hyballa - von 14. Mai 2012 bis 22. April 2013 - 343 Tage, 33 Pflicht-Spiele (14 Siege, 9 Remis, 10 Niederlagen)

Bild 24 von 44 | © GEPA
Bild 25 von 44 | © GEPA
Bild 26 von 44 | © GEPA

Thomas Kristl - Interimstrainer von 12. April 2012 bis 31. Mai 2012 - 49 Tage, 7 Pflicht-Spiele (2 Siege, 4 Remis, 1 Niederlage)

Bild 27 von 44 | © GEPA
Bild 28 von 44 | © GEPA

Franco Foda, Ära 2 - von 1. Juli 2006 bis 12. April 2012 - 2112 Tage, 262 Pflicht-Spiele (119 Siege, 66 Remis, 77 Niederlagen)

Bild 29 von 44 | © GEPA
Bild 30 von 44 | © GEPA
Bild 31 von 44 | © GEPA

Michael Petrovic - von 1. September 2003 bis 31. Mai 2006 - 1003 Tage, 115 Pflicht-Spiele (35 Siege, 34 Remis, 46 Niederlagen)

Bild 32 von 44 | © GEPA
Bild 33 von 44 | © GEPA
Bild 34 von 44 | © GEPA

Gilbert Gress - von 1. Juli 2003 bis 31. August 2003 - 61 Tage, 8 Pflicht-Spiele (2 Siege, 1 Remis, 5 Niederlagen)

Bild 35 von 44 | © GEPA
Bild 36 von 44 | © GEPA
Bild 37 von 44 | © GEPA

Franco Foda, Ära 1 - von 14. September 2002 bis 30. Juni 2003 - 289 Tage, 34 Pflicht-Spiele (15 Siege, 4 Remis, 15 Niederlagen)

Bild 38 von 44 | © GEPA
Bild 39 von 44 | © GEPA
Bild 40 von 44 | © GEPA

Ivica Osim - von 1. Juni 1994 bis 14. September 2002 - 3027 Tage, 383 Pflicht-Spiele (207 Siege, 81 Remis, 95 Niederlagen)

Bild 41 von 44 | © GEPA
Bild 42 von 44 | © GEPA
Bild 43 von 44 | © GEPA
Bild 44 von 44 | © GEPA

Dass junge Spieler nachdrängen und sich einen Platz bei den Profis verdienen würden, unterschreibt Schickers interimistische Wahl. Einige Jungs haben sicher das Potenzial und die Perspektive, bei Sturm Bundesliga zu spielen. Ich habe bisher mit dem Kader trainiert, der zur Verfügung steht. Wir werden sehen, wie sich das in den nächsten Tagen weiterentwickelt", schließt Hösele auch Veränderungen nicht aus.

Als Wunderwuzzi sieht er sich aber nicht. Zwar sei der Erfolgslauf in der Regionalliga Mitte schön gewesen, allerdings habe es davor in gewissen Phasen auch Durststrecken gegeben. "Das ist das Leben eines Trainers, das ist ein Wellental. Wir sind erfolgreich gewesen, aber jetzt versuche ich alles, die Profi-Mannschaft am Sonntag zu drei Punkten zu führen."

Hösele brachte Lovric, Maresic, Schmid und Co. auf den Weg

Der Druck ist groß, wartet doch mit dem SK Rapid ein namhafter Gegner in der Meistergruppe. Trotzdem glaubt Hösele, dass in einem interessanten Spiel alles möglich ist, da auch Rapid zuletzt zwei Niederlagen in Folge hinnehmen musste.

Mit welchen Mitteln er es angehen wird, verrät er noch nicht im Detail. Aber auch hier lässt er die Erfahrungen mit den Youngsters einfließen, wo er große Namen auf ihrem Weg nach oben begleitet hatte. Der SK Sturm hätte seiner Meinung nach somit einen guten Unterbau für die Zukunft.

"So wenig waren es gar nicht. Wenn ich anfange bei Sandi Lovric, Dario Maresic, Romano Schmid - das waren Spieler aus zwei, drei Jahrgängen. Ich weiß nicht, ob in Österreich wer anderer so eine Quote hat. Das waren Spieler, die dann schon Leistungsträger wurden und dem Verein etwas gebracht haben. Im Endeffekt ist es immer eine Qualitätsfrage."

Davon leitet er bezugnehmend auf die breitgefächerte Ausbildung in Athletik, Technik, Taktik und Mentalität ab: "Wenn die Mannschaft nicht diszipliniert ist und ihre Rollen nicht diszipliniert ausführt, dann funktioniert Mannschaftssport nicht."

Bringt die richtige Mischung den Erfolg?

Selbst sieht er sich nicht als Peitschenknaller, aber auch nicht als zu weichen Trainer. "Die Mischung macht's aus. Manchmal braucht man es ein bisschen strenger, lauter, dann wieder leiser - es kommt auf die Situation an. Es kommt auf die Mischung an und das Fingerspitzengefühl, dass jeder einzelne Spieler braucht."

Interessante Ansätze, die jedoch auch in Erfolg umgemünzt werden sollten. Nestor El Maestro schaffte es nicht mehr, die Mannschaft auf den richtigen Weg zu führen. Ob der neue Impuls, den Sportchef Andreas Schicker setzen wollte, Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten.

Fakt ist jedoch, dass der Umbruch bei Sturm Graz erst begonnen hat.

Textquelle: © LAOLA1.at

Sturm Graz: "Spieler haben es El Maestro nicht mehr geglaubt"

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare