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Letztes Aufgebot: Sollbauer bringt Barisic unter Zugzwang

Der Routinier handelte sich beim Prestigeduell mit Salzburg eine überflüssige Rote Karte ein, seinem Coach gehen vor dem Cup-Finale die Innenverteidiger aus.

Letztes Aufgebot: Sollbauer bringt Barisic unter Zugzwang Foto: © GEPA

Zwar änderte sie nichts mehr am Ergebnis im vor allem gegen Ende hitzigen Duell zwischen Rapid Wien und Red Bull Salzburg (Spielbericht), dennoch war sie meistbeachtete Szene im gesamten Spiel: Die Rangelei zwischen Rapids Michael Sollbauer und Salzburg-Youngster Karim Konate.

Der Ivorer ging nach einem Griff des SCR-Abwehrspielers ins Gesicht zu Boden, Schiedsrichter Altmann zückte Rot, allerdings nur für Sollbauer.

Konate, der zuvor selbst an Sollbauer Hand angelegt hatte, kam mit Gelb davon, was für großen Unmut bei Rapid sorgte.

"Der Schiedsrichter könnte auch ein bisschen ein Fingerspitzengefühl haben und beiden die Gelbe Karte geben oder zumindest beiden Rot und nicht nur einem, weil der eine zu Boden geht und den sterbenden Schwan spielt", kritisierte Thorsten Schick nach dem Spiel.

In diesen Tenor stimmte auch Salzburg-Coach Jaissle mit ein, der ebenso ein Vergehen von beiden Seiten sah: "Ich glaube, dass sich da beide nicht hinreißen lassen brauchen. Die Hände haben im Gesicht vom Gegner nichts zu suchen."

Schelte von Coach und Kapitän

Nichtsdestotrotz wäre Sollbauers emotionale Reaktion auf das Angehen Konates durchaus vermeidbar gewesen. So sieht es auch der grün-weiße Coach Zoran Barisic: "Die Rote Karte war nicht notwendig, er hätte das ganz anders lösen können."

Eine Schelte setze es von Kapitän Guido Burgstaller, der klarstellte: "Das tut sehr weh, es war eine absolut blöde, dumme Aktion." Gerade in einer Phase in der man "eh sehr dünn" besetzt sei in der Innenverteidigung.

Nachwirkungen dürfte der Platzverweis für Sollbauer, abgesehen von der Sperre, aber keine haben. "Ich vertraue meinen Spielern. Es ist natürlich so, dass jeder einmal einen schlechten Tag erwischen kann und einen Fehler machen darf", unterstreicht Barisic.

Barisic gehen die Optionen aus

"Leider Gottes ist es aber passiert", so der 52-Jährige weiter. Dadurch wird Sollbauer Rapid auch im Cup-Finale gegen Sturm Graz am kommenden Sonntag fehlen (ab 20:30 Uhr im LIVE-Ticker). Wer den Routinier ersetzen wird, sei noch offen, sagt Barisic.

Die Möglichkeiten sind ohnedies enorm beschränkt. Das Repertoire, aus dem er wählen kann, ist klein, um nicht zu sagen winzig. Die Abwehrzentrale stellt sich beinahe von selbst auf.

"Das tut sehr weh, es war eine absolut blöde, dumme Aktion."

Guido Burgstaller über Sollbauers Rote Karte.

Der rekonvaleszente Christopher Dibon kommt nicht in Frage. "Er ist kein Thema, weil er nicht im Mannschaftstraining dabei ist", schließt Barisic diese Möglichkeit aus.

Im Gegensatz zu Dibon trainiert Max Hofmann zwar bereits wieder mit dem Team, aber für ihn wird die Zeit bis Sonntag zu kurz sein, so der Rapid-Trainer.

Dazu gesellt sich Leopold Querfeld, der nach seinem Seitenbandriss noch länger nicht zur Verfügung stehen wird.

Wimmer und Moormann als "letztes Aufgebot"

Bleiben also nur noch Martin Moormann, der bereits gegen Salzburg in der Startelf stand und der in Ungnade gefallene Kevin Wimmer, dessen Vertrag nicht verlängert werden soll, als letztes Aufgebot in der Abwehrzentrale.

Zwar winkt für Kevin Wimmer kein neuer Vertrag, dafür aber ein Einsatz im Cup-Finale.
Foto: © GEPA

Das stellt Barisic voraussichtlich vor die seltene Situation, mit zwei Linksfüßen in der Innenverteidigung spielen zu müssen.

Er könne sich gar nicht erinnern, wann er das letzte Mal einen Linksfuß auf der rechten Innenverteidiger-Position spielen habe lassen, gesteht Barisic.

Das werde eine Umstellung für sein Team sein, so der SCR-Coach. Bei der Suche nach der "hoffentlich richtigen Lösung" werde er auch das Gespräch mit den Spielern suchen, erklärt der 52-Jährige.

"Weil es mir auch wichtig ist, welche Meinung sie vertreten", so Barisic. Der grün-weiße Übungsleiter lässt danach auch durchklingen, dass es wohl auf das genannte Duo Moormann-Wimmer hinauslaufen dürfte.

"Im Finale ist es egal, wie du spielst"

"Ich werde den Fußball nicht neu erfinden", meint Barisic, der mit einem Schmunzeln Ernst Happel zitierte: "Wenn du Probleme in der Defensive hast, dann musst du eben offensiv spielen."

Generell sei das Cup-Finale aber ein Thema für sich, bei dem andere Gesetze gelten. "Im Finale ist es letztlich egal, wie du spielst. Ein Finale ist dazu da, um Titel zu gewinnen und genau das wollen wir", so Barisic.

Das Ergebnis und die Leistung gegen Salzburg gebe seiner Mannschaft und ihm "sehr viel Mut, Zuversicht und positive Energie."

"Daran müssen wir anknüpfen, nicht mehr und nicht weniger", stellt Barisic klar. "Wir werden marschieren, uns wird niemand aufhalten", zeigt er sich fest entschlossen, mit Rapid den ersten Cup-Titel seit 28 Jahren zu holen.

Zumindest dann, wenn nicht wieder ein eigener Akteur den Grün-Weißen ein verspätetes Osterei ins Nest legt.

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