Deswegen wird Salzburg wieder Meister

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Nach zwei Dritteln der Meisterschaft hat Red Bull Salzburg sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger aus Altach.

Der Titelverteidiger befindet sich nach dem 1:0 bei Rapid am besten Weg zum vierten Titel in Folge.

Neo-Kapitän Alexander Walke bleibt aber wie seine Kollegen am Boden: "Vergangene Woche war es ein megahartes Stück Arbeit, heute wieder. Wir können uns auf nichts ausruhen, da ist noch einiges zu tun."

Dennoch sprechen vier Gründe bereits jetzt für den vierten Titel in Folge.

Highlights Rapid-Salzburg:


  • Die "Bullen" liefern ab

Salzburg hat die vergangenen acht Liga-Spiele allesamt gewonnen. Vier vor dem Jahreswechsel, vier danach. Nach dem 2:0 gegen St. Pölten zum Frühjahrs-Auftakt haben die "Bullen" erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernommen und nun den Vorsprung auf den ersten Verfolger Altach auf sechs Zähler ausgebaut. Gegen Rapid war die erste Hälfte eine zum Vergessen, dennoch holten sich die Salzburger nach einer Steigerung die drei Punkte. Wer schlecht spielt und dennoch gewinnt, wird bekanntlich Meister. Auch wenn Rapid sich in der Krise befindet, sind Siege auswärts in Hütteldorf nicht selbstverständlich. Nach drei Erfolgen gegen die drei Letztplatzierten, gibt dieser Sieg auch dem Salzburger Selbstvertrauen einen weiteren Schub. Die Mannschaft weiß allerdings, dass nicht immer alles rund läuft und sie sich diese Siege auch verdienen muss. "Wir sollten kleine Brötchen backen. Wir rackern hart und laufen viel. So selbstverständlich sind die Siege nicht", weiß Walke. Die Mannschaft weiß es auch. Das ist die richtige Einstellung, um Meister zu werden.


  • Nur einmal wurde Salzburg in der Red-Bull-Ära nicht Meister, wenn man nach 24 Runden auf Rang 1 stand (2008)
  • In den vergangenen elf Jahren wurden nur zwei Teams (Salzburg 2008, Austria 2011) nicht Meister, die nach 24 Runden auf Rang 1 standen
  • RB Salzburg stand in jedem Meisterjahr (2007, 2009, 2010, 2012, 2014, 2015, 2016) nach 24 Runden auf Rang 1
  • Mit Salzburg und Austria gab es nur zwei Teams, die in den vergangenen elf Jahren nach 24 Runden auf Platz 1 standen

Saison
  1. nach 24 Runden (Punkte)
  1. nach 36 Runden (Punkte)
2016/17 RB Salzburg (52) ?
2015/16 RB Salzburg (46) RB Salzburg (74)
2014/15 RB Salzburg (48) RB Salzburg (73)
2013/14 RB Salzburg (48) RB Salzburg (80)
2012/13 Austria Wien (60) Austria Wien (82/Rekord)
2011/12 RB Salzburg (38) RB Salzburg (68)
2010/11 Austria Wien (45) Sturm Graz (63)
2009/10 RB Salzburg (52) RB Salzburg (76)
2008/09 RB Salzburg (52) RB Salzburg (74)
2007/08 RB Salzburg (40) Rapid Wien (69)
2006/07 RB Salzburg (51) RB Salzburg (75)
2005/06 Austria Wien (47) Austria Wien (67)

  • Wer soll sonst Meister werden?

Während Salzburg aktuell nur noch gewinnt, schwanken die anderen Teams in ihren Leistungen und schütten auch aus. Altach gewann 3:1 bei der Austria, verlor nun aber 0:3 bei Sturm. Die Grazer haben nach drei Niederlagen überhaupt erst den ersten Sieg 2017 eingefahren. Die Austria rettete zu Frühjahrsbeginn einen Punkt im Derby, gewann dann letztlich klar in Graz, unterlag aber gegen Altach und gewann nun in Ried. Altach wiederum gewann bei der Austria, verlor aber zu Hause gegen St. Pölten. Klar ist: Es braucht Konstanz, um Salzburg zu biegen. Und Salzburg müsste zudem im letzten Drittel einen richtigen Hänger haben. Das ist nicht völlig auszuschließen, zumal noch die härteren Brocken und direkte Duelle kommen, aber in beiden Fällen unwahrscheinlich. Das letzte Mal, als Salzburg nicht Meister wurde, benötigte die Wiener Austria nicht weniger als einen Punkterekord, um den Titel einzufahren. Die Salzburger Mannschaft wirkt zudem nicht überheblich, ein mentaler Selbstfaller scheidet auch deswegen tendenziell aus.



  • Keiner hat einen breiteren Kader

Trainer Oscar kann aufstellen, wen und wie er will - es endete 2017 bislang immer mit einem Sieg. Vier verschiedene Aufstellungen brachte der Spanier bislang in diesem Kalenderjahr, es wurde kein Punkt abgegeben. Auch wenn es gegen die drei Nachzügler und Rapid ging. Gegen diese Gegner haben die Verfolger allerdings allesamt schon Punkte gelassen. Oscar kann auf viele (vor allem auch junge) Spieler zurückgreifen und die enttäuschen nicht - zumindest was das Resultat betrifft. "Das Mittelfeld war im Schnitt 19 Jahre alt. Das war eine sehr gute Leistung", lobte Oscar, der zwei Tage vor dem Youth-League-Viertelfinale gegen Atletico Madrid Kapitän Xaver Schlager überraschend durchspielen ließ. Spieler wie Takumi Minamino oder Wanderson saßen in Wien nur auf der Bank, Dimitri Oberlin und Josip Radosevic kamen von selbiger. Marc Rzatkowski, Christoph Leitgeb und Fredrik Gulbrandsen haben es gegen Rapid nicht einmal in den Kader geschafft. Sollte also auch Verletzungspech hinzukommen, würde Salzburg trotz einiger später Abgänge (Gulbrandsen könnte noch nach New York verliehen werden) zumindest nicht personell einbrechen.



  • Das Team hat Abgänge von Schlüsselspielern verkraftet

Im Winter sind mit Dayot Upamecano und Jonatan Soriano zwei Schlüsselspieler gegangen - und die Mannschaft gewinnt dennoch vier Mal in Folge. Das ist nich nur eine Frage von fußballerischer Qualität, sondern auch von mentaler. Es ist in Salzburg aber auch nichts Neues mehr, dass Stammspieler den Verein verlassen. Soriano war in der jüngeren Vergangenheit ohnehnin mit Verletzungen bedient. Oscar weiß: "Wir haben schon im Herbst viele Spiele ohne ihn bestritten." In den vergangenen acht Liga-Spielen, die allesamt gewonnen wurden, spielte Soriano in lediglich zwei mit. Upamecanos Abgang war ebenso auffangbar, weil Salzburg mit Paulo Miranda, Duje Caleta-Car und Andre Wisdom über drei Innenverteidiger verfügt, die über genug Qualität für die Liga verfügen. Insgesamt zeigt die Mannschaft auch, dass sie eine ist, die füreinander läuft und kämpft, die intakt ist. Der Hunger auf weitere Titel ist ebenso nicht gestillt. Bereits Anfang März spricht also viel dafür, dass Salzburg auch im vierten Jahr in Folge den Titel holt.

Textquelle: © LAOLA1.at

Jonatan Soriano: Red Bulls erste Fußball-Legende

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