Marsch: Abschiedsrede, aber kein Abschied

 

Um zur Annahme zu kommen, dass Salzburg-Trainer Jesse Marsch in der kommenden Saison nicht mehr an der Seitenlinie des österreichischen Serienmeisters steht, bedarf es keineswegs prophetischer Kräfte in den Sphären eines Nostradamus.

Die Zeichen stehen spätestens seit dem bestätigten Wechsel von Julian Nagelsmann von RB Leipzig zum FC Bayern auf Abschied des US-Amerikaners. Deutsche Medien berichten bereits von einer Einigung zwischen Marsch und den Sachsen. Christoph Freund, Sportchef der Mozartstädter, bestätigt immerhin Gespräche mit dem "Schwesterverein" aus Ostdeutschland.

Marsch selbst gibt sich zu einem möglichen Abgang zugeknöpft, will dieses Thema erst in den nächsten Tagen besprechen, so der 47-Jährige vor dem "Sky"-Mikrofon. Der Fokus soll auf dem Cup-Finale gegen den LASK liegen, das am Samstag über die Bühne geht, sagt Marsch, ehe der US-Amerikaner eine Abschiedsrede hält, die keine sein soll.

Keiner kannte Marsch

"Ich kann nur sagen, dass ich meine Erfahrungen in Salzburg so sehr schätze. Vor zwei Jahren haben nicht so viele den Namen Jesse Marsch gehört. Ich war ein junger Trainer aus Amerika", sagt der Trainer der "Bullen" nach dem Remis gegen den Wolfsberger AC.

Der Ex-Profi aus Wisconsin kam 2018 nach dreieinhalb Jahren als Cheftrainer bei den New York Red Bulls nach Deutschland, um unter Ralf Rangnick als Co-Trainer zu fungieren. Zur Saison 2019/20 übernahm Marsch das Traineramt in Salzburg.

Doch der US-Amerikaner wurde am Anfang von Seiten der Salzburg-Anhänger nicht sonderlich herzlich willkommen geheißen. 89 Spiele, eine Meisterschaft, ein Cup-Titel und eine sportlich geschaffte Champions-League-Qualifikation später dürfte der Ton versöhnlicher klingen.

Für Marsch spielt all dies keine Rolle, vielmehr drückt er dem Verein gegenüber seine Dankbarkeit aus.

"Ich habe mit diesem Verein viel gearbeitet, habe so viel genossen. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrung in Österreich mit Red Bull Salzburg, egal was passiert", so der 47-Jährige, der mental noch voll bei der Sache zu sein scheint.

"Wir sind sicher noch nicht fertig, wir müssen für alles weiterkämpfen, bis zum Ende der Saison", so Marsch, der auf die offenen Entscheidungen im ÖFB-Cup und der Bundesliga anspielt. Am Samstag kann der Chefcoach mit einem Sieg im Endspiel über den LASK seinen zweiten Cup-Titel einfahren.

Auch in der Bundesliga sieht es für Salzburg gut aus. Die Mozartstädter haben trotz des Unentschiedens gegen den WAC und einem gleichzeitigen Sieg von Rapid an der Tabellenspitze sechs Punkte Vorsprung auf die Hütteldorfer. Bei noch vier ausstehenden Spielen kann die Meisterschafts-Entscheidung ausgerechnet im direkten Duell am 12. Mai in Wals-Siezenheim fallen.

"Super Typ" als Nachfolger?

Die Liste an potenziellen Nachfolgern für Marsch ist ergiebig. Einer der Namen darauf ist mit Sicherheit Rene Aufhauser. Der 44-jährige Steirer ist nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2014 durchgehend im Red-Bull-Imperium tätig gewesen.

Bis Dezember 2015 war er als Co-Trainer bei Kooperationsverein Liefering tätig. Im Anschluss wurde er zum Assistenten bei Red Bull Salzburg befördert. Diese Position bekleidet der ehemalige Mittelfeldspieler seit mittlerweile etwas mehr als sechs Jahren unter verschiendsten Übungsleitern.

Sein aktueller Vorgesetzter lobt Aufhauser jedenfalls in höchsten Tönen. "Er ist ein super Typ, ein super Trainer, ein guter Anführer", startet Jesse Marsch seine Lobeshymne auf seinen Co-Trainer.

"Er arbeitet viel, er ist sehr intelligent, er macht viel für die Gruppe, er ist sympathisch. Ganz ehrlich, es ist einfach über Rene zu reden, weil er so ein guter Typ ist. Ich kann nichts negatives über Rene sagen, weil er so super ist", schwärmt der US-Amerikaner.

Ob das auch Sportchef Christoph Freund so sieht und Aufhauser für Cheftrainer-Material befindet, werden die nächsten Wochen zeigen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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