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Der LASK hat ein Problem vom Elfmeter-Punkt

Trotz Punkteteilung bei der Austria etablieren sich die Linzer als Spitzenteam.

In einer irren Schlussphase verpasste der LASK durch einen verschossenen Elfmeter in der Nachspielzeit den Sprung an die Tabellenspitze und die damit einhergehende Winterkrone.

Mit Rene Renner versagten beim 1:1 gegen die Austria (zum Spielbericht >) nach Johannes Eggestein gegen Altach und Thomas Goiginger in der Europa League in Razgrad bereits dem dritten LASK-Spieler in der Saison 2020/21 die Nerven vom Punkt.

Makellos aus elf Metern bilanziert nur Stürmer Marko Raguz, der dem LASK aber bekanntlich noch lange fehlen wird. Ebenso interessanter Fakt am Rande: Außer dem LASK konnten alle anderen Bundesligisten ihre Elfmeter verwerten. Von 30 Strafstößen in der Bundesliga versagten nur Renner und Eggestein die Nerven und die stehen beide bekanntlich bei den Schwarz-Weißen unter Vertrag

Für Kapitän Gernot Trauner und Trainer Dominik Thalhammer kein Grund zur Frustration. Immerhin können die Linzer, trotz verschossener Elfmeter auf ein starkes Fußballjahr 2020 zurückblicken und sind für ein spannendes Meisterschaftsrennen im Frühjahr 2021 gewappnet. 

"Wir haben noch viele Punkte, wo wir uns verbessern können", spricht Thalhammer nach dem Remis in Wien gegenüber "Sky" sogar eine leise Warnung an die Konkurrenz aus.

"Matchplan der Austria ist voll aufgegangen"

Im letzten Spiel des Fußball-Jahres 2020 konnten die Linzer zwar nicht den erhofften Sieg feiern, auch deshalb, weil sich das Fehlen einiger Schlüsselspieler und die intensiven Wochen mit Spielen in drei Bewerben bemerkbar machten. "Am Ende sind uns Spieler ausgegangen, jetzt freuen wir uns auf einen kurzen Urlaub und greifen dann wieder an", spricht Kapitän Trauner die Tatsache an, dass mit Philipp Plojer nur eine offensiver Wechselspieler zur Verfügung stand.

Neben dem Langzeitverletzten Marko Raguz gesellten sich im Lauf der letzten Wochen außerdem Mamoudou Karamoko, Peter Filipovic, Husein Balic und gegen die Austria schließlich auch noch Andreas Gruber und James Holland ins Lazarett. Mehr Spiele als wahrscheinlich ursprünglich geplant musste deshalb der erst von einer Kreuzbandverletzung genesene Torschütze gegen die Austria, Thomas Goiginger, absolvieren. 

"Ich bin froh, dass ich nach der Verletzung so viele Spiele gespielt habe und der Mannschaft mit einem Tor helfen konnte", gibt der Offensivspieler nach Abpfiff im "Sky"-Interview zu Protokoll. Mit der Leistung in Wien-Favoriten war Goiginger allerdings weniger einverstanden: "Wir wollten heute eine gute Leistung bringen und haben das nicht auf den Patz gebracht. Wir haben uns den Sieg nicht verdient." 

Schuld daran war aber nicht nur die offensiv uninspirierte Leistung seiner Mannschaft, sondern auch eine kompakte und disziplinierte Austria, für die es von Trauner ein Lob gab: "Wir haben gewusst, dass es ein schwieriges Spiel sein wird, die Austria verteidigt sehr gut und setzt auf Konter, ihr Matchplan ist voll aufgegangen." 

Dank des Last-Minute-Elfers, der laut Trauner "glaskar" gewesen sei und über den sich "keiner beschweren dürfe", hatte die Mannschaft aus der Stahlstadt doch noch die Top-Chance auf Sieg und Winterkrone - aber Renner scheiterte am starken Austria-Goalie Pentz. Goiginger dazu: "Schlussendlich haben wir noch zum Schluss die Chance auf den Sieg, aber Kopf hoch." Um Unglücksraben Renner machte sich Goiginger nach dem Fehlschuss keine Sorgen: "Ihm geht’s sicher gut, der steckt das weg. Er hat eh schon einen hineingehaut und das kann passieren. Ich habe auch schon einen Elfmeter vergeben."

(Text wird nach dem VIDEO fortgesetzt)

Verschossener Elfmeter für Thalhammer nicht entscheidend

"Wir hätten die Saison krönen und an der Spitze stehen können, aber alles in allem bin ich zufrieden mit der Saison", resümierte Trainer Thalhammer seine erste Halbsaison als LASK-Verantwortlicher. Die Qualifikation für die Europa League plus das dortige Abschneiden mit zehn Punkten, das Überwintern im ÖFB-Cup und Tabellenrang drei mit 24 Zählern in der Liga sprechen dabei eine deutliche Sprache.

"Wir haben unseren Spielraum erweitert, weil von der heutigen Mannschaft waren fünf Spieler beim Saisonstart nicht dabei und das lässt uns zuversichtlich in die Zukunft schauen", sprach der ehemalige Frauen-Teamchef die geglückte Integration der Neuzugänge um Madsen oder Eggestein an. Abwehrchef Trauner ging mit seinem Trainer d'accord: "Es war ein sehr gelungener Herbst und wir können uns nicht viel vorwerfen. Wir sind auf einem guten Weg."

Eine klare Kampfansage in Richtung Meistertitel vermieden sowohl der Trainer als auch seine Spieler. Thalhammer pragmatisch: "Wir werden daran arbeiten, peu a peu noch besser zu werden, wir haben noch viele Punkte gefunden, die wir noch besser machen können und wo wir uns verbessern können. Und wenn uns das gelingt, werden wir im Frühjahr viele Siege einfahren und dann wird man sehen, wo wir am Ende stehen."

Sollten nach der kurzen Winterpause die Akkus wieder aufgeladen sein und die derzeit verletzten Spieler langsam zurückkommen, wird der LASK möglicherweise länger im Meisterschaftsrennen bleiben, als noch in der vergangenen Saison, die man mit den unerlaubten Mannschaftstrainings samt Punkteabzug selbst torpedierte.

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