Lage beim LASK spitzt sich zu: "Sehr enttäuschend"

 

"Und täglich grüßt das Murmeltier", werden sich beim LASK Spieler, Verantwortliche und vor allem Fans schön langsam denken.

Nach dem 1:0-Sieg bei Maccabi Tel Aviv waren sich Österreichs Fußball-Experten großteils einig: Der LASK macht wieder einen stabileren Eindruck und wird, um es mit den Worten von LASK-Trainer Andreas Wieland zu sagen, endlich auch in der Liga "den Bock umstoßen".

Nur drei Tage später ist die Stimmungslage wieder völlig konträr. Mit hängenden Köpfen verlassen die Linzer nach der bitteren 1:2-Niederlage beim TSV Hartberg (Spielbericht >>) die Oststeiermark und keiner kann sich so richtig erklären, wieso man es Woche für Woche nicht schafft, in der Bundesliga Siege einzufahren.

Wieland ist die Ratlosigkeit nach Spielende anzusehen: "Es ist sehr unangenehm, dass wir es nicht schaffen, in der Meisterschaft ein Spiel ohne Gegentor hinzubekommen. Jeden Sonntag das gleiche sagen zu müssen, ist einfach bitter. Meine Mannschaft gibt alles, hin und wieder fehlt es aber vielleicht an Mentalität und Einstellung. Den allerletzten Schritt gehen wir nicht immer."

Und Mittelfeldmotor Peter Michorl, der nach überstandener Covid-Infektion wieder in der Startformation stand, geht im "Sky"-Interview sogar noch einen Schritt weiter: "Wir brauchen nicht von der Meisterrunde reden. Wenn man keine Spiele gewinnt und keine Punkte macht, geht sich das nicht aus. Wir können für die Quali-Gruppe planen."

Offensiv harmlos, defensiv anfällig

Präsentierten sich die Linzer in Halbzeit eins defensiv noch solide, verfiel man im zweiten Durchgang wieder in alte Muster - die Hartberg gnadenlos ausnutzte. Beim ersten Treffer von Doppelpacker Dario Tadic spielten die Oststeierer einen Konter perfekt zu Ende, das Siegtor der Hausherren fiel - aus Linzer Sicht wieder einmal - nach einer Standardsituation.

"Etwas glücklich", wie Hartbergs Donis Avdijaj nach Spielende im "Sky"-Interview zwar anmerkt, wenn man sich die letzten Auftritte der Linzer ansieht, aber auch irgendwie typisch. Während vorne beste Gelegenheiten nicht genützt wurden, fiel der von LASK-Keeper Alexander Schlager zunächst noch stark parierte Ball via Innenstange vor die Füße von Dario Tadic, der sich - ganz Goalgetter eben - so eine Chance natürlich nicht entgehen ließ.

Sehr zum Ärger von Schlager, der nach dem Gegentreffer an der Torstange ordentlich Frust abließ, sich im Interview nach Spielende aber schon wieder beruhigt hat: "Dass du dann zum Schluss so ein Tor bekommst, da haben wir eigentlich gedrückt, machen das 1:1, sind drauf und dran und kriegen nach einem Standard das Tor. Ich glaube, dass die Entschlossenheit vorne fehlt, hinten bekommen wir leicht Tore. Schlussendlich stehen wir wieder mit null Punkten da und das ist sehr enttäuschend."

Russ: "Heute ist alles erlaubt"

(Text wird unter VIDEO fortgesetzt)

Highlights der Partie Hartberg gegen den LASK:

Ganz anders die Stimmungslage bei den Hartbergern, die den Siegtreffer mit dem Schlusspfiff lautstark bejubelten und sich mit 20 Punkten in eine gute Position für die kommenden Wochen brachten.

Trainer Kurt Russ kündigte an, "heute ein bisserl auf den Putz zu hauen".

Russ ist nach der "Kampf-Partie" stolz auf seine Mannschaft: "Wir haben gewusst, heute ist es so eine wichtige Partie für uns. Die jetzt 2:1 gewonnen zu haben, macht mich unglaublich stolz. Daher dürfen die Burschen machen was sie wollen, es ist alles erlaubt." Mit einem Augenzwinkern schränkt er aber ein: "Es ist ja Lockdown, daher kann mir nicht so viel passieren."

Mit dem Spiel seiner Mannschaft zeigt sich der Ex-Kapfenberg-Coach zufrieden, gibt aber zu, "dass auch ein bisschen Glück dabei war, weil der LASK am Ende eine tolle Konterchance nicht genützt hat."

Anders als die Linzer zeigten sich seine Mannen, die in den vergangenen Spielen ebenfalls Probleme mit der Chancenverwertung hatten, dieses Mal von ihrer effektiven Seite. "Man of the Match" Dario Tadic lapidar: "Ich bin dafür da, Tore zu schießen und bin froh, dass mir das heute so gut gelungen ist."

Russ-Lob für LASK

Einen Mann mit den Vollstrecker-Qualitäten Tadics würden sich wohl auch die Linzer wünschen. Der im Sturm-Zentrum aufgebotene Mamoudou Karamoko zeigte zwar immer wieder gute Ansätze, verstolperte aber wieder einmal eine Top-Chance auf klägliche Art und Weise.

Mit dem unterlegenen Gegner aus Oberösterreich hat Russ, der selbst als Spieler für die Schwarz-Weißen aktiv war, fast ein bisschen Mitleid. "Grundsätzlich muss man sagen, dass der LASK eine Mannschaft mit Topqualität ist und in der Meisterschaft nicht dort steht, wo er eigentlich hingehört", meint Russ.

Die warmen Worte werden den Athletikern aber nur wenig Trost spenden. Immerhin spitzt sich die Lage langsam aber sicher zu: Sechs Spiele verbleiben, um sich vielleicht doch noch ins obere Playoff zu schieben. Denn auch wenn der LASK dort unter Umständen nicht hingehört - die schwarz-weiße Realität ist aktuell Platz elf mit 14 Punkten aus 16 Spielen der vorletzte Tabellenrang.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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