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Bruckner gibt neuem Rapid-Präsidium einen "großen Tipp"

Der scheidende Präsident sieht Wahlkampf als "Zeichen der Demokratie". Bruckner erklärt auch, wie es zur Feldhofer-Ablöse durch Barisic kam.

Bruckner gibt neuem Rapid-Präsidium einen Foto: © GEPA

Es sind die letzten Tage und Wochen von Martin Bruckner als Rapid-Präsident.

Am 26. November wird bei der Ordentlichen Hauptversammlung ein neues Präsidium gewählt, doch die Stunden bis dahin sind turbulenter als selten zuvor, erst am vergangenen Sonntag zeichnete sich der scheidende Klub-Boss für einen weiteren Trainer-Wechsel verantwortlich.

Über das Aus von Ferdinand Feldhofer meint Bruckner bei "Sky": "Es war ein Gespräch zwischen 'Zoki" (Anm.: Barisic) und mir um circa 22:00 Uhr, wo wir gemeinsam besprochen haben, wie es weitergehen kann und wie es weitergehen wird, insbesondere vor dem Spiel im Cup", erinnert sich Bruckner an die Schritte nach der 0:1-Niederlage in Ried.

"Da wollten wir einfach aufgrund der Situation, die wir gesehen haben, neue Reize setzen und wollten es vom Trainerstab her umbauen. Der Zoki hat angeboten, dass er den Posten übernimmt, und dieses Angebot habe ich gerne angenommen." Im erneut verlorenen Heimspiel gegen Austria Klagenfurt (0:1) war die Stimmung gemischt. Sogar Pfiffe gegenüber dem Notnagel Barisic wurden laut, von der Haupttribüne gab es hingegen auch leisen Applaus.

Trainerwechsel, obwohl "Ferdinand nicht wirklich viel dafür kann"

Feldhofer bekam nach der Vaduz-Blamage noch einige Wochen Schonzeit, irgendwann war jedoch der Zeitpunkt gekommen, an dem Rapid nicht mehr zuschauen konnte.

"Es war einfach so, dass wir eine Situation hatten, wo wir bei den letzten Spielen, insbesondere den Heimspielen, nicht die positive Entwicklung gesehen haben, die wir uns alle erhofft haben. Auch weil die Doppelbelastung weggefallen ist, also die Europacup-Spiele nicht stattgefunden haben, da hatten wir schon gehofft, dass es dann besser wird."

Trotzdem nimmt Bruckner Ex-Coach Feldhofer in Schutz: "Die Gesamtsituation für den Ferdinand war eine extrem schwierige. Er hatte nur Entscheidungsspiele und es waren am Ende des Tages wahrscheinlich auch zu viele Entscheidungsspiele auf einmal, zu wenig Ruhe, zu viel Druck und daher haben wir uns entschieden diesen Schritt zu machen, wissend, dass der Ferdinand nicht wirklich viel dafür kann. Wir mussten einfach für das Große und Ganze und Rapid diese Entscheidung treffen."

Spannende Einblicke, die der Noch-Präsident in dieser Hinsicht gibt. Obwohl der Trainer scheinbar nicht schuld war, musste er das Feld räumen. Da Rapid in der Entscheidungsfindung aufgrund der Führungslosigkeit die Hände gebunden sind, musste mit Barisic eine Interimslösung her.

Bruckners Rat an Rapid: "Einfach mal ein bisschen Geduld haben"

Die Präsidentenwahl wirft seine Schatten voraus, in Wien-Hütteldorf herrscht Chaos. Bruckner preschte vor einigen Wochen vor, indem er herausposaunte, dass Rapid im dritten Jahrtausend ankommen muss und der Mitgliederverein in dieser Form wie bisher nicht mehr zu führen ist.

Was sich bei Rapid noch ändern muss? Bruckner hat sogar einen Rat parat: "Ein großer Tipp, nicht nur an das neue Präsidium, sondern an alle, denen Rapid am Herzen liegt, ist einfach mal ein bisschen Geduld zu haben. Im Verein ist zurzeit zu viel Unruhe. Es gibt zu viele Themen die gleichzeitig hochkochen. Wir müssen uns mal im Sport in Ruhe auf die richtig wichtigen Dinge konzentrieren können und den Verantwortlichen Leuten Zeit geben, denn das knappste Gut überhaupt ist Zeit."

Genau diese Geduld ließen die Hütteldorfer aber auch beim Trainer vermissen, da der Druck zu groß wurde. Immer wieder steht Rapid vor demselben Schlamassel. Nach diversen Umbrüchen fehlt die Zeit, etwas Nachhaltiges aufzubauen.

Zwei Listen? "Ein Zeichen von Demokratie"

Dass nun doch zwei verschiedene Listen zur Wahl zugelassen werden könnten, findet Bruckner nicht unbedingt schlecht, obwohl er selbst 2019 in eine Schlammschlacht um den Posten involviert war. "Ich habe mich ganz bewusst aus den Entscheidungen des Wahlkomitees rausgenommen, weil dieses Wahlkomitee im Moment die wichtigste Gruppierung im Verein ist für die nächsten drei Jahre. Ich hoffe, dass sie eine entsprechend richtige Lösung finden.

Bruckner meint weiters: "Ich bin in den Gesprächen nicht eingebunden und habe mich bewusst nicht als Mediator oder als Brückenbauer angeboten, denn die Leute können miteinander sprechen. Wenn es zu einer Einigung kommt, dann kommt es zu einer Einigung und wenn nicht, dann gibt es halt zwei Listen" - das sitzt.

"Dass das für den Verein nicht förderlich ist, kann ich bestätigen, aber es ist ein Zeichen von Demokratie und sehr viele Mitglieder fordern Demokratie ein. Dementsprechend bin ich sozusagen fast agnostisch dazu."

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