Masaki Morass: "Ich kann Speckknödel kochen"

Masaki Morass: Foto: © GEPA
 

Das Handy von Masaki Morass stand am Sonntag nicht still. "Ich habe fast über 100 Nachrichten bekommen", berichtet der Japaner in der "Wackerstube".

Der Anlass für die große Aufmerksamkeit: Der FC Wacker hat ihn zum neuen Cheftrainer bestellt. Zumindest bis zu Winter steht der 42-Jährige als Hauptverantwortlicher in der Admiral 2. Liga an der Seitenlinie.

Das war nicht wenigen japanischen Medien eine Meldung wert. Morass verrät: "Ich bin aktuell der einzige Japaner überhaupt, der als Trainer im europäischen Profi-Fußball unterwegs ist."

Wobei der Mann aus Tokio in Innsbruck alles ist, nur kein Unbekannter. 2001 schlug er als Nachwuchstrainer beim Innsbrucker AC auf, es folgte ein Engagement als Dolmetscher für Red Bull Salzburgs Japan-Legionär Tsuneyasu Miyamoto, danach arbeitete er in der Tiroler Nachwuchs-Akademie. Auch beim SV Horn war er schon tätig. 2017 bis 2019 coachte Morass die Frauen des FC Wacker, zuletzt seit Sommer die zweite Mannschaft der Tiroler. Zwischendurch kehrte er zwei Mal in seine Heimat zurück, zu den Urawa Reds und zu Vissel Kobe, jeweils als Co-Trainer.

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

Schon in den 80er-Jahren am Tivoli

Anders ausgedrückt: Morass ist ein Tiroler. Er sagt: "Vielleicht sehe ich nicht ganz so europäisch aus, aber ich bin schon so lange da. Mittlerweile kann ich auch schon Tiroler Speckknödel zuhause kochen. Ich bin sehr gut integriert. Ich bilde mir zumindest ein, dass ich ein österreichischer Fußballtrainer bin. Ich habe den Großteil meiner Karriere hier verbracht, ich identifiziere mich mit dem österreichischen Fußball."

Und er kennt den Klub auch schon viel länger, als man denkt. "Als ich in den 80er-Jahren noch klein war, hat meine Familie öfter in Österreich Urlaub gemacht. Ich war damals schon im Tivoli-Stadion. Es gibt nicht viele Japaner auf der Welt, die in den 80er-Jahren schon am Tivoli waren", berichtet er.

Dementsprechend sei es "eine Ehre und eine verantwortungsvolle Aufgabe", nun die Profis zu trainieren. "Es ist die vollste Identifikation mit dem Verein da. Ich kenne das gesamte Umfeld, kenne alle in der Geschäftsstelle. Mir taugt es, auch für die Leute zu arbeiten", sagt er.

Ursachen-Forschung ist angesagt

Seine Philosophie beschreibt Morass so: "Es geht darum, den Spielern mitzugeben, wie wir gerne arbeiten wollen. Wir wollen eine gute und konstruktive Stimmung. Die Spieler sollen ohne Angst ihre Meinung sagen können."

Dass es bei den Innsbruckern zuletzt nicht ganz nach Wunsch lief, ist kein Geheimnis. Dieser Umstand hat ja auch Daniel Bierofka seinen Job gekostet. Was ist Morass' Plan?

"Es gibt verschiedene Punkte, an denen wir ansetzen können. Aber viel wichtiger ist, was die Spieler empfinden. Wir als Trainer müssen die Mannschaft führen, aber wir Trainer sind auch dazu da, sie zu unterstützen. Erst nach den Gesprächen mit den Spielern wissen wir, was wir im taktischen Bereich ändern wollen. Wir können erst Maßnahmen setzen, wenn wir die Ursachen kennen. Wir arbeiten gerade daran, die Ursachen zu erforschen", bremst er ein wenig.

Seine Premiere feiert der Japaner am Samstag beim Auswärtsspiel gegen den SK Rapid II. LAOLA1 zeigt das Spiel ab 14:30 Uhr im kostenlosen LIVE-Stream>>>

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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