TI7: Main Stage Day 4

Aufmacherbild Foto: © Valve
 

Bezüglich zwei Fragen wird es immer spannender beim diesjährigen „The International 2017“: Welches chinesische Team wird dieses Jahr gewinnen und hat das letzte westliche Team überhaupt noch eine Chance gegen die Dominanz aus Fernost?

Mit einem eher unspektakulären 2:0 verabschiedete sich das neue Red Bull Team OG aus den Top 8. Damit hatten unsere Profis tatsächlich Recht, dass dieses Jahr sehr stark mit Chinese DOTA zu rechnen ist, aber vielleicht wollten sie gar nicht so sehr Recht behalten.

Newbee, LFY, LGD und iG sind nämlich noch im Rennen um den Titel des TI-Champions 2017. Demnach ist erst eines von fünf chinesischen Teams ausgeschieden. Das große Highlight des vierten Tages fand aber trotzdem zwischen zwei europäischen Teams statt.

Nach einem klaren Sieg von Team Liquid über Team Empire, ging es im Spiel zwischen TL und VP um die Frage, wer die Fackel des Western DOTA weiter in die Top 4 tragen darf. Und heftiger hätte nicht um die Antwort gekämpft werden können.

Schon das erste Spiel lief komödiantisch lang. In einer Schlacht von über 103 Minuten, kann sich ein Bloodseeker gerne einmal denken, dass ein Linkens besser ist, als ein S & Y und ein Aghs wird einfach mal im Rucksack vergessen. Spannend war dieses Game bis zur letzten Sekunde, denn selbst eine Verteidigung gegen Mega-Creeps war alles andere als unwahrscheinlich.

Nur die Item-Wahl in solch einem Game können selbst die besten Profis kaum mehr rational analysieren, da einfach nur eines von 100 Spielen so lange läuft, wie Day9 passend analysierte. Letztlich war jedoch Ghs Pushing Power auf dem Keeper of the Light einfach zu viel für die Russen und das Spiel ging an Liquid. Damit bewahrheitet sich übrigens eine weitere Einschätzung unserer österreichischen Pros. GH ist das finale Puzzleteil, das TL zur absoluten Brillianz gefehlt hat.

Nach solch einem Marathon scheint es direkt verwunderlich, dass VP noch die Kraft in sich hatte, sich erneut zu sammeln und im zweiten Spiel noch einen Sieg zu verbuchen. Doch im dritten Spiel haben die RPs von Magnus nicht mehr ausgereicht, um gegen einen gefarmten Anti-Mage anzukommen.

So scheint sich unsere "Regel der Drei" tatsächlich zu bewahrheiten. Wir haben mit drei Profi-Spielern gesprochen und zwei sahen Team Liquid als größten Favorit aus der westlichen Szene. Nur einer sah VP ganz vorne. Ganz demokratisch haben zwei gegen einen hier gewonnen in einem 2:1 im Loser Bracket Semi-Finale.

Es scheint auch, dass TL die besseren Chancen gegen Chinese DOTA hat. Doch werden sie wirklich die Überraschung schaffen und über die folgenden zwei Games einen Finaleinzug für uns Fans aus dem Westen schaffen? Die kommenden zwei Tage werden die Antwort zeigen.

 

von Patrick Berger

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