LASK-Coach Thalhammer: "Einfach nicht gut genug"

 

Beim LASK schien es nach einer schwierigen Phase in der Bundesliga rund um den Jahreswechsel sportlich bereits wieder gut zu laufen.

Die Stahlstädter konnten zuletzt drei Siege in Serie einfahren, auch in der missliebigen Raiffeisen Arena durften die Linzer nach dem Umstieg aus der mittlerweile abgerissenen Gugl mit einem 2:0 über den SK Sturm kürzlich erstmals jubeln.

Und auch beim Heimspiel in Pasching gegen den TSV Hartberg am Samstag sah es nach einer Fortsetzung des Aufwärtstrends aus. Doch trotz eines furiosen Starts und einer frühen Führung mussten sich die Linzer den Oststeirern schlussendlich verdient mit 1:2 geschlagen geben (Spielbericht>>>).

Wie lässt sich das erklären, Dominik Thalhammer? "Weil Hartberg einfach effizienter als wir war. Wir hatten eine klare Überlegenheit und viel Spielkontrolle, haben bis zum Ende nicht aufgegeben. Aber es war so, dass wir der eigenen Box nachlässig und in der gegnerischen Box einfach nicht gut genug waren", sagt der LASK-Coach nach dem Spiel bei "Sky".

Ausfälle keine Ausrede

Thalhammer hatte gegen Hartberg die undankbare Aufgabe, gleich mehrere schwerwiegende Ausfälle ersetzen zu müssen. Den langzeitverletzten Marko Raguz und Mamoudo Karamoko schloss sich vergangene Woche auch noch Andreas Gruber mit einem Kreuzbandriss an. Auch Petar Filipovic muss erneut wochenlang pausieren. Zudem fehlten gegen Hartberg mit den gelbgesperrten Gernot Trauner und Peter Michorl zwei absolute Schlüsselkräfte. Winter-Neuzugang Matias Succar muss außerdem mit Fersenproblemen weiter auf sein LASK-Debüt warten.

Thalhammer, der gegen Hartberg nur zwei seiner fünf Wechseloptionen nutzte, will sich auf die dünne Personaldecke allerdings nicht hinausreden: "Man kann es am Ende des Tages immer so sehen, dass es zu viele Ausfälle gab. Aber die, die gespielt haben, haben es gut gemacht. Wir haben uns für unsere große Überlegenheit nicht belohnt. Hartberg war sehr effizient und hat sehr lange nur mehr verteidigt."

651 weniger Platz für den LASK

Tatsächlich standen die Oststeirer in Pasching extrem tief und ließen nach 20 guten Minuten des LASK in der Startphase kaum mehr etwas zu. Die Athletiker versuchten es im eigenen Angriff mit ungewöhnlich vielen hohen Bälle auf den nicht gerade hochgewachsenen Sturm rund um Johannes Eggestein, Thomas Goiginger und Husein Balic. Auch ihre Standard-Stärke konnten die Linzer in Abwesenheit von Michorl und Trauner nicht ausspielen.

"Wir haben viele Situationen im Angriffsdrittel geschaffen. Wir hatten viele Flanken - ich glaube am Ende waren es 26 - aber die waren sehr unpräzise. Wir haben oftmals den letzten Pass nicht an den Mann gebracht und die Strafraumpositionen nicht ideal besetzt. Da muss man einfach mehr daraus machen und mehr rausholen", kritisiert Thalhammer.

Die Probleme des LASK sind augenscheinlich auch der Umsiedlung nach Pasching geschuldet. Der Platz in der Raiffeisen Arena ist 651 Quadradmeter kleiner als jener auf der Gugl. Ein Umstand, der dem neu von Thalhammer implementierten Ballbesitzfußball des LASK nicht gerade gut tut. Seit dem Umzug an den Linzer Südwestrand setzte es für die Athletiker aus vier Spielen drei Niederlagen.

(Text wird unter VIDEO fortgesetzt)

Thalhammer: "Platzdiskussionen bringen nichts"

Mindestens eineinhalb Jahre muss der LASK noch in Pasching spielen - nach den kürzlich bekannt gewordenen Verzögerungen beim Stadion-Umbau wahrscheinlich sogar länger. Es macht also wenig Sinn, mit dem international nicht tauglichen "Mini-Platz" zu hadern. Das weiß auch Thalhammer: "Die Platzdiskussion bringt am Ende des Tages nichts, weil wir uns mit Sachen beschäftigen müssen, die wir auch beeinflussen können. Die Platzgröße können wir nicht beeinflussen, wir können nur unser Spiel besser machen."

Fakt ist allerdings, das der kleinere Platz einen Vorteil für Gegner darstellt, die eher mit destruktiven als spielgestalterischen Absichten in ein Fußball-Match gehen. Klug auszunutzen wusste diesen Vorteil der TSV Hartberg, der es in Pasching schaffte, die Räume im eigenen Abwehrdrittel extrem eng zu halten und gleichzeitig extrem effizient und giftig umzuschalten.

Schopp: "Eine enge Kiste"

"Wir haben oft in dieser Saison über Situationen gesprochen, die unglücklich waren, obwohl wir uns viel erarbeitet haben. Jetzt holen wir uns das wieder zurück. Wir haben Situationen, die wir konsequent fertigspielen. Die zwei Tore waren extrem gut herausgespielt", freut sich Hartberg-Coach Markus Schopp, der gleichzeitig warnt: "Aus der Situation müssen wir das Richtige mitnehmen und uns nicht nur treiben lassen. Die Punkte sind jetzt da, aber spielerisch ist Luft nach oben."

Nur mehr wenig Luft nach oben gibt es in der Tabelle für die Hartberger. Die Oststeirer konnten nach einem nahezu perfekten Einstieg ins Kalenderjahr den Vorsprung auf die Meistergruppe ordentlich verkürzen. Als aktuell Siebter liegt der Europacup-Starter punktegleich mit der sechsplatzierten WSG Tirol bereits in Lauerstellung auf die erneute Teilnahme an der Meisterrunde.

Das Erreichen dieser ist auch heuer das erklärte Ziel von Markus Schopp. Der Steirer mahnt: "Es ist eine sehr enge Kiste, es gibt viele Anwärter, die das Ziel haben, in der Top-6 zu sein. Für unser Ziel müssen wir jedes Wochenende alles abrufen. Wenn das gelingt, passiert so etwas wie heute."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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