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Rot? Ried von Schiedsrichter-Entscheidung empört

Zweifelhafter Schiri-Beschluss kostet Ried womöglich die Meistergruppe.

Der letzte Spieltag des Bundesliga-Grunddurchgangs hatte es so richtig in sich!

Das Quartett um Austria Wien, Rapid Wien, Austria Klagenfurt und SV Ried kämpfte am letzten Spieltag um die letzten drei verbliebenen Plätze in der Meistergruppe - was aber auch bedeutete, dass eine dieser vier Mannschaften fix den Gang in die Qualifikationsgruppe antreten wird müssen.

Es war ein enger Fight bis zur letzten Minute, in dem bis auf Rapid jede Mannschaft in der Blitztabelle kurzzeitig mal auf den undankbaren siebenten Platz abrutschte - am Ende war es jedoch die SV Ried, der der Schwarze Peter übrig blieb.

Das 2:2 gegen Sturm Graz (Spielbericht >>>) reichte den Innviertlern letztlich nicht, um einen Platz unter den Top 6 zu buchen. Demenstrechend groß ist natürlich die Enttäuschung der Rieder - insbesondere, wenn man den Spielverlauf in Betracht zieht.

"Grundsätzlich haben alle gewusst, um was es heute geht. Wir waren wirklich extrem nah dran. Ich bin auch überzeugt, dass wir uns den Sieg heute verdient hätten, aufgrund dessen, wie wir heute nicht nur gespielt, sondern auch gekämpft haben", erklärt Ried-Cheftrainer Robert Ibertsberger nach dem Spiel bei "Sky".

Rot? Sahin-Radlinger: "Mir geht's richtig schlecht"

Die Rieder sind vor ihren eigenen Fans nämlich zwei Mal in Führung gegangen. Ein fragwürdiger Ausschluss gegen Ried-Keeper Samuel Sahin-Radlinger in der 80. Minute machte Sturm aber nochmal die Tür auf. Durch diese trat Gregory Wüthrich letztlich noch mit dem 2:2 durch.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

 

Zur Überraschung weniger ist die Rote Karte gegen den Ried-Torhüter Gesprächsthema Nummer eins nach dem Spiel. Sahin-Radlinger ist die Enttäuschung richtig ins Gesicht geschrieben: "Mir geht's richtig schlecht. Ich bin natürlich extrem enttäuscht, weil zum Schluss die Aktion war und ich dadurch die Mannschaft geschwächt habe."

Die Entscheidung von Schiedsrichter Julian Weinberger, die Rote Karte zu geben, verstehen allerdings wohl nur die Wenigsten, schließlich war Sahin-Radlinger beim Vergehen außerhalb seines Sechzehners nicht letzter Mann. Ein hartes Einsteigen war es ebenso nicht.

Fragwürdige Auslegung von "letzter Mann"

Ob der Ried-Keeper Rot gezeigt hätte? "Wenn ich die Bilder so sehe, dann nicht", erklärt Sahin-Radlinger nach Videostudium. Dennoch packt sich der Schlussmann an der eigenen Nase: "Ich darf einfach nicht rausgehen auf den Ball."

"Ich glaube, ich berühre ihn vielleicht ein bisschen. Tin (Anm. Plavotic) und ein anderer, den ich jetzt nicht gesehen habe, hätten die Aktion sicher noch klären können. Darum ist es natürlich umso bitterer", so Sahin-Radlinger.

Auch Cheftrainer Robert Ibertsberger kann die Entscheidungsfindung des Schiedsrichtergespanns nicht nachvollziehen: "Ich sehe da Tin Plavotic hinten daherlaufen. Das ist für mich weit und breit kein 'letzter Mann'. Das verstehe ich nicht, warum die Karte da nicht zurückgenommen wird."

Ibertsberger: "Da muss man auch den VAR hinterfragen"

Dass dies in Zeiten des VAR immer noch passieren kann, ist Ibertsberger schleierhaft: "Da muss man vielleicht auch die Herrschaften, die beim VAR sitzen, hinterfragen, wenn sie die Szene anschauen und das nicht zurücknehmen. Für mich ist das eigentlich ganz klar keine Rote Karte, eher Gelb."

Generell sieht Ibertsberger seine Rieder nicht vom Glück verfolgt, wenn es um Schiedsrichter-Entscheidungen geht: "Wir haben schon die eine oder andere Situation in den letzten Spielen gehabt, wo wir nicht von den Schiedsrichtern bevorzugt wurden. Wir müssen uns den Status erst erarbeiten."

"Wir suchen jetzt aber keine Ausreden, was die Schiedsrichter betrifft. Wir haben es selber in der Hand gehabt, auch in Unterzahl das Ganze drüber zu bringen. Wir haben es leider nicht geschafft", befindet der Coach der Innviertler.

Ärger über zweites Gegentor: "War ja ein Ping-Pong-Spiel!"

Dabei war Ried lange Zeit in hervorragender Position, brachte Sturm an den Rand einer Niederlage. "Sturm hat sehr viel Respekt vor uns gehabt, weil sie eigentlich nicht viel von hinten herausgespielt haben, sondern sehr viel mit langen Bällen probiert haben, unser Pressing zu überspielen. Da waren wir sehr kompakt, haben wenig zugelassen", so Ibertsberger.

 

Am Ende ging den Innviertlern aber das Glück aus, wie vor allem das zweite Gegentor zeigt: "Das war ja ein Ping-Pong-Spiel und auf einmal war der Ball drinnen. In unserer Situation könnte man vielleicht auch mehr Glück haben."

"Nichtsdestotrotz bin ich extrem stolz auf die Mannschaft", erklärt Ibertsberger, der seinen Fokus bereits auf die Qualifikationsgruppe richtet. Für diese sieht der 45-Jährige sein Team mehr als gerüstet.

Ziegl: "Glaube, wir können sehr stolz sein"

"Wir dürfen uns jetzt nicht aus der Bahn bringen lassen, sondern wir müssen genauso weiter agieren. Wir müssen uns im unteren Playoff ein neues Ziel setzen und das dann auch dementsprechend fokussiert anpeilen", findet Ibertsberger.

Wenn man ähnlich auftritt wie in den letzten Wochen, dann kann man Ried in der Qualifikationsgruppe wohl so einiges zutrauen. Das Selbstvertrauen stimmt, wie Marcel Ziegl meint:  "Ich glaube, wir können sehr stolz sein auf das, was wir bis jetzt geleistet haben."

"Wenn vor der Saison wer gesagt hätte, wir schließen den Grunddurchgang auf Platz sieben ab, stehen im Cup-Finale, hätten uns das nur die Wenigsten zugetraut", so der Kapitän.

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