Bundesliga: Die Gewinner der Saison 2020/21

Bundesliga: Die Gewinner der Saison 2020/21 Foto: © GEPA
 

Die Bundesliga-Saison 2020/21 ist endgültig zu Ende.

Damit ist der Schlusspfiff für eine aus bekannten Gründen herausfordernde Bundesliga-Spielzeit erfolgt, nach der einige Spieler zufriedener in den wohlverdienten Urlaub gehen können als andere.

LAOLA1 hat von jedem Verein drei Gewinner ausgewählt.

Das sind nicht zwangsläufig die besten Spieler ihrer Teams gewesen. Ihre Auswahl kann auch bedeuten, dass sie die vor der Saison in sie gesetzten Erwartungen übertroffen haben, dass sie im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit einen Entwicklungssprung gemacht oder unerwartet Konkurrenten ausgestochen haben.

Bei einigen (erfolgreichen) Teams hätte es freilich noch wesentlich mehr potenzielle Gewinner gegeben, bei anderen war es schon schwierig, deren drei zu finden.

FC RED BULL SALZBURG:

PATSON DAKA: Dieser Mann überstrahlte in dieser Bundesliga-Saison alle! 34 Torbeteiligungen in 27 Meisterschaftsspielen und die Torjägerkrone sprechen eine klare Sprache, die Auszeichnung zum Spieler der Saison überraschte niemanden. Der Sambier legt auf ein zuvor bereits enorm hohes Niveau nochmal eine Schippe drauf, wurde vor dem Tor noch kaltschnäuziger und ist mittlerweile einer der komplettesten Stürmer seiner Alterklasse. Einzig in der Champions League wollte es bei Daka - unter anderem wegen einer Oberschenkelverletzung im Herbst - erneut nicht so richtig klappen. Im Sommer wird Daka nach über vier Jahren Salzburg den wohlverdienten Schritt in eine Top-Liga machen. RB Leipzig und der FC Liverpool sollen momentan die Nase im Rennen um den Sprinter vorne haben.

RASMUS KRISTENSEN: Was für ein Mentalitätsmonster! Kristensen hatte keine einfache Premieren-Saison in Österreich hinter sich, als er sich im vergangenen Herbst auch noch hinter Albert Vallci anstellen musste. Der Däne gab sich aber nicht auf, wurde fitter, schneller und gefährlicher und legte eine der beeindruckendsten Steigerungen in der Salzburger Klubgeschichte hin. Der zunächst als hölzern verschriene Rechtsverteidiger entwickelte sich zu einer absoluten Offensiv-Waffe, ohne sein beinhartes Defensivspiel zu vernachlässigen. Auf und abseits des Platzes gilt der niemals leise Däne als absoluter Leader, der seine Mannschaftskollegen mitreißt und anführt. Auch in der kommenden Saison wird Kristensen den "Bullen" erhalten bleiben, der 23-Jährige verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2025.

BRENDEN AARONSON: So wenig Vorlaufzeit brauchte ein Millionen-Einkauf der Salzburger noch nie. Der schmächtige US-Amerikaner trat im Winter den Schritt über den großen Teich an und etablierte sich unter Landsmann und Mentor Jesse Marsch prompt als Schlüsselspieler. Der 20-Jährige war nach seinem Wechsel sofort committed, begann bereits nach seiner ersten Woche in Österreich mit dem Deutsch-Unterricht und wirkt bereits extrem gereift. Dass der offensive Mittelfeldspieler großartige Fähigkeiten im Spiel gegen den Ball besitzt, war bereits vor seinem Transfer bekannt. In der Mozartstadt überraschte er aber viele mit seinem enormen Zug zum Tor und seiner Effizienz. Trotz des enorm auf die Stürmer ausgerichteten Salzburger Systems netzte Aaronson in seinen ersten 24 Einsätzen sieben Mal.

SK RAPID WIEN:

DEJAN PETROVIC: In seiner ersten kompletten Saison bei Rapid hat sich der 23-jährige Slowene zum unumstrittenen Stammspieler im zentralen Mittelfeld entwickelt. Selbst Pfeiffersches Drüsenfieber, das Petrovic im Winter einen Monat lang auf's Abstellgleis zwang, konnte dem Mittelfeldmotor nichts entgegensetzen. Seit seiner Rückkehr nach überstandener Krankheit stand der Slowene stets in der Anfangsformation des Vizemeisters, nur in der 30. Runde in Salzburg fehlte er wegen einer Gelbsperre. Petrovic, der in der Gruppenphase der U21-EM in allen drei Spielen von Slowenien zum Einsatz kam, hat sich im zentralen Mittefeld der Hütteldorfer neben Dejan Ljubicic etabliert. Barnsley-Leihgabe Marcel Ritzmaier musste meist auf die linke Seite ausweichen. Während Ljubicic sein Glück in Köln versucht, wird Petrovic auch in der kommenden Saison eine tragende Säule im Spiel der Hütteldorfer sein.

YUSUF DEMIR: Wie auch schon im Herbst gehört Yusuf Demir zu den Gewinnern beim SK Rapid Wien. Der so begabte 17-Jährige, der sich seit dem März-Lehrgang auch österreichischer Nationalspieler nennen darf, wartet bei Rapid zwar weiterhin auf einen Durchbruch, der sich in regelmäßigen Startelfeinsätzen widerspiegelt, in seinen Kurzeinsätzen weiß der Offensivspieler aber zu überzeugen. Nach 25 Einsätzen in der Bundesliga stehen sechs Tore, drei Assists und eine Menge an geistreichen Pässen und traumhaften Läufen zu Buche. Oft scheint Demir noch zu verspielt zu sein, was immer wieder in unnötigen Ballverlusten mündet - einem 17-Jährigen soll dies aber zugestanden sein. Wie es mit dem Rapid-Juwel weitergeht, wird der Sommer zeigen. Demirs Vertrag läuft im Sommer 2022 aus. Will Rapid die prognostizierten Millionen scheffeln, muss ein Verkauf noch in dieser Spielzeit finalisiert werden. Sollte Demir in der kommenden Saison weiterhin das grün-weiße Trikot tragen, bei einem Transfer mit Rückleihe durchaus möglich, muss er unumstrittener Stammspieler sein, um seine Entwicklung zu forcieren.

ERCAN KARA: Der beste österreichische Torschütze der abgelaufenen Bundesligasaison darf sich wie sein Teamkollege Yusuf Demir seit März österreichischer Nationalspieler nennen. Kara erzielte in der vergangenen Spielzeit wettbewerbsübergreifend 20 Tore und erarbeitete sich den Status als unumstrittene Sturmspitze. Der 1,92 Meter große Angreifer war in der vergangenen Saison oftmals Rapids Lebensversicherung, die Vizemeisterschaft ist auch sein Verdienst. Kara hat nach Dauerläufer Maximilian Ullman die zweitmeisten Einsatzminuten absolviert. Ob es auch ihn nach einer starken Saison zu einem anderen Verein verschlägt, bleibt abzuwarten. Unter dem Radar fliegt der Stürmer, der noch vor zwei Jahren bei Mauerwerk in der Regionalliga Ost engagiert war, schon lange nicht mehr.

SK STURM GRAZ:

DAVID NEMETH: So stellt man sich ein Leihgeschäft vor! David Nemeth hat so ziemlich alle Erwartungen erfüllt, die in ihn gesetzt wurden, als die Sturm-Verantwortlichen ein Leihgeschäft mit dem 1. FSV Mainz 05 aushandelten, um den Nachwuchs-Nationalspieler für ein Jahr nach Graz zu holen. Der 20-Jährige war von der ersten Minute an in der Innenverteidigung gesetzt, agierte als große Konstante in einer der besten Defensiven der Liga. Nemeth etablierte sich rasch als einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga. Durch seine stabilen Leistungen fand sich der Burgenländer auch ziemlich rasch am Radar von Teamchef Franco Foda wieder, der den Abwehrspieler im März in den vorübergehenden ÖFB-Großkader aufnahm. Sollte Nemeths Entwicklungspfeil auch in Zukunft weiter so steil nach oben zeigen, darf durchaus darauf gehofft werden, dass dem 20-Jährigen auch in Mainz in Bälde der Durchbruch gelingt.

YUSUF GAZIBEGOVIC: Vom FC Liefering zu Beginn der Saison noch aussortiert, fand der 21-Jährige Ende September in Graz sein neues Zuhause. Der Außenverteidiger aus Bosnien-Herzegowina wurde von Cheftrainer Christian Ilzer rasch mit Spielzeit bedacht. Während er zu Beginn der Saison noch viel rein- uns rausrotiert wurde aus der ersten Mannschaften, festigte sich Gazibegovic vor allem im Saisonfinish in der Startelf der Grazer – was zum Teil aber auch mit der schweren Verletzung von Sandro Ingolitsch zusammenhängt. Nichtsdestotrotz rechtfertigte der 21-Jährige seinen Platz in der ersten Elf mit starken Leistungen, unvergessen bleibt u.a. auch sein spielentscheidender Freistoßtreffer gegen die SV Ried in der fünften Minute der Nachspielzeit.

KELVIN YEBOAH: Auch der dritte große Gewinner des SK Sturm ist ein Spieler, der vergangene Spielzeit noch nicht für den Verein aktiv war. Im Gegensatz zu Nemeth und Gazibegovic wechselte Yeboah sogar erst im Februar nach Graz. Dementsprechend beeindruckend ist es auch, wie schnell der 21-jährige Stürmer nach seinem Transfer von Liga-Konkurrent WSG Tirol in die steirische Landeshauptstadt Fuß fasste. Yeboah wechselte durchaus mit dem Gedanken nach Graz, das Offensivspiel von Sturm mit mehr Tempo zu beleben, dass es dem Ghanaer allerdings gelang, Sturm-Kollege Kevin Friesenbichler auf Anhieb aus der Startelf zu verdrängen, war nicht zwingend zu erwarten. Je länger die Saison dauerte, desto öfter zahlte er das Vertrauen, das in ihn gesetzt wurde, auch mit vielen Torbeteiligungen zurück.

LASK:

ANDRES ANDRADE: Hinter Kapitän Gernot Trauner, Petar Filipovic und Philipp Wiesinger galt Andrade zu Saisonbeginn nur als die Nummer vier im LASK-internen Verteidiger-Ranking. Zumindest den oft verletzten Filipovic hatte der Mann aus Panama schnell verdrängt und spielte die gesamte Saison über eine wichtige Rolle in der LASK-Dreierkette (ab und an auch links im Mittelfeld). Mit seinem kompromisslosen Zweikampfverhalten und dem feinen linken Fuß zeigte Andrade immer wieder, über welches Potenzial er verfügt. Die ein oder andere Schlampigkeit, sei dem 22-Jährigen verziehen und auf etwaige Verständigungsprobleme mit seinen Nebenleuten zurückzuführen. Andrade spielte über weite Strecken der Saison einen tadellosen Part in der Linzer Defensive und lieferte außerdem für einen Verteidiger starke vier Assists. Mit Sicherheit einer der Lichtblicke einer keineswegs ideal verlaufenen Saison für die Schwarz-Weißen.

JOHANNES EGGESTEIN: Der Deutsche feuerte zwischenzeitlich aus allen Rohren und schlug nach seinem Wechsel zum Ende der Sommer-Transferperiode ein wie eine Bombe. Im Frühjahr konnte er, auch dem Mangel an Alternativen geschuldet, nicht mehr ganz an die starken Leistungen im Herbst anschließen, mit 12 Toren und sieben Assists in der Bundesliga, war er trotzdem mit Abstand der beste Scorer im Lager der Oberösterreicher. Eine Torflaute zwischen Spieltag 20 und 29 verhinderte sogar eine noch bessere Ausbeute, im Endspurt dann aber wieder voll da und in den letzten vier Spielen mit vier Volltreffern sowie einer Vorlage. Bitter für die Anhänger der Schwarz-Weißen: Eggestein wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Rückkehr zu seinem Stammklub Werder Bremen antreten. Dass er die Qualität hat, dem in die 2. Bundesliga abgestiegenen Traditionsverein zu helfen, hat er in seinem Leih-Jahr beim LASK definitiv gezeigt.

LUKAS GRGIC: In einer durchwachsenen LASK-Saison spielten einige Akteure unter ihren Möglichkeiten, andere erfüllten wiederum die in sie gesetzten Erwartungen. In diese Kategorie fällt zweifelsohne der im Vorjahr nach Linz zurückgekehrte Grgic. Wäre er nicht Mitte der Saison mit einem Muskelbündelriss ausgefallen, stünden mit Sicherheit mehr als 15 Bundesliga-Einsätze zu Buche. Grgic zeigte auf und neben dem Platz, wieso ihn die Linzer von der WSG Tirol nach Oberösterreich holten. Mit unbändigem Willen und toller Mentalität trieb er die Mannschaft in jeder noch so aussichtslos scheinenden Situation an und zeigte auch auf internationaler Bühne, dass er dort ohne große Anpassungsschwierigkeiten mithalten kann. In der Meisterrunde einer der stabilsten Linzer und neben den gewohnten Defensiv-Qualitäten mit einigen Akzenten im Spiel mit dem Ball.

WOLFSBERGER AC:

DEJAN JOVELJIC: Das Abenteuer WAC dürfte sich für Dejan Joveljic mehr als ausgezahlt haben. Bei Frankfurt kaum berücksichtigt, blüht der 21-jährige Serbe im Lavanttal mit 17 Saisontoren regelrecht auf. Mehr Treffer in der Wolfsberger Bundesliga-Historie sind nur Shon Weissman (30) in einer Spielzeit geglückt. Hinter Torschützenkönig Patson Daka und WSG-Shootingstar Nikolai Baden Frederiksen schafft es Joveljic vor Rapids Ercan Kara sogar aufs Podium der Top-Torschützen. Beim WAC konnte Joveljic mit Sicherheit für Eigenwerbung im Kampf um den Frankfurt-Sturm sorgen.

MANUEL KUTTIN: Bis zum Ende des Grunddurchgangs durfte Kuttin nur sechs Mal zwischen den Pfosten stehen. Mit der 1:8-Pleite gegen Rapid stieg der Kärntner jedoch zur neuen Nummer eins auf und verdrängte Alexander Kofler auf die Bank. Über weite Strecken der Meistergruppe wusste Kuttin mit starken Paraden zu überzeugen. In den letzten beiden Runden behielt der 1,95-Meter-Mann sogar vom Elfmeterpunkt die Oberhand. Sein Vertrag läuft mit Ende Juni aus, Argumente für weitere Jahre im Lavanttal besitzt Kuttin aber allemal.

MICHAEL LIENDL: Wer hätte im Frühjahr gedacht, dass Liendl zu den Gewinnern der WAC-Saison gilt? Vor allem im März kratzte das zerrüttete Verhältnis mit Ex-Trainer Ferdinand Feldhofer am Image des Assistkönigs. Seit der Übernahme von Interimstrainer Roman Stary hat die zurückgewonne Kapitänsbinde den Hunger Liendls wieder geweckt. Allein in der Meisterrunde war der Grazer an acht Toren beteiligt. Blickt man auf die gesamte Spielzeit, stehen 26 Torbeteiligungen zu Buche, wodurch Liendl bei exakt der Hälfte aller WAC-Tore seine Füße im Spiel hatte. Der Lohn? Ein neues Arbeitspapier bis 2022.

WSG TIROL:

NIKOLAI BADEN FREDERIKSEN:

Was für eine Saison des Stürmer-Talents, dessen Leihe von Juventus Turin zur WSG Tirol im Sommer wieder zu Ende geht. Ein ums andere Mal bewies der U21-Nationalteamspieler Dänemarks seine unglaublichen Qualitäten im Offensivspiel und den unstillbaren Hunger nach Toren. Mit 18 Toren und vier Vorlagen hat der 21-Jährige in Wattens eingeschlagen, wie eine Bombe. Kein Wunder, dass mehrere Klubs interessiert an dem variabel einsetzbaren Angreifer sind. Zuletzt gab es Gerüchte, dass Rapid Wien an einer Verpflichtung Frederiksens Interesse zeige.

TOBIAS ANSELM:

Ein weiterer Gewinner der Tiroler Mannschaft ist der U21-Teamspieler Österreichs Tobias Anselm. Die LASK-Leihgabe zeigte sich stets gefährlich im Offensivspiel der Wattener, sei es als Joker oder von Beginn an in der Startelf. Auch in Werner Gregoritschs U21-Auswahl hinterließ der 21-Jährige einen guten Eindruck: In seinen ersten zwei Spielen konnte Anselm gleich zwei Treffer erzielen. Die Leihe zu den Tirolern endet mit Sommer, was bedeutet, dass der LASK sich womöglich über eine zusätzliche Offensiv-Waffe für die kommende Spielzeit freuen darf.

RAFFAEL BEHOUNEK:

Behounek wechselte vergangenen Sommer von Wacker Innsbruck zur WSG Tirol. Seitdem ist der 24-Jährige ein fester Bestandteil der WSG-Startelf. Auch bei Wacker war es der Innenverteidiger gewohnt viel zu spielen, doch sich nun in einer Bundesliga-Elf in seiner ersten Saison gleich so zu etablieren ist aller Ehren wert. Mit Behounek haben die Tiroler einen stabile Leader für die Defensive, dessen Vertrag noch zwei weitere Jahre läuft.

TSV HARTBERG:

FLORIAN FLECKER: Nach einer nicht zufriedenstellenden Saison bei Union Berlin ohne Einsatz, verschlug es den Voitsberger eine Etage tiefer in die 2. Bundesliga. Doch auch bei den Würzburger Kickers war nach 12 Partien Schluss. Im Winter folgte schließlich die Rückkehr nach Hartberg, wo Flecker sofort das Vertrauen von Markus Schopp spürte. So verpasste er nur drei der 17 Runden im Frühjahr und überzeugte neuerlich mit Schnelligkeit. Vier Torbeteiligungen nach anderthalb Spielzeiten ohne regelmäßiger Matchpraxis machen Hoffnung auf mehr.

FELIX LUCKENEDER: Bereits in der Vorsaison konnte sich Luckeneder als Leihspieler vom LASK in der Oststeiermark überzeugen. Die fixe Verpflichtung im Sommer galt als logische Konsequenz. In dieser Spielzeit konnte der Linzer einen draufsetzen. Als Abwehrchef stand er – mit Ausnahme am letzten Spieltag – jeweils 90 Minuten am Feld und hat dadurch maßgeblich Anteil am Hartberger Spitzenplatz in der Qualifikationsgruppe.

MATIJA HORVAT: Erst im Winter verschlug es den 22-jährigen Kapfenberg-Kapitän ins rund 80 Kilometer entfernte Hartberg. Mit 74 Spielen für den KSV am Buckel, nahm der Abräumer die Umstellung von 2. Liga zur Bundesliga mit links. Vom anfänglichen Einwechselspieler mauserte sich Horvat, der auch Innenverteidiger spielen kann, immer öfter in die Startelf. Am Ende stehen starke 16 von 18 möglichen Einsätzen zu Buche.

AUSTRIA WIEN:

PATRICK PENTZ: Der gebürtige Salzburger ist wohl der größte Gewinner dieser chaotischen Bundesliga-Saison für die Wiener Austria. Sowohl im Herbst als auch im Frühjahr stellte Pentz die einzige Konstante einer teils sehr desolaten Austria-Defensive dar. Der 24-Jährige absolvierte alle 32 Partien für die Veilchen, verpasste keine einzige Minute und wurde nicht umsonst zum Torwart der Saison gewählt.

PATRICK WIMMER:

Ein weiterer violetter Gewinner dieser Spielzeit ist Patrick Wimmer. Der Youngster wurde unter Peter Stöger zum Dauerbrenner, einzig beim letzten Spiel der Qualifikations-Gruppe in Ried bekam Wimmer keine Einsatzminuten. Vergangenen November durfte der 19-Jährige sein Debüt im U21-Nationalteam feiern und bedankte sich dafür gleich mit zwei Treffern. Wenn sich die Entwicklung des Niederösterreichers so fortsetzt, steht einer erfolgreichen Zukunft nichts im Weg. Ob diese dann noch bei der Wiener Austria liegt, ist natürlich ein anderes Thema.

MANPRIT SARKARIA:

Manprit Sarkaria hingegen wird die Favoritner mit Sicherheit im Sommer verlassen. Der 24-Jährige wechselt ablösefrei zu Sturm Graz. Nichtsdestotrotz zählt der variabel einsetzbare Offensiv-Akteur zu den Gewinnern dieses Austria-Kaders. Vor allem im Frühjahr war Sarkaria oft zur Stelle, als seine Mannschaft ihn und seine Kreativität im Angriffsspiel brauchte. Insgesamt 14 Scorerpunkte konnte der Wiener in dieser Spielzeit verbuchen, sein Abgang wird am Verteilerkreis wohl eher schmerzlich wahrgenommen.

SV RIED:

MARCO GRÜLL: Der mit Abstand gefährlichste Offensivmann zeigte, wieso er in den letzten Monaten mit allen Top-Klubs der Bundesliga in Verbindung gebracht wurde. Vor allem in Wien-Hütteldorf, wo Grüll ab Sommer seine Zelte aufschlagen wird, reibt man sich ob der starken Saison des 22-Jährigen wohl die Hände. Elf Tore und vier Assists stehen in der Bundesliga zu Buche, für ihn bleibt zu sagen, egal welcher Trainer - Grüll funktionierte. Schon zu Saisonbeginn unter Gerald Baumgartner war er die verlässlichste Waffe der Innviertler, die Sieglos-Serie unter Miron Muslic konnte er zwar nicht abwenden, dafür lief es nach Amtsantritt von Andreas Heraf wieder wie geschmiert. Dann oft als Mittelstümer oder ab und an als Joker ins Spiel gebracht, profitierte er mit seinem Tempo von der defensiveren Herangehensweise unter Heraf und dem überfallsartigen Umschaltspiel. Der Umstieg von 2. Liga auf Bundesliga bereitete ihm überhaupt keine Probleme. Soviel scheint sicher - von Grüll wird in der Zukunft noch zu hören sein.

MARCEL ZIEGL: Neben Thomas Reifeltshammer das Rieder Urgestein schlechthin, war Ziegl eine der großen Konstanten im Spiel der Rieder. Als Vize-Kapitän spielte er unter allen Trainern im zentralen Mittelfeld eine wichtige Rolle und entdeckte im Saisonendspurt unter Andreas Heraf sogar einen bis dahin unbekannten Torinstinkt. Nur kurze Zeit nach Saisonende gaben die Innviertler die wenig überraschende Vertragsverlängerung mit dem 28-Jährigen bekannt. Ein wichtiger Puzzleteil im Heraf-System bleibt den Innviertlern damit erhalten, wenn es in der kommenden Spielzeit für die "Wikinger" wie in der vergangenen Saison wieder einzig und allein um den Klassenerhalt gehen wird.

ANTE BAJIC: Dass Bajic zu Beginn der Saison mit einer Schulterverletzung die ersten sieben Spiele aussetzen musste, war sicher ein Mitgrund für die gleich fünf Niederlagen des Aufsteigers in diesem Zeitraum. Der extrem schnelle Dauerläufer auf der rechten Seite war ein Garant der Rieder Aufstiegsmannschaft und schloss, je länger die Saison dauerte, wieder an diese Leistungen an. Unter Heraf eine Spur offensiver als zuvor eingesetzt, passte der vom Neo-Trainer praktizierte Spielstil zu ihm wie sprichwörtliche die Faust aufs Auge. Nach Ballgewinn wurden die antrittsstarken Grüll und Bajic hinter der gegnerischen Kette gesucht und sollten dort gefährliche Abschluss-Gelegenheiten kreieren. Anders als Grüll bleibt Bajic den Innviertlern wohl auch in der kommenden Saison erhalten. Sein Vertrag läuft zwar aus, der Verein besitzt allerdings eine Option auf Verlängerung. Diese wird man laut Heraf ziehen, leicht wird es aber in weiterer Folge wohl nicht, den 25-Jährigen noch lange in Ried zu halten. Mit seinen Fähigkeiten wäre es keine Überraschung, wenn der Name Bajic bei dem ein oder anderen Sportdirektor eines Top-Klubs auf dem Zettel stehen würde.

SCR ALTACH:

STEFAN HAUDUM: Vom Bankdrücker beim LASK zum unumstrittenen Stammspieler im Ländle – der Wechsel von Stefan Haudum Anfang Jänner zum SCR Altach hat sich für den Mittelfeldspieler mehr als bezahlt gemacht. Gerade mal ein läppischer Saison-Einsatz stand Stefan Haudum im LASK-Dress zu Buche, ehe er zu Beginn dieses Jahres den Sprung nach Altach wagte. Zwar ging das Abenteuer im Ländle für Haudum etwas holprig los, nachdem er gleich in seinem ersten Bewerbspiel mit Gelb-Rot vom Platz flog, dies änderte jedoch nichts daran, dass der 26-Jährige sowohl unter Alex Pastoor als auch unter Damir Canadi im zentralen Mittelfeld einen Stammplatz vorfand. Mit Haudum im Mittelfeld kehrte nach und nach auch etwas mehr Stabilität ins Altacher Spiel ein.

DANIEL MADERNER: Lange hat es gedauert, ehe Daniel Maderner im Saisonfinish doch noch seinen Groove fand. Im vergangenen Sommer von Amstetten nach Altach gewechselt, wurde der Mittelstürmer eigentlich gleich von der ersten Meisterschafts-Runde an mit Einsatzminuten bedacht, lediglich das Schießen von Toren wollte zunächst noch nicht gelingen. Spätestens nach der Bestellung von Damir Canadi im Februar platzte aber auch bei Daniel Maderner der Knoten. Vor allem in den letzten Runden konnte der 25-Jährige mit etlichen Torbeteiligungen, darunter auch vier Tore in den letzten sechs Spielen, aufzeigen, womit er die Saison als einer der heißesten Torjäger der Qualifikationsgruppe beendete.

NOSA EDOKPOLOR: Zu Beginn der Saison von Blau-Weiß Linz nach Altach gewechselt, kam der 24-jährige Außenbahnspieler unter Alex Pastoor relativ schnell zu seinen ersten Einsätzen im österreichischen Fußball-Oberhaus. Das Vertrauen, das 2020 noch in ihn gesetzt wurde, erlosch zum Jahreswechsel jedoch kurzzeitig. Es dauerte bis zur Übernahme von Damir Canadi, bis Edokpolor wieder zu Einsatzminuten kam. Unter dem Neo-Coach hatte der Linksverteidiger jedoch sofort wieder einen Platz in der Stammformation sicher. Mit Edokpolor in der Startelf zog auch die dringend benötigte Stabilität wieder im Ländle ein, die letztlich auch zum souveränen Klassenerhalt führte.

ADMIRA WACKER:

ANDREAS LEITNER: An der Wichtigkeit von Andreas Leitner bestand selbstverständlich schon vor der Saison kein Zweifel. Der 27-jährige Admira-Kapitän erwies sich aber auch in der abgelaufenen Saison als Fels in der Brandung und hielt die Südstädter mit der einen oder anderen Glanzparade im Spiel. Leitner bestritt alle 32 Bundesligaspiele, kassierte 58 Gegentore und hielt seinen Kasten achtmal sauber. Der Steirer wird auch die kommende Spielzeit als Nummer eins im Admira-Tor bestreiten, möglicherweise erhält Leitner dann ein wenig mehr Unterstützung seiner Vorderleute.

ROMAN KERSCHBAUM: In seiner zweiten Saison im Admira-Trikot stellte Roman Kerschbaum seinen Status als unumstrittener Stammspieler erneut unter Beweis. Der defensive Mittelfeldspieler absolvierte 29 Spiele und konnte dabei sechs Tore erzielen, sowie zwei Assists beisteuern. Der 27-Jährige verdoppelte damit seine Torausbeute im Vergleich zur Vorsaison, gleichzeitig ist er der beste Bundesliga-Torschütze der Südstädter. Auch in der neuen Saison unter Andreas Herzog sollte der Kerschbaum seinen Platz auf der Sechs behalten.

LUCA KRONBERGER: Wie schon im Herbst, scheint Luca Kronberger auch nach der Frühjahrs-Runde unter den Gewinnern auf. Der 19-Jährige, der zuvor alle Nachwuchsmannschaften der Admira durchlief, konnte nach seinem Bundesliga-Debüt im November 2020 im Jahr 2021 regelmäßige Startelfeinsätze verbuchen. Bei der 1:2-Niederlage gegen den LASK in der 18. Runde gelang dem Salzburger sogar sein erstes Bundesligator. Neo-Admira-Trainer Andreas Herzog darf sich jedenfalls über ein vielversprechendes Talent freuen, dass sich in seiner zweiten kompletten Saison in der Kampfmannschaft weiter etablieren will. Der U21-Nationalspieler Österreichs wird einer der "Men to watch" in der kommenden Spielzeit.

SKN ST. PÖLTEN:

ALEXANDER SCHMIDT: Am Ende wird Alexander Schmidt die Saison 2020/21 trotz des Abstiegs als die beste seiner bisherigen Karriere in Erinnerung bleiben. Der 23-jährige Angreifer gilt seit Jahren als hochveranlagt, so richtig beweisen konnte er dies in der Bundesliga aber noch nie. Im vergangenen Sommer ging es über den Umweg LASK schließlich als Leihspieler zum SKN, wo der großgewachsene Wiener sofort einschlug. Obwohl Schmidt nach einem tollen Herbst so wie der gesamte SKN im Frühjahr komplett einbrach und zwischen dem 15. und 30. Spieltag keine einzige Torbeteiligung verbuchen konnte, hat der 23-Jährige endlich seine Torjägerfähigkeiten endlich unter Beweis gestellt. In der nächsten Saison wird der 13-fache Saisonschütze sich wohl mit den rekonvaleszenten Marko Raguz und Mamoudou Karamoko um den Platz in der Sturmspitze des LASK matchen.

KOFI SCHULZ: Noch länger als Alexander Schmidt musste Kofi Schulz auf seinen endgültigen Durchbruch im Profifußball warten. Im Alter von 31 Jahren darf der Deutsche endlich auf seine erste volle Saison als Stammspieler bei einem Erstliga-Klub zurückblicken. Auch beim Linksverteidiger gab es viele Aufs und Abs, am Ende überwiegt aber der Eindruck Schulzs als einer der offensivstärksten Außenverteidiger der österreichischen Bundesliga. Sieben Torbeteiligungen in 33 Einsätzen für den Bundesliga-Absteiger sprechen klar für den Dauerläufer.

TAYLOR BOOTH: Es war das Frühjahr der US-Amerikaner in der österreichischen Bundesliga. Neben Salzburgs Brenden Aaronson zeigte einer so richtig auf: Taylor Booth. Der 19-Jährige wechselte im Winter aus dem Nachwuchs des FC Bayern München zum SKN und etablierte sich auf Anhieb als Stammspieler. Der wendige Mittelfeldspieler, der mehrere Positionen bekleiden kann, belebte das St. Pöltner Spiel und lieferte in seinen ersten acht Einsätzen fünf Torbeteiligungen. Vor allem sein Premieren-Treffer gegen Meister Salzburg konnte sich sehen lassen. Auch bei Booth lief es in den letzten Horror-Wochen des SKN zwar nicht mehr nach Wunsch, der 19-Jährige hat aber bewiesen, dass er das Zeug zum Profifußballer hat.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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