Austria Wien: Der leichte, violette Aufwind

 

Es gibt statistisch mehrere Wahrheiten.

Die Glas-halbvoll-Typen werden sagen: „Die Austria ist seit sieben Spielen ungeschlagen.“

Die Glas-halbleer-Typen werden entgegnen: „Die Austria hat seit vier Spielen nicht mehr gewonnen.“

Tatsächlich sind die Veilchen neben Erzrivale Rapid das einzige Bundesliga-Team, das seit dem 13. Spieltag nicht mehr verloren hat. Aufgrund der vielen Unentschieden konnte der Rückstand auf den TSV Hartberg, der im selben Zeitraum drei Niederlagen kassiert hat, in dieser Phase aber nur um drei Zähler verkürzt werden.

Kurzum, es wird ganz, ganz eng mit der Teilnahme an der Meisterrunde. Und das ist angesichts eines Rückstands von sechs Punkten bei zwei ausbleibenden Partien noch eine optimistische Sichtweise.

Der Rucksack vom Saisonstart

„Rechnerisch ist es noch möglich, aber natürlich ist es extrem schwer. Wir sind enttäuscht, dass wir zwei Runden vor Ende des Grunddurchgangs sechs Punkte Rückstand auf diesen sechsten Platz aufgerissen haben. Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir sind viel zu schlecht in die Saison gestartet. Wir sind seit sieben Runden ungeschlagen, aber da sind natürlich viel zu viele Unentschieden dabei“, sagt Trainer Christian Ilzer.

Obwohl der Blick auf die Tabelle nach wie vor eher Tränen in den Augen der Veilchen verursacht, ist die Grundstimmung nach dem jüngsten 2:2 gegen den FC Red Bull Salzburg durchaus positiv. „Wir haben ein gutes, in gewissen Phasen sogar ein sehr gutes Spiel gemacht“, findet der Coach.

"Wir sind nah dran am Sieg gegen ein Top-Team, aber es reicht noch nicht im Moment"

Christian Ilzer

Und Goalgetter Christoph Monschein ergänzt: „Am Ende hat man gesehen, dass noch etwas drinnen war für uns. Wir haben mit dem Wind gespielt, waren extrem gefährlich. Wir hatten Chancen im Zwei-Minuten-Takt. Von dem her wäre ein Sieg möglich gewesen.“

Wenngleich der Start ins Frühjahr nach der intern fast schon euphorisch rezensierten Vorbereitung mit zwei Punkten aus zwei Partien nicht wirklich als geglückt bezeichnet werden kann, geht es dem FAK gefühlt besser denn je in dieser bisher verkorksten Saison.

Poulsens Einwürfe

Mit Neuzugang Andreas Poulsen und dessen weiten Einwürfen hat die Austria offensiv eine unangenehm zu verteidigende Waffe dazubekommen. Zudem stimmt die Moral in der Truppe offensichtlich, wenn man sich vor Augen führt, dass gegen Salzburg zwei Rückstände und in Altach ein Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt wurden.

„Wir waren immer wieder in Rückstand, aber man sieht unseren Teamspirit, wir sind immer wieder zurückgekommen“, freut sich Erik Palmer-Brown.

Die violette Anhängerschaft mag zwar noch lange nicht versöhnt sein, nimmt den aktuellen Aufwärtstrend aber freilich sehr wohl wahr. Gegen Salzburg waren lediglich 8.115 Zuseher zugegen, diese haben gegen Ende der Partie aber ordentlich Stimmung gemacht.

Das freut Monschein: „Es war eine Riesenunterstützung am Ende, das hat nochmal 70 Prozent dazu beigetragen. Hoffentlich ist das jetzt jede Woche so. Wenn das so weitergeht, kann das noch eine gute Saison werden.“

Auch Ilzer spürt, dass etwas im Entstehen ist in seiner Truppe: „Wir sind nah dran am Sieg gegen ein Top-Team, aber es reicht noch nicht im Moment. Aber wir haben mehr Zuversicht, die Mannschaft glaubt mehr an sich. Es bewegt sich in die richtige Richtung. Der Glaube an sich selbst kehrt zurück.“

Fehlen nur noch die Siege…

Textquelle: © LAOLA1.at

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