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Die European Championships: Das Anti-Katar

Die European Championships: Das Anti-Katar Foto: © getty

Aktuell laufen in München noch bis zum 21. August die 2. European Championships.

4.700 Athleten kämpfen in 177 Wettkämpfen um den Europameister-Titel in den Sportarten Leichtathletik, Radsport, Kunstturnen, Rudern, Triathlon, Kanurennsport, Beachvolleyball, Tischtennis und Sportklettern.

Die European Championships kennzeichnen den größten Sporthöhepunkt in der bayerischen Landesmetropole seit den Olympischen Spielen 1972.

Gegenentwurf zu Katar und Co.

 Während für die WM in Katar oder die Olympischen Winterspiele in China in diesem Jahr Sportanlagen und Stadien hochgezogen wurden, die danach größtenteils unbrauchbar sind, zeigen die Veranstalter der European Championships, dass sich Großevents und Nachhaltigkeit nicht unbedingt ausschließen.

Besonders im Fokus der Organisatoren steht nämlich die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Insgesamt sechs Kernziele wurden dafür definiert.

Infrastruktur von 1972 genutzt

Eines dieser Kernziele sind die Sportstätten. Es werden keine Stadien gebaut, die danach leer stehen. Die Stadt München nutzt für die European Championships fast ausschließlich die bestehende Infrastruktur von den Sommerspielen 1972.

Wo temporäre Einrichtungen nötig sind, sollen sie danach wiederverwendet oder recycelt werden. Für die einzelnen Events selbst, werden vom Olympiapark bis zum Gelände der Messe München hin zur Innenstadt verschiedene Orte für die Sportarten benutzt. Der Transport bei dem Großevent soll klimaneutral abgewickelt werden.

Zudem wollen die Organisatoren beim Thema Abfallwirtschaft mit einer größtmöglichen Recycling-Rate neue Maßstäbe setzen. Die Nutzung von Mehrweggeschirr soll beispielsweise das Gesamtmüllaufkommen reduzieren.

Inklusion kommt nicht zu kurz

 Bisher wurden die Wettbewerbe für die Behindertensportler oft separat ausgetragen. Bei den European Championships hingegen werden die Wettbewerbe nicht nur im gleichen Zeitraum ausgetragen, sondern die Medaillengewinne der Behindertensportler fließen mit in den Medaillenspiegel ein. Inklusion sei den Organisatoren ein besonderes Anliegen, sagt die Geschäftsführerin des Olympiaparks, Marion Schöne.

Blick Richtung Olympia

 Die Olympischen Spiele von 1972 waren die letzten Olympischen Spiele in Deutschland. Seit damals sind sieben deutsche Bewerbungen ohne Erfolg geblieben. Oftmals auch, weil die Bürger dagegen waren – etwa beim Bemühen um die Winterspiele 2022 in München oder die Sommerspiele 2024 mit Hamburg. Der letzte Versuch der Rhein-Ruhr-Initiative für 2032 scheiterte ebenfalls. Die European Championships sollen nach Wünschen der Veranstalter jetzt ein gutes Klima für mögliche Olympia-Bewerbungen schaffen und dem Sport in Deutschland allgemein einen Schub geben.

„Ich glaube, dass wir etwas ganz Tolles hinterlassen können und ich hoffe auch sehr, dass die Bevölkerung mitgenommen wird“, meint Olympiapark-Geschäftsführerin Marion Schöne in München. Es wäre schön, wenn die Bevölkerung danach sagen würde, dass sie sich große Sportevents in Deutschland vorstellen könnte, bis hin zu den Olympischen Spielen. Es wird spannend zu sehen sein, ob die European Championships zeitnah wieder Olympische Spiele in Deutschland ermöglichen. Die nächsten Sommerspiele wären im Jahr 2036 zu vergeben.

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