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2. Liga: So lief das erste Saisonviertel

Die ersten acht Runden in Liga zwei hatten bereits einiges zu bieten:

2. Liga: So lief das erste Saisonviertel

Acht Runden sind in der HPYBET 2. Liga bisher absolviert, somit ist bereits ein Viertel der Spielzeit vorbei. Österreichs zweithöchste Spielklasse knüpft dabei nahtlos an die Premierensaison an und hielt bisher einige Überraschungen bereit.

Welche Teams überzeugten, wer hinkt noch hinterher? Was waren die Aufreger der Liga und wie sieht es eigentlich mit der Zuschauerentwicklung aus? LAOLA1 zieht ein erstes Zwischenfazit der noch jungen Saison.

Eines ist aber bei bloßer Betrachtung der Tabelle bereits offensichtlich: Enger könnte es nicht sein.

Überraschungsteams

Acht Zähler trennen den Tabellenführer Austria Klagenfurt und den SKU Amstetten auf Platz 14. Zwischen Platz zwei und dem SKU liegen sogar lediglich vier Pünktchen. Bei einer so engen Konstellation echte Überraschungsteams zu finden, ist sicher keine einfache Aufgabe.

Besonders hervorzuheben sind aber mit dem SV Horn auf Platz zwei und Vorwärts Steyr auf Rang fünf die beiden Teams, die in der vergangenen Saison eigentlich abgestiegen wären. Horn überzeugt vor allem durch die beste Offensive der Liga, angeführt von Goalgetter Ercan Kara, der aus nahezu jeder Chance ein Tor macht.

In Steyr hingegen hat es Trainer Willi Wahlmüller geschafft, aus der Schießbude der vergangenen Spielzeit eine stabile Defensive zu formen. Nur neun Gegentore mussten die Oberösterreicher bisher hinnehmen - besser waren nur der FAC und der GAK (beide acht).

Zwar kein Überraschungsteam im eigentlichen Sinn, aber trotzdem eine der positiven Erscheinungen ist selbstverstädlich der Leader aus Klagenfurt. Auch nach acht Runden sind die Kärntner noch ungeschlagen und haben, trotz des dichten Gedränges dahinter, bereits ein Vier-Punkte-Polster angehäuft. Die Klagenfurter haben zudem gegen die Titelkandidaten aus Ried und Lustenau vier Punkte in den direkten Duellen geholt. Das Team von Trainer Robert Micheu wird nur ganz schwer von der Spitzenposition zu verdrängen sein.



Die Titelkandidaten

Noch nicht ganz so rund läuft es hingegen für die beiden Meisteraspiranten Austria Lustenau und SV Ried. Bezeichnend, dass ausgerechnet die schwer aufgerüsteten Vorarlberger die einzige Trainerentlassung in dieser Saison vornahmen. Roman Mählich ersetzte bekanntermaßen Gernot Plassnegger.

Mit elf Punkten aus acht Spielen rangiert die Elf um Goalgetter Ronivaldo aktuell auf Position zehn, also ganz weit hinter dem eigenen Anspruch. Das Wort "Aufstieg" wollte keiner der Verantwortlichen bisher in den Mund nehmen, rund um den Klub herrschte dennoch eine große Erwartungshaltung.

Die Qualität im Kader ist ungemein hoch, der Einstand von Neo-Coach Mählich glückte mit dem 2:1-Heimsieg gegen Blau-Weiß Linz. Wenn er es schafft, neue Euphorie zu entfachen, kann die Austria sehr schnell wieder in der Spitzengruppe zu finden sein.

Komplizierter ist die Sache im Innviertel. Die SV Ried liegt vier Punkte hinter Klagenfurt auf Platz drei, aus tabellarischer Sicht also eigentlich kein Grund zur Sorge. Die Stimmung rund um die "josko Arena" kippt aber schnell. Nach dem herausragenden Frühjahr, in dem die Rieder den Aufstieg nur haarscharf verpassten, war die 1:3-Auftaktpleite gegen Klagenfurt ein erster großer Dämpfer.

Die Leistungen sind es, die von den Fans bisher kritisiert wurden. Auch Coach Gerald Baumgartner, der als Trainer bei der SVR erst zwei Ligaspiele verloren hat, stand bereits in der Kritik. Schafft es die Mannschaft angeführt von Kapitän Thomas Reifeltshammer wieder konstant zu werden und damit Ruhe einkehren zu lassen, sind die Rieder weiterhin der große Meisterkandidat.



Die Nachzügler

Noch überhaupt nicht in die neue Saison gefunden haben die Young Violets und der Kapfenberger SV - beide erst mit mickrigen zwei Pünktchen. Während sich der Rest der Liga fast wöchentlich einmal auf den Kopf stellt, benötigen die beiden Nachzügler schon eine echte Serie, um von den letzten beiden Plätzen weg zu kommen. Der Rückstand beträgt bereits satte acht Punkte.

Mit 19 (Young Violets) und 21 (KSV) Gegentoren sind die Problemzonen schnell gefunden. Den Steirern gelangen zudem selbst erst acht Treffer - erschreckende Werte. Beim Team von Trainer Kurt Russ ist auch keine wirkliche Besserung in Sicht. Die "Falken" werden schwer zu kämpfen haben. Die Jungveilchen haben sich nach sechs Pleiten zum Start hingegen etwas stabilisiert, zuletzt mit zwei Nullnummern gegen Ried und Steyr Punkte geholt und sich stark verbessert gezeigt.

Nicht abzusehen ist zum jetzigen Zeitpunkt aber, ob und wie viele Absteiger es am Ende überhaupt geben wird. Darauf verlassen, dass eine Rettung am Grünen Tisch gelingt, sollten sich die Nachzügler jedoch nicht.

Die Aufsteiger

Nach den bisherigen Leistungen kann eindeutig bilanziert werden, dass die beiden Neulinge, der GAK und der FC Dornbirn, eine echte Bereicherung für die Liga sind. Während das bei den "Rotjacken" nicht wirklich viele überrascht, zeigen auch die Vorarlberger ansprechende Leistungen, schlugen etablierte Zweitligisten wie den KSV mit 6:1 oder den FAC auswärts mit 3:0. Dazu kommt ein kleiner Prestigeerfolg: Die Dornbirner stehen in der Tabelle aktuell vor Austria Lustenau.

Die Grazer waren vor der Saison bereits für viele ein Geheimfavorit im Titelkampf und das kommt nicht von ungefähr. Mit Auswärtssiegen in Lustenau und Ried scheint es zwischenzeitlich so, also ob sich der GAK oben in der Tabelle festsetzen könnte. Aktuell belegen die Grazer Platz sechs. Der Traditionsklub ist auch mit seinen Fans und der Euphorie nach dem Aufstieg in vielen Bereichen ein Glücksfall für die Liga.

Die Liga profitiert von dieser Frische, die die Aufsteiger mitbringen - das tut gut. Während in Dornbirn das oberste Ziel bleiben wird, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, bleibt abzuwarten, ob der GAK weiterhin die großen Teams ärgern kann. 



Die Zuschauer

Die SV Ried hat auch im Zuschauerranking ihren Spitzenplatz in der 2. Liga eingebüßt. Der GAK lockte bisher im Schnitt 3.424 Fans ins Stadion. Dabei spielen die "Rotjacken" in der "Merkur Arena", dessen Nutzung zuletzt dem SK Sturm vorbehalten war, während der GAK in Weinzödl erfolgreich an der Rückkehr ins Profi-Geschäft gearbeitet hatte. Wenn man einen Wert für die Euphorie um die Rückkehr des GAK in den Profifußball haben möchte, liefert die Zuschauertabelle wohl ein eindrucksvolles Bild ab.

Im Innviertel kamen bisher 2.976 im Schnitt, am Ende der letzten Spielzeit waren es 3.395. Zuletzt beim Derby gegen den FC Juniors OÖ waren mit 2.317 Zuschauern die wenigsten seit 2004 bei einem Rieder Heimpsiel. Erreichen die Oberösterreicher aber wieder ihr Niveau des vergangenen Frühjahrs, werden auch wieder mehr Fans ins Stadion kommen.

Zu den Heimspielen des GAK und der SV Ried kommen so auch mehr Zuschauer als zu den Bundesligisten SV Mattersburg (2.670) und Admira (1.938).

Einen positiven Einfluss auf die Zuschauerzahlen hat selbstverständlich auch der FC Wacker, der trotz Abstiegs durchschnittlich immer noch 2.342 Zuseher anlockt. Schlusslicht in der Zuschauertabelle sind, wenig überraschend, die Young Violets, zu deren Spielen im Schnitt 339 Fans in die Generali Arena kommen.

Insgesamt kamen zu den bisherigen Partien 95.048 Zuschauer in die Zweitligastadien. Am Ende der vergangenen Saison lautete die Gesamtzuschauerzahl 234.817 - die Liga ist also auf einem guten Weg, diesen Wert zu verbessern.

Große Namen

Zwei Personalien sorgten in der 2. Liga bisher für besonders viel Gesprächsstoff: Roman Mählich und Sebastian Boenisch.

Wie bereits erwähnt, ist der Austria aus Lustenau mit der Verpflichtung von Roman Mählich als neuen Cheftrainer ein Coup gelungen. Mählich geht nach seinem missglückten Engagement bei Sturm Graz wieder einen Schritt zurück und übernimmt nach Wiener Neustadt seinen zweiten Klub in der 2. Liga.

Der Einstand ist mit einem 2:1-Heimsieg gegen BW Linz geglückt und auch im Cup gab es einen 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen den FAC. Lustenau geht in der Liga in fast jedes Match als Favorit. Mählich ist gefordert, aus diesem qualitativ hochwertigen Kader nun die optimale Leistung herauszukitzeln.

Als noch größere Sensation ist die Verpflichtung von Sebastian Boenisch zu werten, der beim FAC anheuerte. Der 32-Jährige absolvierte in seiner Karriere 124 Spiele in der deutschen Bundesliga, 33 Einsätze im Europacup (davon 11 in der Champions League) und 14 Ländermatches für Polen.

Sein Startelfdebüt war jedoch wenig erfolgreich. Bei der 0:3-Heimniederlage gegen den FC Dornbirn flog Boenisch mit Gelb-Rot vom Platz. Seine Erfahrung sollte dem jungen FAC-Team eigentlich helfen, die nächste Stufe zu erreichen.

Persönlichkeiten wie Mählich oder Boenisch steigern den Stellenwert der Liga und zeugen von ihrer Qualität. Der Fokus der Klubs liegt zwar weiter darauf, junge Spieler zu entwickeln, für das Standing der Liga sind solche Verpflichtungen aber weiter wünschenswert.

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