Herbst 2016: Gewinner und Verlierer WAC

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Kaum ein Klub der Liga sehnte die Winterpause so sehr herbei wie der WAC.

Das liegt zum einen an einem dramatischen Leistungseinbruch nach Runde 14, als die Kärntner von sechs Spielen fünf - großteils sehr deutlich - verloren und nur eines gewannen.

Zum anderen wurde die Peronalsituation im Lavanttal immer ernster. Beim letzten Spiel fielen gleich zehn Kaderspieler aus. Das fällt bei einem kleineren Klub natürlich ins Gewicht.

Und führt auch zu Spannungen innerhalb des Teams.

Mit acht Zählern Vorsprung auf Schlusslicht Mattersburg haben die Wölfe noch ein ausreichendes Polster. Dennoch sollten die Aussagen von Trainer Heimo Pfeifenberger nach dem 0:3 in Salzburg den Spielern zu denken geben.

"Wir sind phasenweise keine Mannschaft gewesen, müssen im Frühjahr ganz anders auftreten, wieder eine echte Einheit werden", so ein konsternierter WAC-Coach.

Mit Dever Orgill wurde bereits ein Stürmer für das Frühjahr verpflichtet, auch eine Rückkehr von Issiaka Ouedraogo steht weiterhin im Raum. Doch die Defensive würde genauso eine Verstärkung vertragen.

Mit 34 Gegentoren hat man um zehn mehr erhalten als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Jetzt bleibt Zeit für Regeneration, ehe ab Jänner eine wieder fitte WAC-Mannschaft den durchwachsenen Herbst vergessen machen soll.


DAUERBRENNER:

Spieler Position Spielminuten Einsätze Startelf
Nemanja Rnic Verteidigung 1710 19 19
Philipp Prosenik Angriff 1457 20 16
Christian Klem Verteidigung 1403 16 16
Boris Hüttenbrenner Mittelfeld 1362 16 16
Joachim Standfest Verteidigung 1360 16 15

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GEWINNER:

PHILIPP PROSENIK:

Ein Blick auf die unten angeführte Topscorer-Tabelle genügt, um festzustellen, dass Prosenik in diesem Herbst mehr oder weniger die offensive Lebensversicherung des WAC war. Dass die Rapid-Leihgabe in beiden Partien gegen seinen Ex-Klub entscheidend treffen konnte (1:1, 1:0), mag ihm besondere Genugtuung gegeben haben. Gleich drei Treffer erzielte der Mittelstürmer beim 5:0 gegen die Admira in Runde sechs. 27 Mal gab Prosenik einen Torschuss ab. Das sind mit großem Abstand die meisten bei den Kärntnern nach den ersten 20 Runden.

CHRISTIAN KLEM:

Bei Sturm hatte der frühere ÖFB-Nachwuchsteamspieler kein Leiberl mehr, also machte er sich am Weg über die Pack um im Lavanttal anzuheuern. Bei Trainer Heimo Pfeifenberger genoss er von Beginn an höchstes Vertrauen und kam zunächst links im Mittelfeld und später links in der Vierer-Abwehrkette zum Einsatz. Klem war am besten Weg zum Dauerbrenner. Bis Runde 15 verpasste er keine einzige Minute, bis ihn gegen die Austria ein Muskelfaserriss außer Gefecht setzte. Abgesehen von Prosenik hatte aber wohl kein anderer Neuzugang von Beginn an ein so hohes Standing bei seinem neuen Klub.

GERALD NUTZ:

Apropos Neuzugang. Gerald Nutz hat das Sprungbrett Kapfenberg genützt und ebenfalls sehr schnell in Wolfsberg Fuß gefasst. Der Steirer kann praktisch jede Position im Mittelfeld einnehmen, was vom Trainerteam sehr geschätzt wird. Mit drei Toren und einem Assist gehört er zu den torgefährlichsten Spielern der Wölfe. Nur zwei Mal kam er in diesem Herbst nicht zum Einsatz. Mit 22 Jahren hat er zudem noch Entwicklungspotenzial und ist bis 2018 langfristig an den Verein gebunden.


TOPSCORER:

Spieler Position Tore Assists Scorerpunkte
Philipp Prosenik Angriff 7 3 10
Gerald Nutz Mittelfeld 3 1 4
Jacobo Mittelfeld 1 3 4
Philip Hellquist Angriff 4 0 4
Joachim Standfest Verteidigung 0 3 3

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VERLIERER:

MICHAEL SOLLBAUER:

Michael Sollbauer erlebt beim WAC in diesem Herbst ein Déjà-vu. In der Vorsaison begann er als Kapitän, verlor aber seinen Stammplatz in der Innenverteidiung. Aus einem Wechsel zu Sturm wurde nichts und im Frühjahr war er dann doch wieder fester Bestandteil der Wolfsberger Hintermannschaft. 2016 ging das Spiel von vorne los. Der 26-Jährige begann als Kapitän, ab Oktober hatte er aber, abgesehen vom Kehraus gegen Salzbrug, keinen einzigen Einsatz mehr. Warum das so war, weiß nur Trainer Pfeifenberger, der sein Verhältnis zum Abwerhspieler aber als "in Ordnung" beschreibt. Sollbauer dachte Ende November laut über einen Wechsel nach.

STEPHAN PALLA:

Die Saison 2016/17 ist bisher eine zum Vergessen für Stephan Palla. Nur drei Mal kam der siebenfache Nationalteamspieler der Philippinen zum Einsatz. Grund dafür sind vor allem anhaltende Verletzungsprobleme beim 27-Jährigen. Es begann mit Rückenproblemen, nach einem Kurzeinsatz gegen Sturm plagte ihn die Patellarsehne, ehe der Linksverteidiger in Runde 17 wieder im Kader stand. Erst in der Schlussrunde durfte Palla aufgrund des Ausfalls von Klem wieder von Beginn an spielen. Selbst wenn er den Verletzungsteufel abschütteln kann, wird der Kampf um ein Leiberl wohl kein leichter werden.

MIHRET TOPCAGIC:

Nach einem erfolglosen Gastspiel im Ländle beim SCR Altach wollte Topcagic in Wolfsberg an alte Zeiten anschließen. Zehn Tore hatte der Stürmer in der ersten Bundesliga-Saison der Wolfsberger erzielt. Von einem gelungenen Comeback kann bisher keine Rede sein. Immer wieder wird Topcagic von Wehwechen geplagt, dazu kam er nur drei Mal von Beginn an zum Einsatz und musste ansonsten mit der Jokerrolle vorlieb nehmen. Die Ausbeute mit zwei Treffern fiel dementsprechend bescheiden aus.


Das LAOLA1-Team der Herbstsaison:


Textquelle: © LAOLA1.at

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