Rapid und der Cup der guten Hoffnung

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Rapid will am 1. Juni zwei Durststrecken unterschiedlicher Größen beenden.

Zum einen soll Red Bull Salzburg zum ersten Mal seit fast zwei Jahren besiegt werden - zuletzt gelang das am 1. August 2015 in Salzburg mit 2:1.

Und natürlich soll der Cup-Fluch enden: Schließlich haben die Grün-Weißen seit 1995 nicht mehr den Bewerb gewonnen.

Rapid-Trainer Goran Djuricin weiß nach dem jüngsten 0:1 auswärts beim alten und neuen Meister: "Salzburg ist der größte Brocken, aber in einem Spiel ist alles möglich."

Gewisse Faktoren machen den Wienern Mut.

Rapid ist immer knapp dran

0:0 (h), 1:2 (a), 0:1 (h), 0:1 (a) - so lauten die bisherigen vier Saison-Ergebnisse zwischen Rapid und Salzburg. "Vom Ergebnis her sind wir knapp dran", weiß Mario Sonnleitner, doch der Innenverteidiger hat auch nicht vergessen, wie schmeichelhaft die Resultate teilweise sind. Beim 1:2 im Herbst in Salzburg, damals das erste Spiel unter Damir Canadi, vernebelte der Titelverteidiger Chancen en masse und hätte deutlich höher gewinnen müssen. Rapid erzielte immerhin im Finish sein einziges Saisontor gegen Salzburg, auch wenn es nur ein Elfmeter war und Tomi es erzielte. Auf der anderen Seite ließ die Rapid-Verteidigung auch nur vier Gegentreffer durch Salzburg in dieser Saison zu, nur Sturm erhielt eines weniger. "Die Leistung war defensiv gut, schade, dass wir nach einem Standard das Tor bekommen haben", ärgerte sich Sonnleitner am Samstag. Rapid agierte beim 0:1 teilweise mit einer Sechser-Kette, wollte allerdings hoch attackieren. "Aber Salzburg hat uns so reingedrückt", musste es Djuricin zur Kenntnis nehmen. Wie man erfolgreich, wenn auch unattraktiv, gegen Salzburg spielt, hat Mattersburg mit zwei Saisonsiegen gegen die Mozartstädter vorgezeigt. Vielleicht ein taktisches Vorbild für das Finale.

Schaubs Rückkehr

Am Samstag gab Louis Schaub sein Comeback nach Muskelfasereinriss. Der Linksfuß hatte das 1:0 auch auf dem Fuß, aber sein Schuss ging über das Tor. Doch genau bei dieser Aktion nach seiner Einwechslung zeigte sich, wie seine individuelle Klasse dem Rapid-Offensivspiel helfen könnte. Zwar macht sich Trainer Djuricin keine Sorgen bezüglich seiner Offensive ("Wir haben gegen Altach drei Tore erzielt und gegen den WAC vier"), aber aktuell sticht keiner wirklich heraus. Schaub hat bis zum Finale noch drei Möglichkeiten zu spielen und könnte bis dahin wieder so in Matchform sein, dass er auch in Klagenfurt Akzente setzen kann - und vielleicht sogar mehr.

Es wird ein Heimspiel für Rapid

"Es wird ein anderes Spiel werden, eine Partie auf neutralem Boden und wir wissen, dass Salzburg zu Hause sehr stark ist. In Klagenfurt wird das sicher anders, das kann man nicht vergleichen", sagt Mario Sonnleitner. Stefan Schwab schlägt in dieselbe Kerbe: "Es ist schon ein Unterschied, ob wir hier oder in Klagenfurt spielen." 14.000 Tickets sind für das Finale weg, der Rapid-Sektor ist längst ausverkauft (7.500 Tickets) und am Ende werden weit mehr Rapid-Fans als jene aus Salzburg da sein. Das ist keine Überraschung für beide Teams, aber möglicherweise hilft es den Wienern gegen einen übermächtigen Gegner in gewissen Phasen des Spiels. Salzburg steigert sich zwar gerne auch mit dem Rahmen einer Partie, doch in diesem Fall ist es sicher ein (Heim-)Vorteil für die Hütteldorfer.

Es ist nur ein Spiel

Auch wenn wir alle keine Freunde von Phrasendreschereien sind, ist es nun mal so, dass es nur ein Spiel ist und diese Tatsache viele Geschichten erzählen kann: 2015 musste Salzburg etwa im Cup-Finale gegen die Wiener Austria ab Minute 43 mit zehn Mann spielen, weil Tormann Peter Gulacsi nach grobem Foulspiel an David de Paula Rot sah. Die Entscheidung führte Jonatan Soriano erst in der Verlängerung herbei, Felipe Pires stellte später den Endstand her. Herausragende Schlüsselspieler wie Soriano hat Salzburg keine mehr. Wenn das Kollektiv funktioniert, kann die Admira im Halbfinale 5:0 überfahren werden, wenn nicht, dann spielt man zu Hause auch 1:1 gegen Ried. Salzburg bleibt der haushohe Favorit, aber kann Rapid das Spiel lange genug offen halten, ist eine Überraschung auch in einer grün-weißen Seuchensaison möglich. Auch ein Rückblick gibt Hoffnung: Denn im März verlor Rapid gegen Salzburg zwar 0:1, doch spielte vor allem vor der Pause stark - erst ein Standard-Tor (Berisha-Freistoß) führte im Finish zum Sieg der Gäste.

Textquelle: © LAOLA1.at

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