Der Druck auf Thorsten Fink steigt

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Ein Spiel bestreitet der FK Austria Wien noch im Kalenderjahr 2017. Mit dem SK Sturm gastiert jenes Team im Ernst-Happel-Stadion, dem das gelungen ist, was sich die Austria vor diesem Herbst eigentlich vorgenommen hat – Serienmeister RB Salzburg Paroli zu bieten.

Für die Violetten geht es gegen die Grazer nicht nur darum, eventuell doch noch in der oberen Tabellenhälfte zu überwintern. Das Spiel könnte für die Zukunft des Vereins ein entscheidendes sein.

In den Tagen nach dem Jahresabschluss tagt die Klub-Spitze der Violetten. Der Herbst wird eingehend analysiert. Und da gilt es viel aufzuarbeiten.

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Zwei Drittel der Saisonziele werden nämlich nicht erreicht, das steht schon zur Halbzeit fest. Während es in der Europa League erneut für die Gruppenphase gereicht hat, ist die Austria im ÖFB-Cup bereits ausgeschieden und der Wunsch, Meister zu werden, ist längst geplatzt.

Wer auch noch ein Haar in der Europa-League-Suppe finden will, kann ins Feld führen, dass die Violetten zum zweiten Mal in Folge in einem "Finale" den Aufstieg ins Sechzehntelfinale verpasst haben.

Fakt ist jedenfalls, dass die Formkurve der Austria steil nach unten zeigt. Nur ein einziger Sieg bzw. fünf Punkte wurden in den vergangenen neun Meisterschaftsrunden eingefahren. Dieselbe Bilanz hat übrigens das abgeschlagene Schlusslicht SKN St. Pölten aufzuweisen.

Finks Felle schwimmen davon

In solch einer Situation wird es für jeden Trainer der Welt eng. Das ist auch Thorsten Fink klar. "Wenn man in der Öffentlichkeit etwas sagt und nicht gewinnt, ist das immer problematisch", sagt der Austria-Trainer bei "Sky".

Dem Deutschen schwimmen in Wien-Favoriten schön langsam die Felle davon. Während die wenig attraktive Spielweise, die er praktizieren lässt, in Erfolgszeiten noch hingenommen wurde, wird sie nun wieder zunehmend kritisiert.

Kritik hat allerdings auch Fink geübt. Seine Unmutsäußerungen über die Transferaktivitäten des Vereins (Hier das LAOLA1-Interview nachlesen!) sind von Vorstand Markus Kraetschmer und Sportdirektor Franz Wohlfahrt nicht gerade wohlwollend aufgenommen worden. Es darf bezweifelt werden, dass dem Trainer im Ausblick auf die kommende Transferzeit versprochen werden kann, all seine Wünsche zu erfüllen.


Fink jedenfalls kann die sportliche Misere durchaus argumentieren. Unglaubliches Verletzungspech gepaart mit der Doppelbelastung durch den Europacup haben ihm die Arbeit im Herbst nicht leicht gemacht.

Toni Vastic, der bei der 0:1-Niederlage in Altach (Spielbericht) eingewechselt wurde, war der 31. Spieler, den der 50-Jährige im Herbst eingesetzt hat. Spieler wie Vastic, aber auch Petar Gluhakovic, Michael Blauensteiner, Manprit Sarkaria, Marko Pejic und Marco Stark waren im Sommer eigentlich für die Amateure in der Regionalliga eingeplant. Es ist auszuschließen, dass Fink auf sie gesetzt hätte, wären nicht unzählige Stammkräfte verletzt. Der Qualitätsabfall, nicht zuletzt bedingt durch fehlende Erfahrung, ist augenscheinlich.

Ob das der Klub-Führung als Erklärung reicht, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Doch auch eine andere wichtige Personalie ist noch immer nicht geklärt. Der Vertrag von Sportdirektor Wohlfahrt läuft im Sommer aus. Bereits im Spätsommer hätte der neue Vertrag unterschrieben werden sollen, die Tinte ist kurz vor Jahresende aber immer noch nicht trocken.

Im Falle einer Niederlage gegen den SK Sturm könnte die sowieso schon ungemütliche Herbst-Analyse also noch einmal extra Schärfe bekommen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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