Nach Heimblamage: Frust und Selbstkritik bei Rapid

 

Der Ärger über die gezeigte Leistung war Didi Kühbauer nach der 0:1-Heimpleite (Spielbericht >>>) seines SK Rapids gegen das bisherige Schlusslicht SKN St. Pölten förmlich ins Gesicht geschrieben.

Besonders in der Offensive zeigten sich die Hütteldorfer im Heimspiel der 13. Bundesliga-Runde erschreckend ideenlos. Sie fanden einfach kein Mittel gegen geschickt verteidigende Niederösterreicher.

"Zweikämpfe gehören zum Spiel dazu und ich glaube nicht, dass das bei uns heute in der Offensive der Fall war", kritisiert der SCR-Coach im "Sky"-Interview seine Spieler. Trotzdem will er sich den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend nicht wegreden lassen.

"Ein harter Dämpfer"

"Die Offensive gewinnt die Spiele und die Defensive kann das stabilisieren", erklärt der Burgenländer. Diese Balance habe seiner Mannschaft an diesem Tag gefehlt.

Ein Kopfball von Knasmüllner (37.) und eine Chance vom ansonsten schwachen Aliou Badji (45.+2) waren die einzigen wirklich ernsthafen Annäherungen der Grün-Weißen an das Tor von SKN-Goalie Christoph Riegler. Und so erlebte dieser einen überraschend ruhigen Nachmittag bei seinem 100. Bundesligaspiel.

"Dass das heute natürlich ein Dämpfer war, ein harter Dämpfer, den wir uns selbst zuzuschreiben haben, darüber brauchen wir nicht reden", stellt Kühbauer klar. Aber: "Ich will mir jetzt die Entwicklung nicht schlecht reden lassen. Ich weiß, wo wir stecken."

Ohne Zweifel kam Rapid heute auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch daher. Mit dem 18-jährigen Marco Fuchshuber saß nur ein gelernter Stürmer auf der Bank, was es dem Übungsleiter schwer machte, offensiv zu reagieren. Kühbauer will aber auch das nicht als Ausrede gelten lassen, sagt: "Wir haben genügend gute Spieler, die das Spiel heute hätten entscheiden müssen."

Nur der Auftritt seiner Offensive, die ohne Top-Torschütze Taxiarchis Fountas völlig harmlos agierte, ärgerte den 48-Jährigen. "Ich glaube, dass wir trotz allem auf einem guten Weg sind. Nur muss man hier halt anders auftreten, besonders in der Offensive - da muss man gar nicht diskutieren. Den Schuh müssen wir uns anziehen."



Diskussionen um Schiedsrichterpfiffe

Auch Schiedsrichter Manuel Schüttengruber erwischte nicht seinen besten Tag. Er verwehrte dem SKN zwei Elfmeter und auch bei einem Foul von Ingolitsch gegen Knasmüllner im Strafraum blieb seine Pfeife stumm. Bei den drei elfmeterwürdigen Szenen wären in weiterer Folge wohl auch zwei Rote Karten im Bereich des Möglichen gewesen.

Und auch beim Siegtreffer von Husein Balic in der 74. Minute gab es heftige Diskussionen der Rapidler. Standen doch zwei SKN-Spieler vor Strebinger im Abseits und behinderten die Sicht des Torhüters.

"Abgesehen davon, dass er ihn nicht gehalten hätte, will ich mich dazu gar nicht mehr äußern", so Kühbauer. Dann fügt er aber doch hinzu: "Es ist mittlerweile für den sogenannten Hugo, wenn ich da jetzt noch was sagen würde. Es wird halt in Spielsituationen, die vielleicht spielentscheidend sein können, nicht für uns gepfiffen. Und deshalb nehme ich es mittlerweile hin."

Rapid-Goalie Strebinger erklärt, wie die Situation aus seiner Perspektive abgelaufen ist: "Im ersten Moment sehe ich nicht, ob es einer meiner Mitspieler war, oder ein Angreifer von St. Pölten, ich sehe nur, dass zwei Spieler vor mir stehen."

Als er merkt, dass es sich tatsächlich um Gegenspieler gehandelt hat, sucht er das Gespräch mit dem Referee. "Sie haben halt auf alles eine Antwort, auch wenn er es respektvoll gesagt hat. Er hat mir gesagt, dass der Stürmer einige Meter von mir weggestanden ist, aber wenn das einige Meter waren, dann ist das halt seine Sicht. Ich glaube, in der Schule haben wir alle gelernt, wie weit ein Meter ist. Das müssen sie sehen", stellt der SCR-Keeper klar.

Doch trotz des unglücklichen Gegentreffers müssen sich die Hütteldorfer fragen, warum es nicht gelungen ist, die guten Leistungen der letzten Wochen im Heimspiel gegen das Schlusslicht abzurufen.


Textquelle: © LAOLA1.at

Umwobender SKN-Profi Husein Balic klärt über Zukunft auf

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