PUBG: Interview mit Clemens "miniment" Huber

Aufmacherbild Foto: © Rogue
 

Clemens „miniment“ Huber und sein Team Airstation Mike sorgen in PLAYERUNKNOWN'S BATTLEGROUNDS international für Furore. LAOLA1 traf sich deshalb mit dem Oberösterreicher, dessen Team sich erst kürzlich für die IEM Kattowice qualifizieren konnte, um mit ihm über den neuen eSport-Titel zu reden.

Frage: Hallo! Lass uns gleich anfangen mit einer Frage, die mich schon länger beschäftigt. Das Spiel-Genre „Battle Royale Modus“ ist aus dem Nichts aufgetaucht und hält fast schon 2 Jahre die Gaming-Community in Atem. Woher kommt die Faszination für dich?

Clemens Huber: Für mich kommt die Begeisterung von der Tatsache, dass jedes Match unterschiedlich ist. Kein Kreis ist wieder der andere, es sind immer unterschiedliche Spieler im Spiel, man hat jedes Mal eine andere Ausrüstung. Man muss schon sehr viel Battle Royale spielen, um dieselbe Situation zweimal zu erleben.

Frage: PUBG scheint der momentane König des Genres zu sein. Was macht Bluehole besser als die Entwickler von DAYZ und H1Z1 ?

Huber: Ich denke Sie schaffen die Gratwanderung zwischen dem Casual-Shooter H1Z1 und dem Super-Realismus von Arma 3 BR. Das Spiel kann ein riesiges Publikum anziehen, weil wirklich für jeden etwas dabei ist. Dazu kommt, dass der Zeitpunkt vom Release einfach perfekt war, die ganze Computerspielindustrie war bereit für ein neues Genre und PUBG kam im richtigen Moment.

Frage: Dennoch scheint es noch ein weiter Weg zu sein, um ein anerkannter eSport-Titel zu werden. Erst kürzlich veröffentlichte BLUEHOLE ein Update, dass es ab sofort nur mehr zufällige Spawns gibt und außerdem keine Waffen mehr in der unmittelbaren Umgebung herumliegen. Ein Schritt in die richtige Richtung?

Huber: Es ist noch ein weiter Weg, aber Bluehole and PUBG Corp haben sich schon mehrmals dazu bekannt, eSports in PUBG weiterentwickeln zu wollen. Ich denke wir werden viele Patches und Neuerungen sehen, die das Spiel in 2018 eSports-tauglicher machen.

Frage: In letzter Zeit tauchten immer wieder Cheating-Anschuldigungen auf. PUBG hätte zu viele Cheater heißt es immer öfters. Wie siehst du das Problem? Ist es überhaupt ein Problem?

Huber: Es gibt auf jeden Fall ein großes Cheater-Problem in China, vor allem aufgrund der Tatsache, dass Cheat-Entwickler in China sehr billig entwickeln können und der Markt sehr rentabel ist. Auf der anderen Seite haben viele chinesische Spieler die Mentalität, dass jeder Vorteil erlaubt ist und schrecken daher auch nicht davor zurück, Cheats zu benutzen.

Frage: In deinem Team Airstation Mike übernimmst du seit wenigen Monaten die Rolle des Coaches, als Spieler jedoch scheinst du auch talentiert zu sein. Denn mit Österreich konntest du den „Nationscup“ in PUBG gewinnen. Wie überraschend kam der Sieg für dich?

Huber: Um ehrlich zu sein, war ich schon etwas überrascht, die anderen Nationen hatten Spieler die mindestens so gut oder besser als wir sind. Wir haben uns größtenteils vor dem Nationscup noch gar nicht gekannt und noch nie miteinander gespielt, aber glücklicherweise hatten wir einen super Teamspirit und nach den ersten ein bis zwei Spielen haben wir gesehen, dass wir das Zeug haben den Nations Cup zu gewinnen. Danach lief es eigentlich von selbst.

Frage: Eine Rückkehr als dauerhafter Spieler in PUBG ist für dich nicht denkbar?

Huber: Ich bin immer noch Ersatzspieler in meinem Team, falls mal einer ausfällt werde ich natürlich sofort einspringen. Aber als Hauptspieler in einem Lineup wird man mich vermutlich eher nicht mehr sehen.

Frage: Mittlerweile haben bekannte Organisationen wie FaZe Clan, Team SoloMid aber auch Ninjas in Pyjamas Teams unter Vertrag genommen. Legitimieren solche famosen Organisationen den eSports-Charakter von PUGB nochmal ein Stück weiter?

Huber: Auf jeden Fall. Es herrscht immer noch eine kleine Ungewissheit in der Community, was die Zukunft von eSports in PUBG betrifft, deshalb ist es immer erfreulich, wenn eine der ganz großen Organisation sich entscheidet, ein Team unter Vertrag zu nehmen. Ich denke große Teams legitimieren PUBG auf jeden Fall.

Frage: Euer Team steht noch bei keiner Organisation unter Vertrag, wird sich das bald ändern? Vor allem wenn man bedenkt, dass ihr soeben die Qualifikation zur IEM in Kattowitz geschafft habt. Da müssten doch einige Organisationen Interesse bekunden.

Huber: Als wir das Team gegründet haben, wollten wir zunächst vernünftige Ergebnisse erzielen, bevor wir uns die Unterstützung einer Organisation suchen. Mittlerweile haben wir uns ganz gut etabliert, hoffentlich kommen relativ bald gute News für uns.

(Anmerkung der Redaktion: Das Team Airstation Mike ist in der Zwischenzeit der Organisation Rogue beigetreten.)

Frage: Internationale Ligen entwickeln sich nach und nach. Hier trifft Airstation Mike regelmäßig auf die weltbesten PUBG Spieler. Dabei steht ihr oftmals in den Top 5. Was macht ihr besser als andere?

Huber: Wir kennen uns alle schon mehrere Jahre lang, das hilft natürlich sehr, sehr viel wenn es mal zu hitzigeren Diskussionen kommt. Die Jungs sind nie mit ihren Ergebnissen zufrieden, auch in makellosen Siegen sehen sie alle möglichen Fehler und jeder will unbedingt besser werden. Ich glaube unser Teamspirit macht den Unterschied aus.

Frage: Zum Abschluss, wie siehst du die unmittelbare Zukunft für PUBG ? Kann Fortnite tatsächlich zum großen Konkurrent werden?

Huber: PUBG kann sich selbst sehr gut gegen etwaige Konkurrenten absichern, indem sie den eSport-Aspekt weiter verfolgen. Fornite hat natürlich momentan einen riesigen Erfolg, aber es ist mehr ein Spiel für zwischendurch. Ich denke PUBG wird weiterhin erfolgreich bleiben und wachsen, auch wenn sich Fortnite oder womöglich ein neuer AAA-Titel als Konkurrenz etablieren werden.

Das Gespräch führte Florian Zsifkovics.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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